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Augsburg

09.05.2020

Bekommt der Augsburger Hauptbahnhof eine Halle über den Bahnsteigen?

Der Augsburger Hauptbahnhof aus der Luft. Momentan laufen die Bauarbeiten unter den Bahnsteigen (unser Foto zeigt den Stand vom vergangenen Herbst).
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich fordert für den Hauptbahnhof eine neue Ausbauplanung. Und bringt die Idee einer Bahnsteighalle ins Spiel.

Der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich fordert für den Augsburger Hauptbahnhof für die Zeit nach der Tunnelfertigstellung ab 2023 eine neue Ausbauplanung. Wie berichtet will die Bahn, sobald der unterirdische Straßenbahn- und Fußgängertunnel fertiggestellt ist, 100 Millionen Euro in die technische Erneuerung der Bahntechnik samt neuer Bahnsteigdächer stecken. Ullrich fordert, dass das Thema Aufenthaltsqualität ein stärkeres Gewicht bei Überlegungen bekommt. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, weil man noch einige Jahre zeitlichen Vorlauf hat. Im Zuge des Klimaschutzes wird die Bahn eine neue Renaissance haben, und da müssen auch Zugänge und Aufenthaltsqualität stimmen“, so Ullrich.

Am Bahnhof in Erfurt gibt es eine Halle über den Bahnsteigen, die Reisende vor schlechtem Wetter schützt.
Bild: Michael Reichel, dpa

Konkret fordert er in einem Papier, das er Verkehrsminister Andreas Scheuer ( CSU) geschickt hat und über das er demnächst mit Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sprechen möchte, die Prüfung einer Bahnhofshalle über den Bahnsteigen, wie es sie etwa in Mainz oder Karlsruhe gibt. Eine solche Halle war im Zuge der Bahnhofsplanungen von Kritikern des Bahnhofstunnels, etwa den Initiatoren des Bürgerbegehrens oder dem Steuerzahlerbund-Präsidenten und ehemaligen CSU-Stadtrat Rolf von Hohenhau, gefordert, aber nie ernsthaft weiterverfolgt worden.

Eine Bahnsteighalle würde den Hauptbahnhof attraktiver machen

Ullrich sagt, dass es sich bei einer Halle eher um ein perspektivisches Projekt handle. „Zunächst ginge es um eine Prüfung, was Statik und Kosten betrifft“, so Ullrich. Denkbar wäre eine Konstruktion aus Stahl und Glas. „Die Bahnsteigdächer sind auch ein Schutz, aber bei Westwind und schlechtem Wetter wird es auf den Bahnsteigen doch ungemütlich“, so Ullrich.

Blickvom Bahnsteig F auf die Bauarbeiten. Umbau des Hauptbahnhofs in Augsburg, - Bahnhof, Hauptbahnhof, Hbf., Bahnhofsumbau, Bahnhofstunnel, Straßenbahn-Anbindung. Tunnel, Straßenbahn, Augsburg, Jahrhundertprojekt
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Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs in Bildern
Bild: Bernd Hohlen

Die Ausstattung von Bahnhöfen hinsichtlich der Überdachung hängt bundeseinheitlich geregelt davon ab, welche Wichtigkeit ein Knotenpunkt hat. Wie berichtet war für den Augsburger Hauptbahnhof im Zuge des geplanten Neubaus der Bahnsteigdächer zunächst eine Verkürzung geplant, da Augsburg nicht die nötigen Fahrgastzahlen (aktuell um die 50.000 pro Tag) erreicht. Nach parteiübergreifender Kritik aus der Augsburger Politik und von Fahrgastverbänden werden die Neubaudächer nun unter Berücksichtigung einer Fahrgastprognose künftig ihre bisherige Länge behalten. Das bestätigte die Bahn im März.

Ullrich sieht Augsburger Hauptbahnhof auf Wachstumskurs

Ullrich sagt, dass Augsburg durch die Verknüpfung von Straßenbahn- und Zugverkehr durch den Tunnel und aufgrund der Ausweitung des Fernverkehrsangebots durch die Fertigstellung von Stuttgart 21 mit mehr Fernverkehrsverbindungen durch Augsburg mittelfristig weitere Fahrgastzuwächse haben werde. Damit könne eine Bahnhofshalle doch in greifbarere Nähe rücken.

