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12.06.2009

Bei Flüstersprache tut sich der Junge schwer

Augsburg Wie viele Hörtests Helge Ludwig in seinem Leben schon durchgeführt hat, kann er - nach 40 Dienstjahren - nicht mehr sagen. Ludwig ist Taubstummen-Oberlehrer, inzwischen pensioniert und nur noch stundenweise im Förderzentrum für Hörgeschädigte an der Sommestraße tätig. Ludwig hat auch Daniel getestet. Kurios dabei: Als ganz junger Lehrer unterrichtete er schon Daniels Großmutter, damals noch in der Gehörlosenschule in Hochzoll.

"Der Hörtest bei Daniel ergab eine leichte bis mittlere Hörschädigung", erzählt der 64-Jährige. Und: "Daniel hatte viel Spaß dabei, der Bub ist begeisterungsfähig und hat sehr gut mitgearbeitet."

So zum Beispiel bei der Sprachabstandsprüfung, einem Teil des Hörtests. Dabei lagen vor Daniel zehn Kärtchen mit den Bildern zweisilbiger Begriffe: Katze, Hase, Sonne. Aus fünf Metern Entfernung konnte der Kleine die von Ludwig in Umgangssprache genannten Begriffe identifizieren, in Flüstersprache verstand Daniel die Worte nur noch aus einer Entfernung von eineinhalb Metern.

Auch die Mainzer Kinderlieder - hierbei ertönen Klänge aus Lautsprechern, die vor sowie links und rechts hinter dem Kind angebracht sind - konnte Daniel ab 20 Dezibel nicht mehr hören.

"Daniel hatte zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr sieben Mittelohrentzündungen", erklärt Ludwig, dem die Kinder im Förderzentrum sehr am Herzen liegen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass diese Erkrankungen auch seine Hörschädigung hervorgerufen haben. "Hören und sprechen hängen eng zusammen", erklärt Ludwig. Statt Flasche sage Daniel Flasse, statt Pflaster Faster und statt Gabel Babel. "Aber bei uns bekommt er, anders als in der Regelschule, optimale Entwicklungsmöglichkeiten."

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