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Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland

30.06.2009

Bild mal anders

Der Typ auf dem Foto hat struppige graue Haare und sieht aus wie ein Penner. Aber irgendwas müssen die Frauen an ihm finden. Überall in seinem Gesicht sieht man die Abdrücke von Küssen und Lippenstift. Was das wohl für einer ist?

Neugierig machen. Genau das will die neue Fotozeitung "Der Greif". Johnny Amore aus Berlin, der schräge Typ auf dem Titelbild, erfüllt unzweifelhaft diesen Anspruch. Der selbst ernannte Superheld ist einer von fast hundert Menschen, die ein Foto für das Magazin eingeschickt haben. Und eben weil er ein interessanter Mensch ist, landete er auf dem Cover.

Erst machten Freunde mit

Hinter der neuen Fotozeitung "Der Greif" steht ein junges Team. Zu den kreativen Köpfen zählen zwei Studenten der Hochschule Augsburg: Leon Kirchlechner und Simon Karlstetter sind beide 23 Jahre alt. Sie studieren Kommunikationsdesign und entwickeln auch in ihrer Freizeit gerne neue Ideen.

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Der Anstoß für "Den Greif" kam in Karlstetters Freundeskreis am Ammersee. "Wir wollten Fotos, die auf Festplatten dahinvegetieren, wieder greifbar machen", sagt er. Nach dem Motto "verschicken wir mal 'ne Mail, mal sehen, was kommt" wurden zunächst Bekannte angeschrieben, die sich für Fotografie interessieren.

Sie konnten beliebige Bilder einschicken - angefangen beim Schnappschuss aus dem Urlaub über Landschaftsaufnahmen und Reportagebilder bis zu inszenierten Szenen. Im zweiten Schritt traten die Redakteure und Layouter von Greif in Aktion. Sie kombinierten Aufnahmen verschiedener Einsender zu Fotostrecken, die ganz neue Geschichten erzählen. Manchmal stehen hinter der Mischung formale Gründe: Landschaften werden aneinandergereiht, um die ästhetische Wirkung zu verstärken oder Kontraste zu erzeugen. In anderen Fällen spielt der Inhalt die entscheidende Rolle: Fotos von Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, können als Puzzle am Ende eine tragische Lovestory ergeben.

Simon Karlstetter und Leon Kirchlechner ist eines wichtig: Der Greif soll die Fantasie der Leser wecken. Betrachter sollen selbst entdecken, was ihnen die Bilder erzählen und Fragen stellen. Ein Konzept, das offenbar ankommt. Denn für die zweite Auflage der Fotozeitung wurden bundesweit Einsender von Bildern gesucht. Mitgemacht haben diesmal fast 100 Fotofans nicht nur aus Deutschland, sondern auch Österreich, der Schweiz, Portugal und sogar aus dem Senegal.

Auch sonst ist die Fotozeitung ein grenzüberschreitendes Projekt. Der Greif hat seine Leserschaft nicht nur am Ammersee und in Augsburg. Er wird in Berlin, Wien, Rom und demnächst Paris verkauft. Die Studenten gewannen für den Vertrieb einzelne kleinere Buchhandlungen, Kioske, Kinos oder Kleiderläden.

Jetzt horcht die Szene auf

Inzwischen ist "Der Greif" nicht nur in internationalen Städten zu haben. Er hat sich auch von einer Spielwiese für Kreative zu einem offiziellen Studienprojekt an der Hochschule entwickelt (Prof. Hans Heitmann). Eine neue Anfrage aus der Szene lässt Simon Karlstetter und Leon Kirchlechner auf weitere Erfolge hoffen: Die Studenten dürfen "Den Greif" Anfang Juli beim internationalen Festival für Fotografie in Leipzig präsentieren.

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