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12.06.2009

Bischof Mixa predigt gegen die "Körperwelten"

Als "Fehlverhalten" gegenüber der Menschenwürde hat Bischof Walter Mixa zu Fronleichnam die Ausstellung "Körperwelten" mit plastinierten Leichnamen verurteilt. Er rief die Gesellschaft zu einem "achtungsvollen Umgang mit dem menschlichen Leben von der Zeugung bis zu seinem Tod" auf. Es gehe nicht an, den Leichnam des Menschen "in verkünstelter Weise" zur Schau zu stellen, sagte Mixa im Festgottesdienst im Dom. Das sei "radikales Fehlverhalten gegen den Menschen", ebenso wie Abtreibung oder die Vernachlässigung alter Menschen.

Auch der Diözesanrat der Katholiken hatte sich, wie berichtet, gegen die Ausstellung gewandt, die zurzeit bei großem Publikumsinteresse in der Schwabenhalle gezeigt wird. Menschliche Leichen würden nicht in einer Form präsentiert, die für den Körper eines Verstorbenen angemessen sei. Die evangelische Kirche organisiert am 16. Juli eine Führung mit der Stadtdekanin Susanne Kasch und dem Arzt Thomas Nage. Dabei wollen sie die Exponate aus christlicher und medizinischer Sicht kommentieren.

Trotz eines heftigen Gewitters am frühen Morgen konnte die feierliche Stadtprozession in ständigem Wechsel von Sonnenschein und Bewölkung stattfinden. In anderen Orten, etwa Passau, musste sie dagegen in die Kirche verlegt werden.

Stürmischer Wind zerrte allerdings in Augsburg an den Dekorationen der Häuser und an den vier Altären, die entlang des Prozessionswegs vom Dom bis zum Herkulesbrunnen aufgebaut wurden. Helfer mussten die Altartücher, die Blumengebinde und die Birkenstämmchen festhalten. Die sechs Träger des textilen "Himmels", unter dem die Bischöfe die Monstranz mit der heiligen Hostie durch die Straßen trugen, hatten Mühe, die geschmückte Decke an Stangen im Gleichgewicht zu halten.

Bischof Mixa predigt gegen die "Körperwelten"

Tausende von Gläubigen folgten der Prozession. Die Pfarreien der Innenstadt schlossen sich mit Bannern und Ministranten an. Auch in vielen Stadtteilen gab es Prozessionen.

Bischof Mixa interpretierte die Eucharistie als "Zeichen der Hingabe, der Liebe und Treue", das Jesus Christus hinterlassen habe. "Wir sind dadurch hineingenommen in das Herz Gottes", sagte Mixa. In jeder Messe werde nicht nur die Erinnerung ans letzte Abendmahl gefeiert, sondern dessen bleibende Gegenwart.

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