1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Bauunternehmen plant neue Großprojekte - 440 Wohnungen entstehen

Augsburg

13.09.2019

Bauunternehmen plant neue Großprojekte - 440 Wohnungen entstehen

Die Firma Klaus Bau gehört zu den großen Wohnungsbauträgern in Augsburg. Kurz vor der Fertigstellung ist jetzt das Projekt in der Georgenstraße.
Bild: Bernd Hohlen

Die Wohnungen in der Georgenstraße sind bis Ende 2019 bezugsfertig. Zusätzlich investiert der Bauherr im Textil-, Antons-, und Stadtjägerviertel.

Die Anfänge des Augsburger Unternehmens gehen in das Jahr 1934 zurück. Bauen ist das Handwerk der Klaus-Gruppe seit inzwischen drei Generationen. Vor allem auf dem Immobilienmarkt in München und Augsburg ist Klaus tätig. Die Unternehmensleitung ist stolz, dass man sich in der Landeshauptstadt als großer Wohnungsbauträger etabliert hat. Doch auch wenn in Augsburg große Wohnbauprojekte am Laufen sind, spielt Klaus derzeit mit. Ein Projekt ist nahezu abgeschlossen, weitere werden angepackt. In der Summe entstehen in nächster Zeit so allein durch dieses Unternehmen 440 Wohnungen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Auch in der jüngeren Vergangenheit hat das Unternehmen einige Großprojekte in Augsburg gestemmt. Dazu gehört das Areal der ehemaligen Hasenbräu in der Innenstadt. Dort entstanden mehrere moderne Wohnblocks, die dichte Bebauung ist aber immer wieder auch Anlass zur Kritik.

In der Georgenstraße entsteht ein Millionenprojekt

Kurz vor der Fertigstellung steht nun ein Millionenprojekt in der Georgenstraße. Im Rahmen einer Feier wurde dort eine Hausmadonna aus dem 18. Jahrhundert wieder aufgestellt, die bei den Abbrucharbeiten des historischen Bürgerhauses gerettet worden war. Sie wurde nun wieder an alter Wirkungsstätte angebracht und von Pfarrer Florian Geis gesegnet. Die Figur wurde im Auftrag der Altaugsburg-Gesellschaft restauriert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Im Innenhof des ersten, bereits fertigen Bauabschnitts steht eine fast mannshohe Beton-Zirbelnuss. Nebenan im zweiten werden noch die letzten Außenanlagen hergerichtet. Auch innen kommt es voran. Ungefähr dort, wo heute die Plastik aus Beton steht, stand früher ein historisches Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Baudenkmal in der Georgenstraße war stark baufällig und musste zusammen mit weiteren Gebäuden einer Neubebauung weichen. Jetzt, rund vier Jahre später, ist die Baulücke wieder geschlossen. 66 Eigentumswohnungen hat Klaus Wohnbau errichtet, sich dabei auch mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Bis Jahresende soll alles bezugsfertig sein.

Zur Straße hin ist die Häuserfront geschlossen. Die Architektur ist an die umliegenden Gebäude angelehnt: fünf Häuser mit Giebeldach, eines mit Mansardwalmdach. Hinter der Häuserzeile stehen vier weitere, neu gebaute Stadthäuser. Laut Klaus Bau liege der Kaufpreis – je nach Wohnung – durchschnittlich bei 6000 Euro pro Quadratmeter.

Unter dem Namen „Kultquartier“ entstehen in der Walterstraße am Proviantbach (Textilviertel) weitere 110 Wohneinheiten, davon sind 14 gefördert. Die Wohnungstypen sind vom Ein-Zimmer-Apartment bis zur Vier-Zimmer-Wohnung. Die Baugrube sei bereits hergerichtet, so Projektentwickler Luigi Mendozza. Voraussichtlich noch in diesem Jahr kommt die Baugenehmigung des vier- bis siebengeschossigen Gebäudekomplexes, sodass im März 2020 Baubeginn sein kann. Man rechne mit zweieinhalb Jahren Bauzeit.

Auf dem Gelände des ehemaligen Servatius-Stifts im Antonsviertel sollen 180 Wohnungen in drei Bauabschnitten entstehen.

