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Augsburg

22.10.2020

Besuch nur noch in Ausnahmefällen: Uniklinik verschärft die Regeln

Am Universitätsklinikum Augsburg wird der Besucherverkehr wegen steigender Corona-Infektionszahlen ab Freitagnachmittag stark eingeschränkt.
Bild: Wyszengrad (Archiv)

Plus Weil die Corona-Zahlen steigen, dürfen Besucher das Augsburger Klinikum nur noch in Ausnahmefällen betreten. Im Bezirkskrankenhaus gilt sogar ein Besuchsverbot.

Ganz Bayern ist Corona-Risikogebiet. Deshalb schränkt die Uniklinik Augsburg (UKA) ab Freitagnachmittag den Zugang für Besucher stark ein. Die Regelung sei vom Gesamtvorstand beschlossen worden, heißt es in einer Mitteilung. Sie sei mit Blick auf die angespannte Lage und die Prognosen zum Infektionsgeschehen notwendig.

Angespannte Lage in der Augsburger Uniklinik wegen Corona

Michael Beyer, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKA, warb öffentlich um Verständnis für die Einschränkung des Besucherverkehrs. Allen im Klinikum sei bewusst, wie wichtig Besuche von Angehörigen für Patienten sind. "Aber die Dynamik bei den Neuinfektionen und den Covid-Patienten-Zahlen lassen uns leider keine andere Wahl", so Beyer.

Die aktuelle Situation bezeichnet er als durchaus angespannt. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten in den nächsten Tagen und Wochen rasant steigen wird", so Beyer. Seine Prognose: Die zweite Corona-Welle werde das Uniklinikum weit wuchtiger treffen als die erste.

Weitere Covid-Intensivstation geht in Augsburg ans Netz

Stand Donnerstagnachmittag befanden sich in der Uniklinik 47 Covid-19-Patienten. Davon mussten zwölf auf der Intensivstation behandelt werden. Ebenfalls behandelt wurden zehn Verdachtsfälle. Zudem sollen sieben Corona-Patienten von anderen Krankenhäusern ans Uniklinikum verlegt werden.

Eine Sprecherin im UKA betonte, die Versorgung von Notfallpatienten sei "zu jedem Zeitpunkt 100-prozentig gewährleistet". Auch die ambulante Versorgung von dringlichen Patienten werde aufrechterhalten. Nach dem Stand von Donnerstag wurden noch keine planbaren Eingriffe abgesagt. Wie lange das so bleibe, könne man aber angesichts der dramatischen Steigerungsraten bei den Neuinfektionen nicht sagen.

Das sind die neuen Besucherregeln am Uniklinikum

Das sind die neuen Regeln für Besucher: Um Patienten, Mitarbeiter und Angehörige zu schützen, dürfen Besucher ab Freitagmittag das Uniklinikum nur noch in begründeten Ausnahmefällen betreten. Die Ausnahmen betreffen etwa die Kinderklinik und Geburtshilfe, die Palliativstation sowie im Sterben liegende Patienten. Besuche auf Intensivstationen sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Eine weitere Ausnahmeregelung gibt es für die Begleitung von Patienten, die eine besondere Unterstützung durch Familienmitglieder benötigen. Angehörige von Notfallpatienten sollen sich im Schalterbereich der Notaufnahme verabschieden.

Die vom Patienten benannte Kontaktperson darf als Besucher täglich zwischen 14 und 19 Uhr für eine Stunde ans Krankenbett kommen. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert, dass die Regeln eingehalten werden. Im Haus verteilt sind Hinweisschilder und -plakate angebracht, die über die Beschränkungen für Besucher informieren.

Um die einschneidende Maßnahme für die Patienten und Angehörige besser erträglich zu machen, hat der Gesamtvorstand der Uniklinik eine kostenlose Nutzung von Telefon und WLAN für Patienten beschlossen.

Bezirkskrankenhaus verhängt Besuchsverbot

Noch einen Schritt weiter geht das Bezirkskrankenhaus Augsburg (BKH). Dort wurde wegen der steigenden Corona-Zahlen zum Schutz von Patienten und Beschäftigten bis auf Weiteres ein Besuchsverbot erlassen. Es gilt ab Freitag, 23. Oktober. Ausnahmen gibt es nur bei der Begleitung Sterbender, bei einem Besuch von Patienten, die einer besonderen Unterstützung bedürfen, oder bei medizinisch indizierten Besuchen. Diese müssen im Einzelfall und auf Anfrage bei den zuständigen Oberärzten genehmigt werden, teilt das BKH mit. Außerdem sind Besuche außerhalb der Klinik möglich, zum Beispiel auf dem Klinikgelände im Umfeld der Dr.-Mack-Straße im Stadtteil Kriegshaber. Auch Angehörigengespräche mit Fachpersonal und die Kindersprechstunde sind weiter zugelassen.

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