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Augsburg

14.12.2020

Bürger protestieren gegen Rodung des Augsburger Holzbachparks

Die Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel rief am Wochenende öffentlich zum Protest bei der Stadtspitze auf.
Bild: Sammlung von Mühldorfer

Plus Die Initiative fordert, die Entscheidung zur Trassenführung der Tramlinien 3 und 5 zu vertagen und weitere Grundlagen für Alternativen zu ermitteln.

Der Stadtrat will noch im Dezember eine Entscheidung fällen, mit welchem Trassenvorschlag die Stadtwerke für den Bau der Straßenbahnlinien 3 und 5 ins Genehmigungsverfahren bei der Regierung von Schwaben gehen sollen. Am Wochenende protestierten Bürger dagegen, die Straßenbahnen im "Zick-Zack-Kurs" durchs Rosenau- und Thelottviertel zu führen - als sogenannte geflügelte Variante. Insbesondere richtet sich der Protest gegen eine Rodung des Grünbestandes an der Holzbachstraße.

Die Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel rief am Wochenende öffentlich zum Protest bei der Stadtspitze auf. Vorsitzender Andreas von Mühldorfer forderte, Bäume und die Fauna an der Holzbachstraße zu schützen. Ansonsten werde ein Naherholungsgebiet für die Anwohner zerstört. Der Holzbachpark sei eine grüne Lunge für Mensch und Tier. Dort würden zahlreiche geschützte Arten leben. Eine Rodung bedeute einen gravierenden Naturverlust im Viertel.

Bürgerinitiative fordert Trassenführung durch die Rosenaustraße

Weiter fordert die Initiative eine Trassenführung der Tram durch die Rosenaustraße. Diese sei schneller, umweltverträglicher und wirtschaftlicher als die Variante durch die Holzbach-, Perzheim- und Hörbrotstraße. Die Bürgerinitiative wendet sich außerdem gegen einen Wegfall von rund 100 Parkplätzen beim Bau der geflügelten Variante. Von Mühldorfer geht davon aus, dass die Forderungen von den Oppositionsparteien im Stadtrat unterstützt werden. Die Entscheidung müsse verschoben werden, um noch mehr Planungsgrundlagen für die Variante über die Rosenaustraße zu erheben.

Am Wochenende protestierten Bürger dagegen, die Straßenbahnen im "Zick-Zack-Kurs" durchs Rosenau- und Thelottviertel zu führen.
Bild: Sammlung von Mühldorfer

Bei der Stadt favorisiert man dagegen die Variante über Pferseer Straße/Hörbrotstraße. Unter anderem spielt nach Angaben der Stadtwerke die Verkehrsbelastung an der Kreuzung Rosenau-/Pferseer Straße eine Rolle. Die kürzere Strecke bringt nichts, wenn die Straßenbahnen in einen Stau fahren. Die Rosenautrasse sei laut Bauverwaltung unter anderem deshalb ausgeschieden, weil dort die Kastanienallee gefällt werden müsste.

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15.12.2020

"Keine Tram im Zick-Zack"

Aber es ist doch gerade die Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel die hierfür Verantwortung trägt!

Die Tram sollte den Tunnel geradeaus verlassen und dann mit Radien größer 50 Meter an das Bestandsnetz angebunden werden.

Dafür gibt es nur eine oberirdische Lösung - beide Richtungsgleise können mit 65 bis 70 Meter Radien durch eine verkehrsberuhigte Hörbrotstraße geführt werden. Danach geht es über eine eigene schräg liegende Wertachbrücke zur Bestandsstrecke der 3er nach Pfersee und der Neubaustrecke der Linie 5 in die Hessenbachstraße.

Dadurch gibt es auch saubere Kreuzungen zwischen Tram/Fußgängerverkehr in Ost-West Richtung (HBF <> Pfersee) und dem Autoverkehr in Nord-Süd Richtung, aber keine leistungsmindernde Verflechtung der Verkehre wie sie von swa und der "Bürgerinitiative" gefordert wird.

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14.12.2020

Die Linie 5 ist ein unseliges Projekt, weil die Schienen praktisch überall im Weg stehen, Bäume, Parkplätze oder Verkehrsfläche geopfert werden muss.
Ich sehe nur eine originelle Lösung, die allerdings sehr teuer ist: Der Holzbach ist ohnehin eher eine Betronrinne, denn ein sehenswertes Gewässer. Zwischen Luitpoldbrücke und Fischerstuben kommt ein Betondeckel darauf, auf dem die Gleise verlegt werden.
Vielleicht sollte die Linie 5 einfach nicht umgesetzt werden. In Hochzoll z.B. hat sich durch die Straßenbahn die Situation sich für fast alle Anwohner verschlechtert, weil viele Direktverbindungen zum Königsplatz gekappt wurden, Hochzoll besteht eben nicht nur aus der Friedberger Straße. In der Ackermannstraße ist es ähnlich. Fast niemand wohnt direkt an dieser Verkehrsachse, die Wege zu den Wohngebieten sind weit und können nur durch Buslinien in der Fläche erschlossen werden.

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14.12.2020

Die Straßenbahn in Hochzoll fährt bislang nicht zu den größten Wohngebieten, mit der Verlängerung der Linie 1 nicht nur bis zum Bahnhof sondern nach Hochzoll Süd wäre das gelöst. Hochzoll wäre dann mit zwei Linien direkt mit der Stadt verbunden, jede zweite 6er könnte nach Hochzoll Süd fahren.
Die Linie 5 ist Voraussetzung für den Bau des Bahnhofstunnels und es gibt durchaus Möglichkeiten ohne große Eingriffe in die Natur, dafür muss nicht ein Gewässer unter Beton verschwinden.
Auf der Localbahn entlang der Wertach fahren nur noch selten Züge, die Gleistrasse kann wie in Bremen oder Zwickau gemeinsam mit der Straßenbahn genutzt werden. Die Luitpoldbrücke ist schon für den Abzweig Richtung Hessenbachstraße vorbereitet.
Wenn die Tram dann entlang der Ackermann-Straße südlich der Fahrbahn geführt würde bleibt der Totalumbau der Fahrbahnen erspart und die Tram steht nicht an jeder Kreuzung mittendrin zwischen den Abbiegern.

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