Im Antonsviertel gibt es auch geförderte Wohnungen

Eine Dimension größer ist das Bauvorhaben am alten, bereits abgerissenen Servatius-Stift in der Windprechtstraße im Antonsviertel. Auf dem 14.500 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 180 Wohnungen in drei Bauabschnitten, davon sind 58 Wohnungen gefördert. Die Sozialwohnungen sind für den ersten Bauabschnitt vorgesehen. Insgesamt werden es drei bumerangförmige, fünf- bis achtgeschossige Gebäudekörper sein, die ineinandergreifen. Der Billigungsbeschluss sei bereits erfolgt, sodass hier ebenfalls mit dem Baustart Anfang 2020 gerechnet werden könne. Die ersten Wohnungen sollen Ende 2022 bezugsfertig sein.

Das ehemalige Telegrafenamt im Stadtjägerviertel wird ebenfalls zu Wohnraum umfunktioniert. Dort, wo einmal die Post und später der Zoll und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beheimatet waren, sollen bis zu 90 Wohnungen entstehen. Die Rede ist von der Stadtjägerstraße 10. Es ist das wohl langwierigste und komplizierteste Bauvorhaben von Klaus Wohnbau: Das Gebäude aus den 20er Jahren steht unter Bestandsschutz. Die Klinkerfassade und die bauliche Grundstruktur müssen erhalten bleiben. Neues Leben wird das historische Carré mit Eigentumswohnungen bekommen – von der 30 Quadratmeter großen Single-Wohnung bis zur 160 Quadratmeter großen Loft. Die Baugrundfläche beträgt 12.500 Quadratmeter. Die angrenzende Halle ist als Gewerbeeinheit für Büros, Agenturen und Künstler konzipiert.

Klaus Wohnbau könnte auch in Haunstetten-Südwest aktiv werden

Zurzeit werde laut Klaus Wohnbau ein Vorbericht erstellt für die Änderung des Bebauungsplans aus dem Jahr 1968. Frühestens in viereinhalb bis fünf Jahren könnten die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Unklar ist noch, wie teuer sie sein werden. Der Kaufpreis pro Quadratmeter sei nicht nur vom Denkmalschutz abhängig. „Die Baupreise steigen jedes Jahr zwischen drei und vier Prozent.“

Noch seien es nur erste Überlegungen. Klaus Wohnbau kann sich aber vorstellen, über kurz oder lang auch im geplanten Stadtteil Haunstetten-Südwest aktiv zu werden. „Generell kommt für uns alles in Augsburg in Frage, wo Wohnungen gebaut werden können“, erklärt Mendozza. Mitarbeiter der Wohnbaufirma haben sich bei den Bürgerwerkstätten und Expertenworkshops für den neuen Stadtteil, der einmal bis zu 10.000 Einwohner haben soll, beteiligt. Erst im Jahr 2023 wird seitens der Stadt mit den ersten Bauvorhaben gerechnet.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier .

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.09.2019

Na wenigstens ich noch genug Geld da um neue Wohnungen zu bauen. Und es bleibt nur zu hoffen, dass die Besserverdiener, die sich Quadratmeterpreise von 6000€ leisten können, den Preisdruck vom Bestand weg nehmen. Ich bin zuversichtlich, dass die Wohnungspreise irgendwann einmal wieder einbrechen.
Unsere Augsburger Stadtpolitik muss halt dafür sorgen, dass Wohnfläche von Investoren nicht vorsätzlich leer gehalten wird.

Permalink
13.09.2019

Außerdem sollte die "Stadtpolitik" dafür auch sorgen, dass Bauvorhaben schneller genehmigt werden. Die Genehmigungsprozedur ist schon manchmal unverständlich langwierig, was die Baupreise erheblich verteuert und Bauzeiten ins endlose verlängert.

Permalink
13.09.2019

Normal kennt jeder Planer die Auflagen.
Die Baupreise werden eher durch den Handwerkermangel ausgelöst. Hier gilt auch das Prinzip Angebot und Nachfrage. Die Baufirmen können sich aktuell Ihre Aufträge raussuchen ... und besonders in Ballungsräumen entsprechende Preise verlangen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren