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Augsburg

03.01.2019

Brand bei Premium Aerotec: Ermittler vermuten technischen Defekt

Durch den Brand bei Premium Aerotec in Haunstetten entstand ein hoher Sachschaden.
Bild: Christoph Bruder (Archiv)

Ein Feuer bei Premium Aerotec in Augsburg richtete einen Millionenschaden an. Eine komplette Produktionshalle wurde zerstört. Schuld war möglicherweise ein Defekt.

Nach dem Brand bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg vor gut einer Woche gehen die Ermittler der Polizei aktuell davon aus, dass die Ursache ein technischer Defekt gewesen sein könnte. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, waren Brandermittler der Kripo in den vergangenen Tagen mehrfach gemeinsam mit Gutachtern des Landeskriminalamtes vor Ort. Die Gutachten selbst stehen noch aus – es kann Wochen oder auch Monate dauern, bis sie fertiggestellt sind. Nach Auskunft der Polizei verdichten sich aber die Hinweise auf einen technischen Defekt.

Brand bei Premium Aerotec: Schaden ist enorm

Noch keine Angaben machte die Polizei dazu, um was für eine Art von technischen Defekt es sich handeln könnte. Im Umkehrschluss bedeutet die Aussage allerdings auch: Von Brandstiftung gehen die Ermittler nach derzeitigem Stand nicht aus. Wie berichtet , war in der Nacht auf Freitag vergangener Woche in einer Halle auf dem Firmengelände von Premium Aerotec in Haunstetten Feuer ausgebrochen und hatte einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich angerichtet. Das Feuer war in einer Anlage der sogenannten Galvanik ausgebrochen. Die Werksfeuerwehr des Luftfahrtunternehmens war schnell vor Ort, auch die Augsburger Berufsfeuerwehr sowie freiwillige Feuerwehren rückten mit Einsatzfahrzeugen an. Zweieinhalb Stunden, bis morgens um 1.30 Uhr, ehe die Flammen gelöscht waren .

Die Galvanik ist ein Prozess der Oberflächenveredelung für die Herstellung von Einzelteilen aus Aluminium und Titan für den Bau von Flugzeugstrukturen. Bei dem Brand wurden die Anlagen für diese Arbeiten vollständig zerstört. Gefahr für Bürger und Umwelt bestand nach Auskunft von Feuerwehr und Firma nicht. Der unmittelbare Schadensbereich in der betroffenen Halle ist bis zum Abschluss der kriminal- und versicherungstechnischen Untersuchungen weiterhin gesperrt, heißt es von Premium Aerotec.

Die Lagerhalle wies am Tag nach dem Brand deutliche Beschädigungen auf.
Bild: Michael Hochgemuth


4000 Mitarbeiter bei Premium Aerotec in Augsburg

Wie das Unternehmen bereits vor einigen Tagen mitteilte, werde der Großbrand wohl nicht zu einem Lieferengpass gegenüber Airbus führen. Premium Aerotec hat einen Krisenstab eingerichtet. Dieser koordiniere nun die notwendigen Maßnehmen zur Erhaltung der Lieferfähigkeit, hieß es zuletzt. Man arbeite mit Hochdruck an Alternativ-Lösungen. „Wir gehen davon aus, dass die Galvanik am Standort Augsburg für einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung stehen wird“, sagt Werksleiter Ulrich Amersdorffer dazu nun. Es sei jedoch gelungen, in Abstimmung mit anderen Standorten des Airbus-Zulieferers und industriellen Partnern alternative Produktionsstätten für diesen Prozess-Schritt zu „identifizieren“. Gemeint sind die Nordstandorte des Unternehmens in Nordenham, Varel (beide Niedersachsen) und Bremen, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilt. Laut Firmen-Homepage arbeiten an den drei Standorten insgesamt rund 5000 Menschen.

Gut möglich also, dass dieser Produktionsprozess künftig erst einmal im Norden des Landes ausgeführt wird. Wo genau, wie lange möglicherweise, ab wann konkret – das war am Donnerstag von Premium Aerotec nicht in Erfahrung zu bringen. Die Airbus-Tochter Premium Aerotec beschäftigt am Stammwerk in Augsburg momentan rund 4000 Mitarbeiter. Die Firma hat einen weiteren Standort in Hamburg, sowie einen im rumänischen Brasov.

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