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Coronavirus

18.03.2020

Bürgerbüros, Friedhöfe, Müll: Wichtige Infos zur Corona-Krise in Augsburg

Das Coronavirus wirkt sich auf das öffentliche Leben in Augsburg aus.
Bild: Silvio Wyszengrad

Coronavirus in Augsburg: Die Stadt schließt Bürgerbüros. Trauungen finden statt. Für die notleidenden Firmen soll es schnelle Hilfe geben. Was man jetzt wissen muss.

Die Corona-Krise zwingt die Augsburger Stadtregierung zu einem ungewöhnlichen Schritt: Informationen, die Bürger über die aktuelle Lage aufklären, werden jetzt auf der Facebook-Seite der Stadt gestreamt. Das heißt, man verfolgt direkt, was Oberbürgermeister Kurt Gribl und die Referenten mitteilen.

Zunächst ging es am Dienstag um die Gesundheitsvorsorge, den Austausch der Bürger mit der Verwaltung und die anstehende Stichwahl bei der Kommunalwahl. Wenig später folgte eine weitere Pressekonferenz. Hier wurde die neu gegründete „Allianz für Wirtschaft und Arbeit“ vorgestellt. Dieses Bündnis stimmt sich ab, wie mit regionalen Maßnahmen die wirtschaftliche Not der Firmen in der Coronakrise bewältigt werden soll.

Die Augsburger Stadtverwaltung wird sich in den nächsten Tagen von den Bürgern stärker abschotten. Der Parteiverkehr wird reduziert. Das heißt, Bürger können mit ihren Anliegen nicht mehr in die Verwaltung. Dies heißt auch, dass die Bürgerbüros und das Bürgeramt geschlossen bleiben. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte dazu: „Die Hände werden bei uns keineswegs in den Schoß gelegt. Die Funktionsfähigkeit der Verwaltung ist gegeben.“ Die Behörden seien zudem über eine weitere Hotline erreichbar, die am Mittwoch eingerichtet werden soll.

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Coronavirus: Weitere Änderungen in Augsburg im Überblick

Bürgeranliegen Bürger müssen sich nun auch daran gewöhnen, dass ihre Anträge wegen eines Führerscheins nicht mehr direkt vor Ort geklärt werden. Dazu erläutert Ordnungsreferent Dirk Wurm: „Unsere Dienstleistungen sind nur noch telefonisch und per Mail möglich.“ Es werde auch in diesen Bereichen das Personal verstärkt, um am Telefon mit Bürgern in Kontakt zu bleiben. Details müssten noch festgelegt werden.

Trauungen Wer in Zeiten der Coronakrise heiraten möchte, kann dies tun – Trauungen finden weiterhin in Augsburg statt. Eine Einschränkung gibt es: Beschränkt wird die Zahl der anwesenden Personen. Bei einer Trauung dürfen nicht mehr als zehn Personen dabei sein. Da das Standesamt wegen der Sanierung geschlossen ist, wird auch weiterhin im Hotel Drei Mohren getraut. Auch im Wartebereich dürfen sich allerdings nur zehn Personen auf einmal aufhalten.

Bildung Corona trifft auch Eltern, weil Schulen und Kindergärten geschlossen sind. Bildungsreferent Hermann Köhler sagt, dass „bereits nach kurzer Zeit eine gewisse Beruhigung eingetreten ist“. Für die städtischen Schulen der Jahrgangsstufen eins bis sechs seien nur insgesamt 37 Schüler in der Notbetreuung, knapp 100 Kindergartenkinder kämen hinzu. Es können weitere Plätze angeboten werden.

Bauverwaltung Einschränkungen gibt es in der Bauverwaltung. Baureferent Gerd Merkle sagt, dass derzeit die persönlichen Kontakte mit Antragsstellern auf nahezu Null zurückgefahren werden. Alles laufe jetzt telefonisch und digital. „Die Ämter sind besetzt“, so Merkle.

Spielplätze Umweltreferent Reiner Erben sagte, dass alle Spielplätze in Augsburg bereits geschlossen seien. Informationstafeln seien angebracht worden. Es werde kontrolliert, ob Bürger die Regelung einhalten.

