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Augsburg

19.10.2019

Bergheim hat wieder eine Metzgerei

Julia und Alois Stork bedienen Silvia Rau (von links) in der neuen Bergheimer Metzgerei.
Bild: Peter Fastl

Die Nahversorgung in dem Stadtteil wurde in den letzten Jahren ausgedünnt. Jetzt hat Landwirt Alois Stork investiert. Die Öffnungszeiten sind noch eingeschränkt.

Eine gut funktionierende Nahversorgung ist ein wesentliches Element, wenn es um die Lebensqualität in einem Stadtteil geht. In den letzten Jahren hatten die Bergheimer hier einige Verluste zu beklagen. Schmerzlich vermisst wurde unter anderem ein Metzger, nachdem die Metzgerei Naumann dort ihre Türen geschlossen hatte. In die Lücke ist jetzt der Landwirt Alois Stork gesprungen – mit einer Metzgerei mit Mittagstisch und einer eigenen Produktionsstätte im Gebäude. Seit wenigen Tagen hat die Hofmetzgerei an zwei Tagen in der Woche geöffnet.

Um die Mittagszeit ist es am Freitag ziemlich voll in dem 40 Quadratmeter großen Ladengeschäft auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Storks. Immer wieder geht die Türe, Kunden kommen, um sich etwas Warmes zum Essen mitzunehmen, Fleisch einzukaufen oder um eine Bestellung abzuholen. Es duftet nach gebratenem Fleisch und Leberkäse, die Auslage in den neuen Glasvitrinen ist voll mit Wurst, Schinken und verschiedenen Fleischspezialitäten. Daneben appetitlich angeordnet liegen Stücke vom Rind und Schwein, auch Geflügel und Käse ist zu haben. An der rückwärtigen Wand des kleinen Ladens steht ein „Dry-Age“-Schrank, in dem große T-Bone-, Ribeye- und Tomahawksteaks mehrere Wochen lang vor den Augen der Kundschaft veredelt werden.

Der Mittagstisch wurde erweitert

Früher gab es im kleinen Hofladen mittags vor allem warmen Leberkäse, jetzt hat man die Auswahl zwischen Braten, Fleischpflanzerln, drei Sorten Leberkäse und noch anderen warmen Gerichten. Heute gibt es nur Kartoffelsalat als Beilage, was aber am Eröffnungsstress liegt, wie Stork versichert. „Wir haben erst gestern Abend die letzten Schränke bekommen und sind auf den letzten Metern noch ziemlich ins Schwitzen gekommen“, berichtet er. Doch jetzt ist alles gut, das Projekt Metzgerei läuft und über mangelndes Interesse können sich die Storks zumindest an diesem Tag nicht beschweren.

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Silvia Rau ist Nachbarin und hat auch bisher regelmäßig in dem kleinen Hofladen eingekauft. Dass daraus jetzt eine richtige Metzgerei geworden ist, findet sie prima. Gerade verstaut sie ihre Einkäufe, neben einer großen Portion Leberkäse zum Mittagessen hat sie Fleisch erstanden, das jetzt sauber vakuumiert in der Tasche verschwindet. Auch der Hund soll nicht zu kurz kommen, für ihn gibt es ordentliche Fleischknochen.

Gleich nach ihr ist die Neubergheimerin Tanja Werther an der Reihe. Die Stammkundin muss nicht lange warten, sie hat den „WhatsApp“-Service der Storks genutzt und ihre Bestellung per Smartphone aufgegeben. Unter einer Telefonnummer, die man auf der Homepage der Metzgerei findet, kann man hier seine Wünsche äußern und auch einen Newsletter-Service aktivieren. „Nachdem wir so lange keinen gescheiten Metzger mehr in Bergheim hatten, passt das so“, sagt die Kundin. Die Möglichkeit vorzubestellen und die Ware dann jederzeit abzuholen, gleicht ihrer Meinung nach die derzeit noch stark eingeschränkten Öffnungszeiten aus.

Bestellungen mit dem Smartphone

Nur Freitag von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr ist die Bergheimer Metzgerei geöffnet. Mehr schafft das Ehepaar nicht, schließlich muss Alois Stork die Ware produzieren – und außerdem stehen 80 Milchkühe und 60 Bullen im Stall, die versorgt werden wollen. 1995 begann Alois Stork sen. mit dem Verkauf von Rindfleisch aus eigener Aufzucht direkt ab Hof. Mittlerweile führt Sohn Alois Stork jun. den Betrieb und erweitert regelmäßig das Angebot. Neben dem eigenen Rindfleisch gibt es in der Metzgerei Schweinefleisch von der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Der Käse stammt von der Käserei Gunzesried.

Nur wegen des Schweinefleischs aus Schwäbisch-Hall ist Helmut Elias aus Königsbrunn gekommen. „Das ist ein ganz außergewöhnlich gutes Fleisch, das man hier in der Gegend kaum bekommt“, sagt der Kunde, der hobbymäßig selbst Schinken räuchert. „Das Fleisch wird bei mir im Oktober eingelegt und kommt dann für einige Wochen ins Holzfass“, erklärt er.

Wenn alles gut läuft, könnte sich Alois Stork vorstellen, im nächsten Jahr eine Verkäuferin einzustellen, die Ehefrau Julia unterstützt. Dann könnte man auch über eine Ausdehnung der Öffnungszeiten nachdenken, so der Metzger.

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