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Augsburg

01.09.2019

„Blumenwiese“ schmückt Schul-Neubau am Roten Tor

Kunst am Bau an der Nordfassade des neuen Erweiterungsbaus der Grundschule vor dem Roten Tor: Der Farbtupfer ist von der Straße sichtbar, im Inneren entfaltet sich je nach Sonneneinstrahlung ein besonderes Farb-Licht-Spiel.
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Kunst am Bau an der Nordfassade des neuen Erweiterungsbaus der Grundschule vor dem Roten Tor: Der Farbtupfer ist von der Straße sichtbar, im Inneren entfaltet sich je nach Sonneneinstrahlung ein besonderes Farb-Licht-Spiel.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Fassade des Erweiterungstrakts der Grundschule vor dem Roten Tor hat einen Hingucker bekommen. Demnächst gehen Mensa und Turnhalle in Betrieb.

Der Bereich rund ums Rote Tor zählt zu den viel befahrenen und von Fußgängern stark frequentierten Ecken. Die Baustelle auf dem Gelände der Grundschule gegenüber der Freilichtbühne fand und findet daher viel Beachtung. Seit Kurzem ist die Nordfassade zur Straße hin mit einem besonderen Hingucker versehen: ungezählte, überwiegend grüne Punkte.

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Es handelt sich dabei um eine Verglasung mit einem Farb-Siebdruck. Entwickelt hat das Konzept der Grafikdesigner Wolfgang Reichert (designwerk Augsburg). „Ausgangspunkt war ein digitales Foto, das einen kleinen Ausschnitt einer Blumenwiese zeigt.“ Der besondere Effekt der rund fünf mal 20 Meter großen Fläche sei durch starke Vergrößerung entstanden.

Fassadengestaltung setzt Kontrapunkt zum Bestandsgebäude

Diese Kunst am Bau soll laut Baureferat „mit heutigen Mitteln von Formensprache und Material einen Kontrapunkt zur neobarocken Fassade des Altbaus setzen“. Die geschlossenen Fassadenelemente bestünden aus Betonfertigteilelementen, die auf das Bestandsgebäude der Schule farblich abgestimmt seien. Die Verglasung mit dem Farbdruck sei Ausdruck des architektonischen Konzepts, das sich dem öffentlichen Raum hinwende. Mit der Farbgebung werde zugleich ein Filter zwischen dem stark befahrenen Straßenraum und der schulischen Nutzung gelegt, so das Baureferat. In den Genuss dieses Farbspiels kommen künftig die Nutzer der direkt hinter der Fassade liegenden Pausenhalle mit Mensa. Derartige Effekte kenne man beispielsweise von bunten Kirchenfenstern, erklärt Designer Reichert.

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Zum Schuljahresbeginn wird der 6,5 Millionen Euro teure Neubau der Grundschule vor dem Roten Tor in Betrieb genommen. Eigentlich sollten die Kinder längst hier zu Mittag essen und in der im selben Trakt untergebrachten Turnhalle sporteln. Die Arbeiten haben sich verzögert, weil der Fassadenbauer Insolvenz anmelden musste. Aufgrund der angespannten Lage am Bau ließ sich nur schwer ein Nachfolger mit realistischen Preisvorstellungen finden. Dies habe sich auch auf die anderen Gewerke ausgewirkt, so das Bildungsreferat.

Neue Turnhalle ersetzt zwei alte

Die neue Turnhalle ersetzt zwei alte, übereinandergelegene Sportstätten, die aufgrund statischer Probleme gar nicht mehr beziehungsweise nur noch eingeschränkt nutzbar waren. Noch nicht vollständig fertig sind zum Schuljahresbeginn die Außenanlagen. Auch in diesem Fall sei eine Firma ausgefallen, heißt es aus dem Baureferat. Deshalb werde der Gehweg auf der Nordseite zunächst provisorisch mit Asphalt statt mit Pflasterung hergerichtet.

Während in der Schule am Roten Tor die übereinanderliegenden Turnhallen Vergangenheit sind, besteht eine derartige Konstruktion noch im Förderzentrum Martinschule in Oberhausen.

Ebenfalls aus statischen Gründen war der Sportunterricht in den vergangenen Jahren nur noch im unteren Raum möglich, der obere war gesperrt und mit Stützbalken gesichert.

Dass in den vergangenen Monaten hier die Handwerker an der Arbeit waren, hat nichts mit einer Reaktivierung der Hallen als Sportstätten zu tun. Im Gegenteil: Aus der oberen Halle sind drei Klassenzimmer und ein Gruppenraum entstanden, die untere beherbergt ein Klassen- und ein Differenzierungszimmer sowie einen Bewegungsraum.

Die zusätzlichen Unterrichtsräume sind notwendig geworden, weil bislang ausgelagerte Klassen am Stammsitz der Martinschule untergebracht werden müssen. Die Löweneck-Schule kann der Förderschule keinen Unterschlupf mehr gewähren, weil bei ihr eine mehrjährige Generalsanierung ansteht und sie während dieser Zeit alle Räume selbst benötigt.

Auch wenn ein Großteil der Martinschule durch die Umnutzung der Turnhallen künftig an einem Ort untergebracht ist, ist das Pendlerdasein für die Klassen nicht beendet. Künftig müssen noch stärker als bisher umliegende Vereinsturnhallen für den Sportunterricht genutzt werden.

In der Oberhauser Werner-Egk-Schule steht Generalsanierung bevor

Viele Jahre lang gingen die Klassen der ebenfalls in Oberhausen gelegenen Werner-Egk-Schule zum Turnen auf Wanderschaft. Seit 2016 halten sie sich in der neuen Halle an der Hirblinger Straße fit. Demnächst wird dort mit der Mensa ein weiterer Neubau (Kosten rund 3 Millionen Euro) in Betrieb genommen. Damit rüstet sich die Schule für den Ganztagsbetrieb. Lange werden die Handwerker in Oberhausens Zentrum nicht pausieren, da die Generalsanierung der teilweise aus dem Jahr 1892 stammenden Schule bevorsteht.

Lesen Sie dazu auch: Großbaustelle Schule: Wo in Augsburg aktuell gebaut wird

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