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Augsburg

26.06.2015

Bub stürzte aus Fenster - Mutter vor Gericht

Weil ihr Sohn aus dem Fenster stürzte, musste eine Mutter vor Gericht. Symbolbild
Bild: dpa

Er fiel sieben Meter tief und wurde am Kopf verletzt. Jetzt musste sich die Mutter vor Gericht verantworten.

Der kleine Amir, gerade 15 Monate alt, hatte einen guten Schutzengel. Im Juli 2014 stürzte er aus einem im zweiten Stock gelegenen Fenster der elterlichen Wohnung in Oberhausen. Er fiel sieben Meter tief, zum Glück zunächst auf eine Hecke, erst dann auf den Gehsteig. Der Bub erlitt zwar eine Schädelfraktur und Prellungen, blieb sieben Tage im Krankenhaus, hat aber Gottseidank keine Spätfolgen erlitten. Gestern musste sich seine Mutter vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf der 38-Jährigen fahrlässige Körperverletzung vor, weil sie am Fenster keine Sicherungsvorrichtungen getroffen hatte. Amir war, wie die Ermittlungen ergaben, im Schlafzimmer über ein Bett und dessen Lehne auf den Fenstersims geklettert, hatte das Fenster geöffnet und war in die Tiefe gestürzt.

Mutter weiß nicht, wie es passiert ist

Jetzt saß der kleine Unglücksrabe auf dem Schoß seiner Mutter, die vor Richterin Kathrin Steinhauser die Minuten vor dem Unglück schilderte. Ihr Sohn habe geschlafen, sei dann in die Küche gekommen und habe gespielt. Dann sei er ganz kurz ins Schlafzimmer gegangen. „Es war vielleicht für eine halbe Minute. Wie es dann passiert ist, weiß ich nicht“. Sie habe ihren Sohn nie ohne Aufsicht gelassen.

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Unmittelbar nach dem Unfall hatte sie vor der Polizei noch angegeben, ihr Sohn habe zuvor schon einmal das Fenster geöffnet. Er klettere öfter hoch, um aus dem Fenster zu schauen. Diese Aussage, bei der ihr Ehemann ins Deutsche übersetzt hatte, wollte sie nun so nicht gemacht haben.

Die Verteidigerin der Mutter, Anwältin Martina Sulzberger, war der Meinung, ihre Mandantin sei durch den Unfall ohnedies genug gestraft worden. Sie regte an, das Gerichtsverfahren gegen eine Spende einzustellen. Nach einigem Zögern stimmte die Staatsanwaltschaft zu.

Das Gericht stellte das Verfahren wegen geringer Schuld gegen Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro an den Kinderschutzbund ein.

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