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Augsburg

14.06.2013

Bernd Kränzle versöhnt sich mit Leserbrief-Autorin Johanna Holm

Die Wogen in der Leserbrief-Affäre glätten sich: Der Landtagsabgeordnete Bernd Kränzle hat sich bei Autorin Johanna Holm entschuldigt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Wogen in der Leserbrief-Affäre glätten sich: Bernd Kränzle hat sich bei Autorin Johanna Holm entschuldigt. Und auch Johannes Hintersberger räumt Fehler ein.

In einem persönlichen Gespräch in Kriegshaber hat sich gestern Vormittag CSU-Landtagsabgeordneter Bernd Kränzle bei Leserbriefschreiberin Johanna Holm entschuldigt, gegen die er noch vor einigen Tagen juristisch vorgehen wollte. Es gab nicht nur Blumen, sondern eine „offene und ehrliche Aussprache“, wie Johanna Holm bestätigt. „Wir haben uns sozusagen miteinander versöhnt“, sagt Kränzle. Die Initiative dazu ging vom Politiker aus.

Auch in der politischen Aufarbeitung der Leserbrief-Affäre, die bundesweit Schlagzeilen gemacht hat , setzt die CSU auf Schadensbegrenzung. Bezirkschef Johannes Hintersberger hat gestern erstmals in dieser Form eingeräumt, dass das Krisenmanagement nicht das Beste gewesen sei. Es sei „ein Fehler gewesen“, juristisch gegen eine Leserbriefschreiberin vorzugehen.

Versäumnisse beim Krisenmanagement

Die Politiker Bernd Kränzle und Rolf von Hohenhau hätten diesen Fehler mittlerweile eingeräumt und Konsequenzen gezogen. Dass er von den Parteifreunden nicht über deren anfängliches Vorgehen informiert wurde, will Hintersberger nicht weiter kommentieren.

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Johannes Hintersberger sagt: „Es war nicht die CSU Augsburg, die gegen die Leserbriefschreiberin vorgegangen ist.“ Dass beim Krisenmanagement anfangs manches schief gelaufen ist, musste sich Hintersberger von mehreren Seiten anhören. Ihm fällt kein Argument ein, um zu widersprechen. In eigener Sache sagt der Landtagsabgeordnete, der sich kommenden Mittwoch zur Wiederwahl als Bezirkschef der CSU stellt: „Die aktuelle Geschichte war sicher nicht dienlich vor dem Parteitag.“

Trotz aller öffentlicher Kritik an der Führung sieht Hintersberger die Augsburger CSU jetzt in etwas ruhigeren Fahrwassern. Die Schelte von Parteichef Horst Seehofer, die es am Mittwochmittag gegeben hat, sei verstanden worden.

Der Bezirksvorsitzende, der 2011 den scheidenden Bundestagsabgeordneten Christian Ruck als Parteichef abgelöst hatte, sagte am Donnerstag: „Ich habe mit Horst Seehofer ein gutes Gespräch geführt. Für ihn ist die Sache erledigt.“ Erledigt deshalb, weil Kränzle und von Hohenhau nicht nur ihren Fehler eingeräumt hätten, sondern auch notwendige Schlüsse gezogen hätten. Die Unterlassungserklärung gegen Johanna Holm wurde zurückgezogen. Zudem sei man auf Frau Holm zugegangen.

Parteichef Seehofer zu Besuch

Wenn am Mittwoch im Haus St. Ulrich ab 18 Uhr der Parteitag stattfindet, stehen die Christ-Sozialen unter Beobachtung. Parteichef und Ministerpräsident Seehofer ist vor Ort. Sein Kommen war zwar weit vor Bekanntwerden der Leserbrief-Affäre vereinbart, doch dürfte unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklungen Seehofers Anwesenheit mehr Brisanz aufweisen.

Die Wahlen sind Spiegelbild des innerparteilichen Zusammenhalts oder des Auseinanderdriftens. Klar ist, so ist zu hören, dass Hintersberger keinen Gegenkandidaten erhält. Spannender verspricht, die Frage der Stellvertreter zu werden. Volker Ullrich, Thorsten Große und Claudia Haselmeier machen weiter. Stadträtin Daniela Dafler hört auf, sie möchte etwas kürzer treten.

Nach Informationen unserer Zeitung gilt der Bergheimer Ortsvorsitzende und Bezirksschatzmeister Hubert Goßner als heißer Kandidat für den Stellvertreterposten. Ihm ist die Unterstützung des Kreisvorsitzenden West, Rolf von Hohenhau, gewiss.

Hubert Goßner soll Parteivize werden

Hubert Goßner ist ein guter Freund des früheren CSU-Stadtrats Tobias Schley. Dies ist deshalb von Bewandtnis, weil Goßner im Vorjahr als Zeuge im Schley-Prozess auftrat. Seine damaligen Aussagen riefen die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Im Raum standen Falschaussage und Strafvereitelung. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch. Entscheidend sei, was das Berufungsverfahren gegen Schley ergebe. Der Termin steht noch nicht fest.

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