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Augsburg

06.02.2020

Bei der Firma Domberger übernimmt der Junior das Steuer

Die Domberger-Firmengruppe ist ein Familienunternehmen. Jetzt steht die fünfte Generation in der Verantwortung: Der 32-jährige Christoph Domberger ist Juniorchef der Firmengruppe mit 120 Mitarbeitern.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bei Domberger steht ein Generationenwechsel an. Unter dem neuen Juniorchef bietet das Unternehmen neuerdings sogenannte Selfstorage-Räume für Privatkunden an.

Es begann im Jahr 1897 mit dem Kauf einer Kutsche und der Übernahme eines Reitinstituts im Georgsviertel: Josef und Maria Domberger gründeten ihre eigene Firma. 123 Jahre später ist das Augsburger Unternehmen weiter in Familienhand, doch Pferde spielen heute keine Rolle mehr. Pferdestärken sind für die Domberger-Gruppe dagegen weiterhin bedeutend. Sie verdient ihr Geld mit Reisen, Umzügen und Logistik. Der Übergang auf eine neue Unternehmergeneration läuft. Das ist ein spannender Prozess.

Christoph Domberger, 32, ist Geschäftsführer des Unternehmens mit 120 Beschäftigten. Gleichberechtigt an seiner Seite steht Carl Domberger. Der 61-Jährige ist der Vater von Christoph. Beide haben vereinbart, dass der Übergang mit alleiniger Verantwortung an den Junior in den nächsten Jahren erfolgen soll. „Es wäre falsch, jetzt schon einen Termin zu nennen“, sagt Christoph Domberger.

Firma Domberger in Augsburg: So läuft die Übernahme

Die Verantwortung ging Schritt für Schritt an ihn. Seit Dezember 2017 ist er Geschäftsführer aller drei zentralen operativen Unternehmen der Firmengruppe. Bei der Augsburger Möbelspedition Carl Domberger fing er im April 2014 in der Führungsposition an. Die Möbelspedition Josef Domberger GmbH folgte 2016. Für Domberger Reisen ist er seit Dezember 2017 in der Geschäftsführerposition. Einzig bei der RED Touristik GmbH, die ebenfalls zur Domberger-Gruppe gehört, ist der Juniorchef außen vor. Diese Firma wird von Vater Carl Domberger und Wolfgang Reim geführt. Für Christoph Domberger steht fest: Wichtig sei, dass der Übergang im Familienunternehmen von langer Hand vorbereitet sei.

Vor dieser Aufgabe steht in Augsburg nicht nur die Firma Domberger. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat in einer Auswertung festgestellt, dass in Schwaben so viele Familienbetriebe vor der Übergabe stehen wie noch nie. Demnach müssen zwischen 2017 und 2021 mehr als 17.000 Firmeninhaber einen Nachfolger finden. Das Thema gewinne weiter an Brisanz, sagt Heide Becker, Leiterin des IHK-Beratungszentrums Recht und Betriebswirtschaft. Von einem erfolgreichen Generationenwechsel in den Unternehmen hingen tausende Arbeitsplätze in der Region ab. Es gehe zudem „um ein gutes Stück unserer Wirtschaftskraft“ und die Fortführung des Lebenswerks verdienter Unternehmer.

Bei Domberger war nicht zwingend absehbar, dass die Nachfolge aus dem eigenen Haus kommt. „Meine Eltern haben jedenfalls keinen Zwang ausgeübt“, sagt Christoph Domberger im Rückblick. Als er sich für ein Betriebswirtschaftsstudium entschieden habe, sei der Weg aber vorgezeichnet gewesen. Nach Abschluss des Studiums stieg Christoph Domberger im Familienunternehmen mit ein. Anfangs war es das Thema Marketing, um das er sich verstärkt kümmerte, der Vater war seinerseits für das Tagesgeschäft verantwortlich. Mittlerweile kooperieren Vater und Sohn auf Augenhöhe. Der Austausch findet vornehmlich in den Büroräumen statt. Familientreffen sind nicht der Anlass, um über Umsätze und Aufträge zu sprechen.

So hat die Familie Domberger die Übergabe geregelt

Eine finanzielle Frage, die ein Familienunternehmen nicht selten vor eine große Herausforderung stellt, wurde vor drei Jahren einvernehmlich geklärt. Der 32-Jährige hat eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder. Beide Geschwister zeigten kein Interesse am Einstieg in die Firma. Sie gehen andere berufliche Wege. Mit Unterstützung des Steuerberaters habe man „eine faire Lösung“ für ihn und seine beiden Geschwister gefunden, sagt Christoph Domberger, dessen Büro am Firmensitz in der Stuttgarter Straße neben dem Büro seines Vaters liegt.

Nach Auskunft der IHK ist der Generationenwechsel für viele Firmen ein hochemotionales Thema. Mancher Seniorchef habe Schwierigkeiten, von seinem Lebenswerk loszulassen.

Bei Dombergers ist Vater Carl Domberger weiterhin im Geschäftsleben aktiv. Am Freitagvormittag gibt es einen Fixtermin, bei dem sich die Geschäftsführer austauschen. Unabhängig davon gibt es die Möglichkeit für den schnellen Austausch, wenn der Vater den Sohn zum Mittagessen nach Hause mitnimmt, berichtet Christoph Domberger: „Mutter kocht. Vater fährt täglich heim, ich bin meist dreimal die Woche am Start.“

Christoph Domberger sagt, es sei aus seiner Sicht immer wichtig, dass ein potenzieller Geschäftsführer sich in einem Familienunternehmen zuvor informiert und den Mitarbeitern ein Stück vertraut ist. Dies sei in einem Familienbetrieb mit einem Nachfolger aus der eigenen Familie leichter zu handhaben.

Firmenübernahme: Die IHK bietet Beratungen an

Zum Angebot der IHK gehören Beratungen über die Unternehmensnachfolge. Im Vorjahr waren es in Schwaben nahezu 400 persönliche Beratungen. Dass er selbst ein Familienunternehmen mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte leite, setzt Christoph Domberger nach seinen Worten nicht unter Druck: „Man kann zunächst stolz sein auf diese lange Geschichte“. Für ihn gehe es darum, eine hohe Verantwortung für die Mitarbeiter und deren Familien zu haben: „Das ist mir bewusst“. Dies bedeute, eigene Ideen ins Unternehmen einzubringen.

Domberger bietet Kunden neuerdings die „Auxbox“ an. Dazu gibt es im Areal des Güterverkehrszent-rums (GVZ) in der Karlsruher Straße einen eigenen Standort. Die Auxbox ist ein sogenanntes Selfstorage Lager. Das heißt: Im Gegensatz zum bislang bestehenden Lagerangebot können Kunden hier selbstständig ein- und auslagern – ganz gleich, ob Saisonausrüstung, Möbel, die gerade nicht benötigt werden, Akten oder Werbematerial. Kunden bekommen einen Zutritts-Chip zum Gebäude und sichern ihr in verschiedenen Größen mietbares Lagerabteil mit eigenem Vorhängeschloss.

Diese Geschäftsidee ist das erste Projekt, das der Juniorchef angestoßen hat. Christoph Domberger ist der Ur-Ur-Enkel von Maria und Josef Domberger. Damit ist die fünfte Generation im Unternehmen in der Verantwortung.

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