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Politik

16.02.2018

Bürger sollen nicht länger mitzahlen müssen

Hubert Aiwanger, Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag (rechts) kam zum Jahresempfang der Augsburger Freien Wähler. Begrüßt wurde er von den Stadträten Regina Stuber-Schneider und Volker Schafitel sowie von Augsburgs Freie-Wähler-Vorsitzender Angelika Lippert.

Augsburgs Freie Wähler wollen nicht mehr akzeptieren, dass Anlieger für die Sanierung maroder Straßen zahlen müssen. Beim Jahresempfang bekommen sie für ihr Anliegen prominente Unterstützung.

Stadtrat Volker Schafitel von den Freien Wählern (FW) treibt die Straßenausbaubeitragssatzung um: „Vor zwei Jahren offenbarte sich der Leiter des Tiefbauamts im Bauausschuss. Die seit Jahren für den Unterhalt von Straßen im Haushalt eingestellten drei Millionen Euro sind völlig unzureichend, sagte er.“ Notwendig seien jährlich 8,5 Millionen.

Wenn die Substanz über einen so langen Zeitraum vernachlässigt werde, so Schafitel, ist sie irgendwann marode. „Da wird eine Sanierung fällig und die kann man Dank der Beitragssatzung in großen Teilen auf die Anwohner abwälzen“, erklärte er beim Jahresempfang seiner Partei im Augsburger Rathaus. Auch eine Umwandlung in „wiederkehrende Abgaben“, wie die CSU sie derzeit befürwortet, bleibe ungerecht.

Sie wollen weiter Unterschriften sammeln

Die Unterschriften für das Volksbegehren gegen die Straßenausbaubeiträge hat die Partei längst komplett. Wie Hubert Aiwanger, Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, vor den etwa 200 Gästen im Oberen Fletz erklärte, trugen sich bisher 50000 Bayern in die Listen ein. Für eine Vorlage beim Innenminister, der dann innerhalb von sechs Wochen das Begehren zulassen oder ablehnen muss, hätte bereits die Hälfte gereicht. Doch diesen Prozess wolle man noch nicht einleiten, so der Landesvorsitzende. „Nach der CSU-Klausurtagung hieß es, die CSU sei jetzt auch gegen diese Beiträge. Bis jetzt liegen aber weder Konzept noch Gesetzesentwurf vor. Solange wir keine Sicherheit haben und die Abschaffung nicht Gesetz ist, werden wir weiter sammeln.“

Der Partei nutzt das Volksbegehren nicht nur als Wahlkampfthema, sondern auch als Pfand. „Würden wir jetzt abliefern, könnte die Regierung das Verfahren durch die Parlamentspause im Sommer schleppen, um bis zu den Wahlen, vor allem aber auch danach die Hände in den Schoß zu legen. Wir wollen, dass das Gesetz früher verabschiedet wird“, betonte Aiwanger. Das Konzept der Freien Wähler sieht vor, dass bei einer Gesetzesänderung Subventionen des Freistaats kommunale Ausfälle auffangen und auch bereits beglichene Rechnungen wieder zurückbezahlt werden. Rückwirkend bis 2014 – so Aiwangers Vorstellung. Auch für seit Jahren andauernde Rechtstreitigkeiten um die Satzung müssten abschließende Lösungen gefunden werden, damit sie nicht unnötig Kraft und Geld der Kommunen binden.

25 Prozent der Straßen sind baufällig

Laut Tiefbauamt müssen in Augsburg 25 Prozent der Straßen in den kommenden zehn Jahren erneuert werden. Zwischen 30 und 70 Prozent der Kosten sollen die Anlieger tragen. Die Bürgerinitiative aus der Firnhaberau, die das Thema in Augsburg erstmals öffentlich machte, ist mit sechs Vertretern zum FW-Empfang gekommen. Sie sammelt inzwischen – wie 160 weitere Initiativen in Bayern – Unterschriften für das Volksbegehren der FW.

Wie viele Augsburger unterschrieben haben, kann Initiator Werner Henni nicht sagen. Die Initiative will jedoch weiter unabhängig bleiben. Mitstreiter Harald Illigner hingegen ist an diesem Abend in die Partei eingetreten. Er ist auf die Stadt nicht gut zu sprechen. Seine Straße wurde 1960 gebaut und nie saniert. „Da sind Löcher drin, so tief, dass man die Steine unter der Teerdecke sehen kann.“ Etwa 12000 Euro, so schätzt er, müsste er zahlen, wenn die Sanierung kommt.

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