1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Bergheim soll schöner werden

Augsburg

13.06.2018

Bergheim soll schöner werden

Der Platz vor der Kirche St. Remigius soll nach Ansicht der Gutachter zum Ortsentwicklungskonzept neu gestaltet werden. Sie stellen sich Pflanzen und einen Brunnen vor.
Bild: Peter Fastl

Baureferent Gerd Merkle stellt die Ergebnisse des Ortsentwicklungskonzeptes für Bergheim vor.Die Diskussion zeigt, wie zerrissen der Ort bei der Frage nach neuen Baugebieten ist.

Das Interesse war riesig, als am Montagabend Baureferent Gerd Merkle und Gutachter Jochen Baur die Ergebnisse zum Bergheimer Ortskonzept präsentierten. In der Gaststätte Jägerhaus drängten sich die Bergheimer, um zu erfahren, wie die Zukunft ihres Stadtteils aussehen soll. Am Rande der Veranstaltung kam es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern einzelner möglicher Bauflächen.

Unumstritten war der Vortrag des Münchner Stadtplaners Baur, der seine Erkenntnisse und Vorschläge zum inneren Bereich des Stadtteils vorstellte. Nach Ansicht von Baur sollte der Begriff „ländliches Idyll“ für Bergheim unbedingt erhalten bleiben. Der dörfliche Charakter des Stadtteils mache auch seinen Charme aus – allerdings gebe es einigen Verbesserungsbedarf. „Bergheim ist ein typisches Straßendorf“, so der Stadtplaner. Die Gebäude an der Straße bildeten den wesentlichen Straßenraum – mit schmalen Gehwegen und einer überbreiten Fahrbahn. „Der öffentliche Straßenraum ist vernachlässigt“, so seine Analyse.

Kirchplatz mit Grünpflanzungen und einem Brunnen

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Ortseingänge bedürften dringend einer Gestaltung, der Dorfkern müsse aufgewertet werden. Besonderer Gestaltung bedürfen nach Meinung des Gutachters im Norden der Bereich um die Einmündung der Kathreinerstraße in die Hauptstraße, im Süden der Bereich Bannackerstraße/Goldwiesenstraße sowie der Bereich um die Kirche. Die zentrale Achse entlang der Hauptstraße müsse entsprechend in Form gebracht werden. Als Lösungsvorschläge zeigte Baur Beispielskizzen vom Kirchplatz mit Grünpflanzungen und einem Brunnen. Gehwege sollten barrierefrei abgesenkt und verbreitert werden. Bergheim habe im bestehenden Ort noch große Flächenpotenziale, die ausgeschöpft werden sollten. Wenn alle Baulücken zusammengenommen werden, wären das rund fünf Hektar Platz für Bebauung – mögliche Flächen zur Nachverdichtung seien dabei noch gar nicht berücksichtigt. Der Vortrag des Stadtplaners wurde mit Applaus bedacht. Baureferent Gerd Merkle sagte, er werde dem Stadtrat berichten, dass die Verbesserung der Einfallstraßen und die innere Entwicklung des Ortes auf breite Zustimmung gestoßen seien.

Kontroverse Diskussion um Erweiterungsflächen

Kontrovers war dagegen die Diskussion um Erweiterungsflächen im Außenbereich, die Merkle aus dem Gutachten vorstellte. Vier mögliche Flächen für neues Bauland wurden in der Bürgerwerkstatt von den Bergheimern ins Spiel gebracht und vom Gutachter geprüft. Eine der Flächen mit einer Größe von rund drei Hektar liegt zentral im Ort, ist aber laut Merkle schwierig, weil es hier Probleme mit einem hohen Grundwasserstand gibt und außerdem dort ein Reitstall beheimatet ist. Wenn man sich für diese Fläche entscheide, seien die Probleme aber baulich zu lösen.

Eine weitere untersuchte Fläche von 3,7 Hektar, nördlich der Paul-Lincke-Straße, steht derzeit nicht zur Verfügung, weil die Eigentümer nicht verkaufen wollen.

Im Westen von „Zum Fuggerschloss“ gibt es eine Fläche mit rund 1,3 Hektar, die direkt an das Landschaftsschutzgebiet grenzt – im Osten von „Zum Fuggerschloss“ gibt es ein Gebiet mit 1,5 Hektar, das aber laut Merkle nur erschlossen erden könne, wenn die umstrittene Nachbarfläche ebenfalls Bauland würde. Um die westliche Fläche „Zum Fuggerschloss“ gibt es heftigen Streit zwischen Naturschützern wie der Umweltinitiative Bergheim und den Eigentümern. Auch auf der Versammlung gingen die Lager verbal aufeinander los. Einer der Eigentümer warf den Baugegnern vor, dass Bergheim zur „Schlafstadt und zum Altenheim“ verkommen würde, wenn junge Leute nicht mehr bauen dürften. Die Naturschützer konterten, dass sie Eingriffe in den Naturpark verhindern wollten und nicht grundsätzlich gegen neue Baugebiete seien. Die Diskussion zeigte, dass die Mehrheit der Bergheimer dafür ist, die Außenentwicklung zu begrenzen und zunächst die Flächen im Ort zu bebauen.

Laut Gerd Merkle wird das Ergebnis dieser Diskussion im Stadtrat vorgestellt. Noch im Juli sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Der Ausgang sei in diesem Fall ungewiss – es gebe auch im Stadtrat quer durch die Fraktionen Befürworter und Gegner für eine Bebauung des Gebietes „Zum Fuggerschloss“.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Badesee_Jettingen_Juni18_20_2(1).tif
Sommer

Wenn die Sonne den Rückwärtsgang einlegt

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen