Friedberg

19.04.2014

Begehrenswerte Farben

Lediglich auf 20 x 20 x 8 Zentimeter durchmisst die Künstlerin Nina Zeilhofer „Poesieräume des Glücks“.
Bild: Georg Lange

Die 34. Kunstausstellung eröffnet poetische Räume

So klein kann das Glück sein. Bei Nina Zeilhofer misst es 20 x 20 x 8 Zentimeter. Und das fünf Mal, denn die Künstlerin aus Augsburg hat fünf „Poesieräume des Glücks“ mit Draht, Papier und Federn fantasievoll eingerichtet zu Miniaturzimmern des Wohlfühlens. Auch ihr durchsichtiger „Pet(ty)coat“ aus Drahtgeflecht und aufgeschnittenen Plastikflaschen atmet den Geist der Leichtigkeit. Beide gehören zu den 81 Arbeiten der 34. Friedberger Kunstausstellung, die bis 27. April in der Stadthalle gezeigt werden.

Die Auswahl fiel konzentriert aus. Dennoch besticht die Sammelausstellung durch ihre Vielfalt von Stilen und Motiven. So kontrastiert Peter Schlichtherles überbordender drastischer Realismus – diesmal Männer als Goldfische im Reich einer kalten Nixe – mit dem schwarz-weißen Acrylbild von Irene Rung und der streng konstruierten Girlande eines Bleistiftspitzers von Gabriele Stolz. Helene Mitters zünftiges Trachtlerpaar in Grün und Weiß vor warmem Rot ist voller Dynamik, Hanni Wohofsky bringt in lebendigem, warmen Gelb, Rot und Rosa zwei Figuren in eine Beziehung von Begehren und Distanz.

Wie aus ferner Vergangenheit kommt in verwittertem Wachsauftrag die Erinnerung an einen aktionsreichen Tag bei Hildegard Winkler. In einer Serie von 13 Motiven erzählt Doris Herschke facettenreich vom Menschen und seinen Haltungen. Einen klassischen Frauenakt malte Georg C. Wirnharter, allerdings in einer sehr prosaischen Umgebung. Männliche Züge mit muskulären Armen und kahlem Kopf tragen die beiden Frauenfiguren von Ursula Allgaier, die malerisch mit der Geschlechter-Identität spielt.

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„Begierde“ lässt Ulrike Hahn in den schlanken, aufstrebenden Figuren ihrer Skulptur aus Mooreiche keimen. Karin Fleischer schmiegt kompakt zwei Partner eng aneinander. Im Abheben befindet sich das luftige Gefährt von Monika Gebhart, buchstäblich ein Wohnwagen mit vielen Flügelchen. Sehr körperlich hat Christian Richter zwei Fußball spielende Jungs aus dem rohen Holz gehauen.

Sattsehen kann man sich an dem Farbfeld „Rauhnacht“ mit spröder Oberfläche aus Rot, Gelb, Schwarz und blauvioletten Sprenkeln. Auf der Farbradierung Jeanette Scheidles verweht indes eine Blumenwiese. Unschärfe und verfremdete Farben kennzeichnen die Fotografie von Werner Straße. Hanne Binder zaubert schleierhafte Spiegelungen ins Bild.

Laufzeit bis 27. April, geöffnet Mo. bis Fr. 14–18 Uhr, Sa., So. 10–18 Uhr. Der Katalog kostet 5 Euro.

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