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Augsburg

26.02.2013

Betreiber von Pflegeeinrichtung boykottiert Heim-Prüfung

Ein Heimbetreiber sieht rot: Armin Rieger rückte bei der Prüfung einen Ordner nicht heraus.

Heim-Chef Armin Rieger will eine schlechte Note, um das System anzuprangern

Das Pflegeheim Haus Marie ist beim Pflege-TÜV von der Bestnote 1,0 auf 3,6 abgerutscht – mit Absicht. Der Betreiber Armin Rieger hatte sich bei der Prüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) geweigert, einen Ordner mit konzeptionellen Unterlagen herauszugeben. Damit wollte er den umstrittenen Pflege-TÜV bloßstellen, den er als „Verbrauchertäuschung“ bezeichnet.

In Bayern liegt der Notendurchschnitt bei 1,3 auf einer Skala von 1 bis 5. Und das, obwohl die meisten Heimträger inzwischen zugeben, dass Pflege wegen Kostendrucks und schlechten gesetzlichen Personalschlüssels am Limit ist und sogar der MDK sich andere Prüfungsinstrumente wünscht. Rieger sagt „das kann nicht sein“. Er hat bereits 2011 gegenüber unserer Zeitung dargelegt, wie es möglich wäre, die Note zu verbessern, ohne die Pflege zu verändern.

Nun geht er einen Schritt weiter. Weil der Pflege-TÜV aufgrund nicht vorgelegter Dokumente Aspekte wie Hygiene und Verpflegung nicht beurteilen konnte, mussten die Prüfer jeweils die schlechteste Note vergeben.

„Wir sind jetzt das schlechteste Heim Bayerns“, sagt Rieger – erfreut. Sorgen um die Auslastung seines kleinen Heims in der Jakobervorstadt macht er sich nicht. „Unser Ruf ist sehr gut.“ Er würde sich wünschen, dass andere bei dem Boykott mitmachen. „Heimleiter sagen mir, sie fänden das gut, aber die Träger, oft Wohlfahrtsverbände, lassen es nicht zu.“ Heute wird er das im Landtag ansprechen. Dort findet das Symposium „Hart an der Kante – Pflege in Bayern“ statt.

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