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Augsburg

12.10.2016

Botanischer Garten: Aggressiver Pilz setzt Japangarten schlimm zu

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Ein aggressiver Pilz setzt dem Japangarten des Botanischen Gartens in Augsburg zu. An dieser Stelle wurden die befallenen Pflanzen bereits entfernt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Rund 100 Buchsbäume mussten entfernt werden. Der verregnete Frühsommer gab ihnen den Rest. Was bedeutet dies für das grüne Juwel im Botanischen Garten Augsburg?

Katastrophe im Botanischen Garten: Ausgerechnet im schönen Japangarten hat sich ein aggressiver Pilz ausgebreitet. Rund 100 Buchsbäume sind abgestorben und mussten entfernt werden. Sie werden nun durch andere Pflanzen ersetzt. Gartenmeister Ernst Klebrig sieht darin aber auch eine neue Chance.

„Wir wussten, dass der Pilz kommen wird, und waren darauf vorbereitet“, sagt Klebrig. Seit einigen Jahren breitet sich in Deutschland das Buchsbaum-Triebsterben aus – stellenweise mit verheerenden Folgen. Der Pilz namens Cylindrocladium buxicola dringt über die Blätter in die Pflanze ein und tötet sie mit der Zeit komplett ab.

Erste Symptome waren schon 2014 erkennbar

Viele Hobbygärtner haben bereits unliebsame Bekanntschaft mit der neuartigen Krankheit gemacht und ihre Buchsbäume verloren. Jetzt sind auch die Pflanzen im Japangarten dem Pilz zum Opfer gefallen. Erste Symptome waren für die Fachleute im Sommer 2014 erkennbar: Die Blätter zeigten hell- bis dunkelbraun gefärbte Flecken, die später die ganze Pflanze befielen. Durch den verregneten Frühsommer konnte sich der Pilz rasant ausbreiten.

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Der Buchsbaum im Japangarten des Botanischen Gartens in Augsburg stirbt ab.
Bild: Stadt Augsburg

Klebrig zufolge konnten auch verstärkte Hygienemaßnahmen wie die Entsorgung von Falllaub und die Desinfektion der Schnittwerkzeuge nicht verhindern, dass sich der Pilz ausbreitete. „Längere Blattnässe bietet ihm die idealen Bedingungen“, erklärt der Gartenmeister. Ein weiteres Problem: Der Wasserfall und Bachlauf im Japanischen Garten sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit. Der Schatten der großen Buchen verhindert, dass die Buchse nach Regen schnell abtrocknen können. Bislang gebe es kein Mittel, um die aggressive Pilzkrankheit erfolgreich zu bekämpfen, sagen die Fachleute im Botanischen Garten. Deshalb mussten die Buchsbäume gerodet werden. Es können auch keine neuen mehr gepflanzt werden, weil sie innerhalb kürzester Zeit wieder dem Buchsbaum-Triebsterben zum Opfer fallen würden.

Kriecheiben als Ersatz

Im Botanischen Garten hat man sich deshalb entschlossen, als Ersatz Kriecheiben zu pflanzen. Klebrig sieht damit auch eine Chance: Er will der ursprünglichen Gartenlandschaft wieder ein Stück näher kommen. Ein Problem war, dass die Buchsbäume in den vergangenen Jahren zu kugelig wurden.

Die Gärtner der japanischen Partnerstädte hatten schon länger angeregt, in Augsburg wieder eine flachere, in sich verwobene Grünlandschaft zu schaffen. Sie harmoniert besser mit den Elementen Wasser und Stein im Japangarten. Voraussichtlich wird es mindestens vier Jahre dauern, bis die neuen Kriecheiben soweit sind. „Aber ich glaube, es wird gut“, sagt Klebrig.

Der Japanische Garten wurde der Stadt Augsburg anlässlich der 2000-Jahr-Feier 1985 von den Partnerstädten Amagasaki und Nagahama zum Geschenk gemacht. Er gilt als grünes Juwel. Der Entwurf wurde Gartenvorbildern der japanischen Kaiserstadt Kyoto durch den japanischen Gartenarchitekten Yoshikuni Araki nachempfunden.

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