So sieht die Augsburger Innenstadt von oben aus.
14 Bilder
Bilder aus der Luft: So verändert sich Augsburg
Bild: Ulrich Wagner

Den anstehenden Neubau von Bahnsteigdächern müsse man trotzdem erst einmal weiterverfolgen. „Die Dächer braucht man kurzfristig, die Halle ist ein mittelfristiges Thema, zumal sie nur so lange wäre wie das Bahnhofsgebäude, also 150 bis 200 Meter. Das wäre aber zu kurz, sodass es ohne Dächer nicht geht.“

Der Hauptbahnhof in Augsburg soll nicht nur eine Halle bekommen

Neben einer Halle hat Ullrich eine Reihe kurzfristiger Forderungen. So müsse es am Hausbahnsteig an Gleis 1 eine Verlängerung des Dachs geben, damit die Fahrgäste der dort verkehrenden ICE und IC trocken ein- und aussteigen können. Der südliche Fußgängertunnel nahe des Stellwerks (während der Tunnelbauarbeiten ist das aktuell der Hauptzugang) müsse dauerhaft aufgewertet werden. Denkbar sei etwa eine Rolltreppe von der Südhalle in den Tunnel.

Zudem fordert Ullrich, dass der ehemalige Posttunnel nahe der Pferseer Unterführung, der die Bahnsteige provisorisch im Norden erschließt, dauerhaft geöffnet bleibt. Nach derzeitigen Planungen will die Bahn den Posttunnel mit Inbetriebnahme des neu gebauten Mitteltunnels wieder schließen. „Dabei hat sich dieser Zugang bewährt und die Nutzung hat sich eingespielt“, so Ullrich. Für einen Teil der Fahrgäste werde dies der kürzeste Weg bleiben. Dieser müsse erhalten bleiben, wenn man den Zug als attraktives Fortbewegungsmittel positionieren wolle.

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.05.2020

Das wirkt ja alles sehr durchdacht. Hat man denn zuvor nicht nachgedacht? Man könnte meinen, die sieben Schwaben bauen wieder einmal und wollen dem grandiosen BER Konkurrenz machen.

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09.05.2020

Vielleicht findet die Augsburger CSU statt solcher Luftschlösser erst mal einen Ausgang für die Tram im Westen, ohne Fahrgäste und Autofahrer in ein Stauchaos zu stürzen?

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27.05.2020

Da hilft nur Straßen neu malen (echte Planung ist out) und möglichst viele Fahrspuren entfernen. Weniger Straße bedeutet ja weniger Autos! Funktioniert nicht der Rückbau? Oh Wunder! Es hatte wohl einen Grund weshalb früher zusätzliche Fahrbahnen gebaut wurden...

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29.05.2020

Der Masse der Autofahrer fehlt auch der konstruktive Ansatz. Eher jammert man über Parkgebühren, Radfahrer und ÖPNV-Spuren, statt eigene klare Vorstellungen zu äußern.

Also z.B. so strukturiert als Gesamtkonzept mit Ihren Schwerpunkten?

>>
Tram auf planfestgestellter Trasse durch die Rosenaustraße?
Darunter ein Autotunnel zwischen Portal West und der Pferseerstraße für den notwendigen Durchgangsverkehr?
Darüber ein echter verkehrsberuhigter Bahnhofsvorplatz mit PLATZ für Tram, Fußgänger, Radfahrer, Taxis, Kiss and Ride, Bushaltestellen?
Eine Fahrradachse/Fahrradstraße zwischen Kö und Wertachufer - via Bahnhofstraße, westliche Viktoriastraße, Pferseer Tunnel, Perseer Straße?
Dem Erhalt der Haltestelle „Rosenaustraße“ in der verkehrsberuhigten Pferseer Straße mit bequemer Anbindung der umliegenden Wohnbebauung?
Allen Möglichkeiten für eine künftige Linie 5?
Einer Neuverteilung des Platzes auf der Pferseer Brücke nach Entfall der Haltestelle? Vielleicht mit by-pass zwischen Lutzstraße und Perzheimstraße?
Einer Sperrung der Hessenbachstraße mit neuem Platz am Eingang nach Pfersee?

Ein echtes neues Verkehrskonzept statt Zuschussabzocke?
>>

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