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Ferienjobs

20.07.2015

Bei diesen Ferienjobs verdienen Studenten am meisten Geld

Julia Zirn, Studentin der Betriebswirtschaftlehre, jobbt im Bistro Unikum gegenüber der Universität Augsburg. Auch für sie gilt nun der Mindestlohn.
Bild: Peter Fastl

Der Lohn für Aushilfskräfte in Augsburg ist gestiegen, sagt das Studentenwerk. Es hat auch ermittelt, in welchen Branchen man am meisten verdienen kann – und wo es Probleme gibt.

Wenn die Vorlesungen im Sommersemester zu Ende sind, ist Hochsaison für Ferienjobs. Augsburger Studenten können jetzt auch auf eine bessere Bezahlung hoffen. Sie profitieren vom Mindestlohn. Zu diesem Ergebnis kommt das Augsburger Studentenwerk.

Dort hat man das eigene Jobportal im Internet ausgewertet. Ergebnis: Im Vergleich der ersten beiden Halbjahre 2014 und 2015 ist bei Stellenangeboten der durchschnittliche Stundenlohn um 1,17 Euro gestiegen. Als Grund sieht man beim Studentenwerk den neuen Mindestlohn. Laut Pressesprecher Michael Noghero ist die Auswertung zwar nicht repräsentativ. Sie zeigt aber einen klaren Trend.

Zwar werden Jobs nun besser bezahlt. Die Spanne bei der Bezahlung ist aber extrem groß. Auch das ergab die Auswertung. Insbesondere in der Gastronomie habe es viele Jobs gegeben, die unter dem Mindestlohn vergütet wurden, sagt Noghero. Dies sei nun nicht mehr der Fall. Gerade im Service variieren die Stundenlöhne aber erheblich – von den gesetzlich vorgeschriebenen 8,50 Euro bis zu 14 Euro.

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Computerexperten verdienen gut

Von dem Renommee eines Unternehmens kann aber offenbar nicht automatisch auf eine gute Bezahlung geschlossen werden. Noghero sagt, „hochpreisige Restaurants bezahlen ihre studentischen Beschäftigten nicht unbedingt auch besonders gut“. Oftmals werde mit gutem Trinkgeld gelockt. Unter Umständen verdiene man in einer Studentenkneipe unterm Strich mehr.

In welcher Branche kann man als Jobber am meisten Geld verdienen? Auch dazu liefert die Auswertung Zahlen. Körperlich anstrengende Arbeiten, etwa auf dem Bau oder als Umzugshelfer, werden in Augsburg mit bis zu 20 Euro pro Stunde vergütet.

 

Wer sich gut mit Computern oder Software auskennt, bekommt bis zu 30 Euro in der Stunde. Auch Nachhilfelehrer verdienen recht gut. „Hier muss man aber genau prüfen, ob zu der Unterrichtszeit eventuell noch Vorbereitungszeit hinzukommt“, rät Michael Noghero.

Nach Angaben des Studentenwerks halten sich noch nicht alle Arbeitgeber an das neue Gesetz. Noghero: „Wir kennen einige Fälle, in denen kostenloses Probearbeiten verlangt wird, gerade in der Gastronomie.“ Der Mindestlohn gelte aber ab der ersten Arbeitsstunde. Andererseits würden viele Unternehmen auf eine längerfristige Zusammenarbeit setzen und schon aus diesem Grund angemessen zahlen.

Streitfälle gebe es außerdem bei Urlaub und Lohnfortzahlung. Studenten haben als Beschäftigte Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Feiertagsvergütung und bezahlten Urlaub. Wenn im Vertrag dazu etwas anderes steht, ist das ungültig, so Noghero.

Das Mindestlohngesetz hat für Studenten auch eine Kehrseite

Nach seinen Erkenntnissen wissen einige Arbeitgeber nicht, dass auch die studentischen Beschäftigten einen Urlaubsanspruch haben. Manche würden aber auch bewusst den Urlaub verweigern. Das sei nicht rechtens. Häufig reiche aber ein nachdrückliches Schreiben an den Arbeitgeber, rät er, manchmal bleibe aber nur der Gang vors Arbeitsgericht.

Auch für studentische Hilfskräfte an den Hochschulen gelten die neuen Regelungen des Arbeitsrechts. Noghero zufolge gibt es zu diesem Thema regelmäßig Nachfragen in der Beratungsstelle des Studentenwerks. „Für studentische Hilfskräfte ist es heikel, die eigenen Rechte einzufordern, wenn der Chef zugleich der prüfende Professor ist“, sagt er.

Doch auch wenn es fürs Jobben mehr Geld gibt – das neue Mindestlohngesetz hat für Studenten auch eine Kehrseite. Die Vergabe von freiwilligen Praktikumsplätzen, die nicht in der Studienordnung vorgesehen sind und die nach dem Mindestlohn vergütet werden müssen, sei für Unternehmen schwieriger geworden, sagt Peter Lintner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Schwaben.

Als Hintergrund nennen Wirtschaftsexperten die hohen Kosten, den großen administrativen Aufwand und die wachsende Rechtsunsicherheit. Zwar gebe es noch keine Zahlen für die Region, aber doch erste Hinweise, dass Firmen weniger Praktika vergeben, sagt Lintner.

Dies sei aus Sicht der Kammer bedauerlich. „Praktika sind immer ein Stück Ausbildung und Berufsanbahnung.“

Das Studentenwerk Augsburg gibt Tipps

  • Jobangebote: In der Jobbörse des Studentenwerks Augsburg werden ausschließlich Nebenjobs oder Jobs für die vorlesungsfreie Zeit veröffentlicht. Die Arbeitgeber müssen immer einen Stundenlohn angeben.
  • Nachfrage: Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks arbeiten fast zwei Drittel der Studierenden (63 Prozent) neben dem Studium (Stand 2013). Für die Hälfte ist das Geld für die Finanzierung des Lebensunterhalts notwendig.
  • Ratgeber: Allgemeine Informationen zum Jobben gibt es im Internet auf dieser Seite. Zum Thema Arbeitsrecht erteilt auch das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Auskunft: montags bis donnerstags zwischen 8 und 20 Uhr unter der Rufnummer 030/221911004.
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