Müllabfuhr Wertstoffhöfe sind noch geöffnet, auch die Müllabfuhr läuft derzeit normal. Laut Umweltreferent Reiner Erben muss die Stadt die Lage hier jeden Tag neu beurteilen. Man sei darauf vorbereitet, die Müllabfuhr auf das Nötigste zu reduzieren, sollte dies notwendig werden. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn zu viele Mitarbeiter durch Krankheit ausfallen. In diesem Fall behält sich die Stadt vor, die Papiertonne seltener zu leeren und sich dafür auf Rest- und Biomüll zu konzentrieren. Was die Straßenreinigung betrifft, erledigt die Stadt alle Aufgaben, die aus Sicherheitsgründen nötig sind.

Coronavirus in Augsburg: Sind Friedhöfe geöffnet? Finden Trauerfeiern statt?

Friedhöfe Sie bleiben bis auf Weiteres geöffnet, auch Trauerfeiern gibt es weiterhin. Diese finden laut Umweltreferent Reiner Erben derzeit aber nur noch im Freien statt. Beim städtischen Bestattungsdienst gelten erhöhte Hygienevorschriften: Die Mitarbeiter müssen in Schutzanzügen arbeiten.

Wirtschaft Notleidenden Firmen zu helfen und Beschäftigte, die um ihren Arbeitsplatz bangen, zu unterstützen, das ist ein Ziel der „Allianz für Wirtschaft und Arbeit“. Wirtschaftsreferentin Eva Weber sagte, welche Wege möglich seien: „Da geht es auch um Stundungen für Firmen bei der Zahlung der Gewerbesteuer.“ Dies müsse jetzt geprüft werden. Soforthilfen würden womöglich ebenfalls ausgezahlt. Diese Hilfe sei speziell für kleine Betriebe vorgesehen.

Wichtige Hotlines

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117 (rund um die Uhr für Erkrankte)

Bürgertelefon der Stadt Augsburg: 0821 324-4444

Das Bürgertelefon ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr erreichbar. Falls alle Leitungen belegt sind, wird gebeten, nochmal anzurufen.

Hotline der Stadt für Augsburger Unternehmen: 0821 324-2777

Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag 8–18 Uhr, Freitag 8–15 Uhr.

Hotline Coronavirus Bayern: 09131 6808-5101

Stadtsparkasse Augsburg: Kurzfristige Kredite

Wolfgang Tinzmann, designiertes Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Augsburg, teilte nach dem Treffen des Bündnisses mit: „Unser Institut steht zu seinen gewerblichen und privaten Kunden.“ Er versprach, dass auch kurzfristig Kredite gegeben werden. Man werde Tilgungsaussetzungen anbieten, sofern ein Geschäftsmodell. Tinzmann sagte aber auch: „Die Herausforderungen sind groß.“ Diese Einschätzung teilt Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). „Es gilt, in Krisenzeiten steht man zusammen.“ Die IHK sehe sich als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik. Er habe die Hoffnung, dass die Stadt den Unternehmen bei der Gewerbesteuer entgegenkomme. „Wichtig ist auch das Kurzarbeitergeld.“

Zuständig ist die Agentur für Arbeit. Deren Geschäftsführerin Elsa Koller-Knedlik sagt: „Wir sehen uns als Partner und sind für die Existenzsicherung.“ Als das Thema Kurzarbeit für immer mehr Firmen akut wurde, sei die Arbeitsagentur „förmlich überrannt worden“. Man habe zwischenzeitlich nachgebessert.

Oberbürgermeister Kurt Gribl versuchte am Dienstag, die Bürger zu beruhigen. Dass in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen worden sei, habe allein den Grund, dass der Freistaat bestimmte Dinge rechtlich durchsetzen könne. Gribl betonte auch: „Schließung der Schulen bedeutet nicht, dass Ferien verlängert werden.“ Heißt: Schüler sollen sich nicht in großer Runde treffen. Öffentlicher Raum und Parks: Beschränkungen dringend.

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