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Augsburg-Stadt

12.02.2014

Bücherei: Streit ums neue Konzept

Die Neue Stadtbücherei befindet sich in einem Prozess der Umstrukturierung. Nun allerdings gibt es Streit mit dem Experten, der die Neuausrichtung begleitet.
Bild: Silvio Wyszengrad

 Bibliotheksleiter lehnt weitere Zusammenarbeit mit externem Experten ab

Gerät die Neuausrichtung der Stadtbücherei ins Stocken? Nach Verwerfungen hat der Chef der Einrichtung, Manfred Lutzenberger, dem Bremer Bücherei-Experten Manfred Motzko den Stuhl vor die Türe gestellt: Das Team wolle nicht mehr mit ihm weiterarbeiten, „da das Vertrauen nicht mehr gegeben ist“, sagt Lutzenberger.

Auslöser für den Streit ist ein Interview, das Lutzenberger der Augsburger Allgemeinen gegeben hatte. Er hatte darin bezweifelt, dass sich alle Ziele des neuen Büchereikonzeptes so schnell und einfach umsetzen lassen. Ein Problem seien zum Beispiel längere Öffnungszeiten in den Zweigstellen, da dafür das Personal fehle.

Motzko reagierte irritiert auf diese Aussagen. Er befürchtet, dass die Umsetzung des Konzepts verzögert wird, und hatte dies in einem öffentlichen Schreiben auch so gesagt. Indirekt warf er dem Büchereiteam vor, nicht kreativ genug zu sein. Wenn man die Öffnungszeiten in den Bücherei-Filialen ausweiten wolle, brauche man nicht zwingend neue Mitarbeiter. „Man kann auch die vorhandenen umschichten und sie von der Zentrale in die Außenstellen schicken“, so Motzko.

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Lutzenberger ist verärgert über den Duktus des Briefs – und darüber, dass Motzko ihn öffentlich machte, anstatt etwaige Missverständnisse in einem Telefonat auszuräumen. Zudem fordere Motzko Dinge, die in den wochenlangen Diskussionen von allen Mitarbeitern abgelehnt worden waren: „Während des ganzen Prozesses wurde betont, dass die Büchereizentrale nicht geschwächt werden darf. Jetzt schlägt Motzko genau das vor“, wundert sich Lutzenberger.

Das Team der Stadtbücherei wolle vor diesem Hintergrund nicht mehr mit dem Bremer zusammenarbeiten. Dabei standen die Termine für ein Seminar „Führung und Organisation“ bereits fest; sie sollten im März und im Mai stattfinden. Lutzenberger will dafür nun einen neuen Referenten finden. Die Umsetzung des Büchereikonzeptes, das 24000 Euro kostete und unter anderem die Konzentration auf Grundschulkinder vorsieht, sieht der Büchereichef nicht gefährdet: „Wir stehen dahinter.“

Anders sieht das der Förderverein der Stadtbücherei, der das Projekt mit Motzko in die Wege geleitet und zur Hälfte bezahlt hat. Mitglieder befürchten, dass es zu lange dauert, bis Neuerungen bei den Bürgern ankommen. Die dürften sich dann zurecht fragen, ob die 24000 Euro nicht „hinausgeworfenes Geld“ waren. Vor allem an den Öffnungszeiten sollte sich deshalb noch dieses Jahr etwas ändern, fordert Kurt Idrizovic vom Förderverein.

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