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05.06.2009

Beratung per Hotline statt Tipps vom Arzt?

Inningen (AZ) - Dass Gesundheit und Hausarztversorgung für viele Bürger wichtige Themen sind, zeigte sich bei der Veranstaltung "Ist die Hausarztversorgung noch gewährleistet?" Über 100 Bürger folgten der Einladung der SPD Inningen in die Vereinsgaststätte des FSV. "Das Interesse hat uns ziemlich überrascht. Wir mussten sogar Leute wieder nach Hause schicken", sagte Stadtrat Willi Leichtle.

Als Referenten hatten die Sozialdemokraten den Inninger Hausarzt Maximilian Herz und die Augsburger Professorin Anita Pfaff eingeladen. Pfaff sprach über die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems hin zum jetzigen Gesundheitsfonds. Sie stellte die Komplexität der Thematik dar und machte deutlich, wie schwer es aufgrund der vielen Akteure im Gesundheitssystem sei, Problemen schnell entgegenzuwirken.

Zusätzliches Geld kommt nicht bei Medizinern an

Verblüfft zeigten sich viele Teilnehmer über die Erklärung, dass von der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ( SPD) 3,9 Milliarden mehr für die Hausärzte zur Verfügung gestellt wurde, das Geld aber oft nicht bei den Hausärzten ankomme. Wo das Geld verloren geht, konnte auch Maximilian Herz nicht sagen. "Zu mir gelangt es auf jeden Fall nicht", sagte er. Er berichtete den Besuchern zudem vom Verwaltungsaufwand, den er neben der medizinischen Betreuung leisten müsse. Anhand einer Power-Point- Präsentation und Zahlenmaterial stellte Herz dar, dass die Hausarztversorgung in Deutschland nicht in der Zukunft, sondern bereits heute gefährdet sei. Grund hierfür seien die zunehmenden Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Die Alternative zu Hausärzten sei nach Meinung einiger Krankenkassen ein sogenanntes "Callcenter-Modell". Patienten könnten sich dann nur noch fernmündlich beraten lassen und nur in schweren Fällen "Callcenter" mit angestellten Allgemeinärzten aufsuchen, die es aber nur in Ballungsräumen geben soll.

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