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Augsburg

13.12.2018

Beste Freundinnen teilen sich Pfarrstelle in Pfersee

Marianne Werr (links) und Sabine Dempewolf übernehmen im Frühjahr gemeinsam die 1. Pfarrstelle in St. Paul in Pfersee.
Bild: Irmgard Hoffmann

Sabine Dempewolf und Marianne Werr übernehmen im Frühjahr gemeinsam die evangelische Gemeinde St. Paul

Dass sich ein Ehepaar eine Pfarrstelle teilt, kommt öfters vor. Dass sich zwei Pfarrerinnen als Doppelpack gemeinsam auf eine Stelle bewerben, ist eher die Ausnahme. Sabine Dempewolf und Marianne Werr haben diese Variante für sich gewählt. Die beiden kennen sich seit genau 30 Jahren, als sie am ersten Tag ihres Theologiestudiums im Griechischunterricht nebeneinander saßen. Seitdem sind sie beste Freundinnen. „Irgendwann gehen wir zusammen als Pfarrerinnen in eine Gemeinde“; haben sie sich schon damals vorgenommen.

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Angehende Pfarrer ausgebildet

Lange aber hat sich die Möglichkeit nicht ergeben. Werr wurde Pfarrerin in Petershausen und leitet seit 2008 die Gebärdensprachliche Kirchengemeinde in Augsburg. Dempewolf ging mit ihrem Mann, der ebenfalls Pfarrer ist, für drei Jahre nach England, bevor sie sich mit ihm die 1. Pfarrstelle an der Christuskirche in Haunstetten teilte. In den letzten beiden Jahren bildete Dempewolf angehende Pfarrerinnen und Pfarrer der Bayerischen Landeskirche aus.

Sich gemeinsam auf eine Stelle zu bewerben, habe viele Vorteile, meint Werr. „Wir haben die schöne Begabung, miteinander etwas zu bedenken und entwickeln zu können.“ „Und danach auch tatkräftig zu werden“, ergänzt Dempewolf.

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Die Pfarrerinnen unterscheiden sich

Die Entscheidung für St. Paul mit seinen 3400 Mitgliedern sei deshalb eine sehr bewusste gewesen. Es gebe hier eine lebendige Gemeinde und spannende, konzeptionelle Herausforderungen bei den kirchlichen Gebäuden. „Wir wollen gerne daran mitarbeiten, auch zukünftig die innere und äußere Gemeinde aufzubauen“, sind sich beide einig. Dabei gehören für sie Glaube und Welt zusammen. Gottesdienst, Seelsorge, gemeindliches Leben und aktives Handeln im Stadtteil seien wichtige christliche Elemente. Durch ihren Werdegang und ihre Persönlichkeit unterscheiden sich die Pfarrerinnen aber auch. „Wir haben das Vertrauen, dass wir gemeinsam etwas können und jede von uns auch ihre eigenen Stärken hat“, sagen sie.

Aufgaben werden verteilt

Deshalb sei eine Aufgabenverteilung einfach. Dempewolf wird die pfarramtliche Geschäftsführung übernehmen, den Kirchenvorstand leiten und die Kitas theologisch begleiten. Werr wird Religionsunterricht geben und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein. Gottesdienste, Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten werden beide halten und auch Gemeindemitglieder besuchen. Alle weiteren Aufgabenbereiche werde man gemeinsam mit dem Hauptamtlichenteam und dem Kirchenvorstand planen und verteilen.

Weil das Pfarrhaus in Pfersee marode ist, wird dort zum Dienstbeginn im Frühjahr allerdings keine der beiden Pfarrerinnen einziehen. Die 52-jährige Marianne Werr wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern (15,18,19) in Kriegshaber, die 49-jährige Dempewolf mit ihrem Mann und vier Kindern (11, 14, 16, 19) im Haunstetter Pfarrhaus. Vor Ort in Pfersee werden sie Büro und Arbeitsräume haben und dort auch erreichbar sein. Darüber hinaus bleibt Werr Pfarrerin der Gebärdensprachlichen Gemeinde in Augsburg, die sich in St. Thomas in Kriegshaber trifft. (AZ)

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