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Augsburg

16.02.2019

Bergheim bekommt wieder eine Metzgerei

Fabian, Julia, Benedikt und Alois Stork vor dem Rohbau des neuen Hofladens auf dem Stork-Hof in Bergheim.
Bild: Fridtjof Atterdal

Im Sommer eröffnet die Familie Stork einen neuen Hofladen. Dort wird es nicht nur Fleisch geben. Wie der Einzelhandel im Stadtteil erhalten bleiben kann.

Gute Einkaufsmöglichkeiten sind für einen attraktiven Stadtteil essenziell. In der Vergangenheit haben in Bergheim mehrere Nahversorger aufgegeben. Die Stadtsparkasse hat ihre Filiale geschlossen, neben der Metzgerei Naumann hat der Stadtteil auch einen Bäcker verloren. Doch es gibt Bergheimer, die diesem Trend entgegentreten. Der Landwirt Alois Stork baut gerade auf seinem Hof einen neuen Hofladen mit Metzgerei und einer Produktionsstätte für die hofeigenen Metzgereiprodukte. Und wenn die Kunden den Laden annehmen, könnte auch noch eine Bäckerei mit Imbiss und Mittagstisch dazukommen, verspricht Stork.

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Der Rohbau für das neue Gebäude ist fast fertig – wenn alles glatt läuft, will er im Sommer eröffnen, so Stork. Seit rund 15 Jahren ist der Hofladen im Keller des Wohnhauses untergebracht. Ursprünglich gab es dort das eigene Rindfleisch zu kaufen. Seitdem Alois Stork als Metzger den Meister gemacht hat, hat er auch das Sortiment an Fleisch- und Wurstwaren ausgeweitet.

Rindfleisch aus eigener Aufzucht und regionale Lebensmittel

Im neuen Hofladen wird es Rindfleisch aus eigener Aufzucht geben, aber auch Schweinefleisch- und Produkte von der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Geflügel, Eier und Nudeln kommen aus dem Kloster St. Ottilien. Auch Obst und Gemüse können die Kunden aus Bergheim und dem Umland künftig in dem kleinen Laden kaufen. Die Produkte seien nicht „bio“ zertifiziert, aber hochwertige Lebensmittel aus der Region, betont Stork. Rund 40 Quadratmeter soll der neue Laden groß werden, dazu kommen Räume für die Fleischereiprodukte.

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Derzeit hat der Stork-Hofladen nur freitags und samstags geöffnet. Daneben gibt es einen Automaten, aus dem sich die Bewohner frische Ware ziehen können. Die Öffnungszeiten sollen ausgeweitet werden, wenn der neue Laden geöffnet hat. Nebenan im Gebäude gibt es noch Platz für einen weiteren Ausbau, sagt Ehefrau Julia Stork. „Wir warten ab, wie der Laden läuft und entscheiden dann“, erklärt sie. Dort könnte ein Imbissbereich entstehen, eventuell findet man auch jemanden, der frische Backwaren anbieten möchte.

Schließung der alten Metzgerei war ein Verlust für den Stadtteil

Seit die Metzgerei Naumann geschlossen wurde, hätten die Bergheimer teilweise lange Wege, sagt die Bergheimer Stadträtin Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg). Zwar gibt es eine Bäckerei im Nahkauf, auch die Postfiliale ist dort untergekommen. Doch gerade die Menschen im Süden des Stadtteils vermissten den Laden. „Für einige gehörte es einfach dazu, sich morgens Semmeln und die Zeitung zu holen – für die ist der Stadtteil nicht mehr so attraktiv“, hat man ihr berichtet. Auch die Brotzeit aus der heißen Theke geht den Menschen ab – auch viele Durchreisende hätten von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Jetzt orientierten sich die Bergheimer zum Einkaufen nach Inningen oder nach Göggingen.

Aus diesem Grund begrüßt Schabert-Zeidler das Engagement der Storks. Und sie glaubt, dass die Bergheimer dort gerne einkaufen werden. „Ich bin auch über den Partyservice der Storks froh – auf diese Weise haben die Vereine in Bergheim wieder einen Ansprechpartner für ihre Feste“, so die Stadträtin und Arge-Vorsitzende. Allerdings: Jetzt gelte es, die noch verbliebenen Geschäfte und Gaststätten zu erhalten. „Wir sind sonst ja gut ausgestattet, wir haben einen Friseur, einen Supermarkt, den Baustoffhandel Eser“, sagt sie. „Und nicht zu vergessen unsere zwei Gaststätten.“ Die sich nur halten können, wenn die Bergheimer dort einkaufen beziehungsweise zum Essen gehen. Der Sparkassenautomat, den viele Bergheimer vermissen, habe nach ihren Nachforschungen nur 200 regelmäßige Kunden gehabt – alle anderen hätten sich in der Stadt versorgt. Das Schicksal, so hofft sie, soll den übrig gebliebenen Geschäften und Dienstleistern erspart bleiben.

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