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Kultur

04.03.2017

Brecht-Kenner erwarten höheren Anspruch

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Gestern Abend wurde das Festival unter neuer Leitung eröffnet. Besucher sollten sich warm anziehen

Dieses Jahr wird es anders sein als bisher. Darin sind sich Augsburger Brecht-Kenner und -Liebhaber einig. Mit zwei Veranstaltungen hat gestern Abend das Brechtfestival unter dem neuen Leiter Patrick Wengenroth begonnen.

Buchhändler Kurt Idrizovic hat sich bereits am Donnerstag die Generalprobe der Aufführung „Die Maßnahme“ im Gaswerk angesehen. Sie war eine der beiden Auftaktveranstaltungen gestern Abend. Zeitgleich wurde auf der Brechtbühne „Der gute Mensch von Downtown“ gezeigt. Idrizovic befand nach der Generalprobe, dass „Die Maßnahme“ eine „hervorragende Inszenierung“ ist. Allerdings sei es ziemlich kalt gewesen. „Man sollte sich so kleiden, wie im Stadion“, empfiehlt er. Auch Michael Friedrichs vom Brechtkreis ließ sich die Generalprobe im Gaswerk nicht entgehen. „Es war sehr viel anders, als ich mir erwartet hatte“, sagt er.

Vielen Besuchern könnte es in den nächsten Tagen ähnlich ergehen. Denn unter dem neuen Festivalleiter Wengenroth sind Änderungen zu erwarten. Laut Friedrichs sind im Programm mehr Diskussionen und wissenschaftliche Ansätze zu finden. Zudem seien mehr junge Künstler zu sehen. „Ich denke, es wird mehr Überraschungen geben.“

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Auch Brecht-Kenner Karl-Heinz Schneider erwartet sich vom Brechtfestival dieses Jahr eher Experimentelles. Während der ehemalige Leiter Joachim Lang etliche bundesweit bekannte Stars holte, verfolge Wengenroth ein anderes Konzept. „Ich lasse mich überraschen.“ Schneider habe für fast jeden Abend Karten. Am meisten hätte ihn die lange Brechtnacht interessiert. „Aber nun habe ich von Freunden Karten für das Konstantin-Wecker-Konzert, das parallel läuft, bekommen. Die konnte ich nicht ausschlagen.“ Das Konzert am Samstagabend ist übrigens ausverkauft. Für Michael Friedrichs ist das der Beweis, dass das Publikum auf bekannte Namen anspricht. „Aber von Stars hängt die Qualität eines Festivals nicht ab, sondern von den künstlerischen Ansätzen.“ Da gebe es sicherlich vieles zu entdecken. Brechtforscher Jürgen Hillesheim geht noch einen Schritt weiter. Das diesjährige Brechtfestival werde seiner Meinung nach elitärer. „Es ist intellektuell anspruchsvoller als die Jahre zuvor. Die betonte intellektuelle Auseinandersetzung mit Brecht begrüße ich.“ Schließlich sei Bertolt Brecht selbst unbequem und herausfordernd gewesen. Für die breite Masse von Fußballfans sei es aber eher nichts, formuliert er es.

Hillesheim ist gespannt, wie das Publikum reagieren wird. Am Theater selbst habe er sich schon schlaugemacht, wo der Shuttle Richtung Gaswerk losfährt. Denn das ist natürlich noch eine zentrale Änderung in diesem Jahr, für die Patrick Wengenroth nicht verantwortlich ist: Das Große Haus des Theaters steht nicht zur Verfügung.

Feuilleton Wie die Eröffnung war und wie es am Wochenende mit dem Brechtfestival weitergeht, lesen Sie auf "Seite 41.

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