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Augsburg

26.05.2020

Bürgerliche Fraktion will Stopp des Reese-Abrisses

Auf dem Reese-Areal (links im Bild der ehemalige „Kantine“-Klub) laufen die Vorbereitungen zum Abriss.
Bild: Stefan Krog

Plus Die Abrissarbeiten auf dem Reese-Areal in Augsburg sind Thema im Stadtrat. Die Initiative „Augsburgs Erbe bewahren“ führt Experten an, die für einen Erhalt sind.

Die Fraktion Bürgerliche Mitte ( Freie Wähler, FDP, Pro Augsburg) fordert im Vorfeld der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag einen Stopp der Abrissarbeiten auf dem Reese-Areal. Wie berichtet laufen seit dem Frühjahr Vorbereitungen, um das ehemalige Reese-Theater, den Kantine-Klub sowie die Kradhalle auf dem ehemaligen Kasernengelände abzureißen. Bis Mitte 2021 sollen zudem die drei Kasernengebäude an der Sommestraße, die aktuell noch Teile des Kulturparks West beherbergen, abgerissen werden, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen.

Kann man Kasernengebäude erhalten?

Allerdings möchte die Fraktion Bürgerliche Mitte, dass bei der Neuplanung für das Gelände mittels eines Architektenwettbewerbs auch ein Erhalt der ehemaligen Kasernengebäude in Betracht gezogen werde. Damit zumindest diese Option möglich bleibe, müsse der Abriss zumindest bis zum Abschluss des Wettbewerbs gestoppt werden. Die Schadstoffbelastung der Gebäude sei kein K.-o.-Kriterium für eine Weiternutzung, so die Fraktion. Die Kosten einer Entsorgung würden sowohl beim Abbruch als auch bei einem Erhalt anfallen, von der Stadt aber immer als Argument pro Abbruch verwendet. Zuletzt hatte auch „Augsburg in Bürgerhand“-Stadtrat Bruno Marcon für einen Erhalt der Gebäude plädiert.

Die Gebäude des Kulturpark West sollen abgerissen werden, doch Bürger wehren sich dagegen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Baureferent Gerd Merkle (CSU) will am kommenden Donnerstag im Stadtrat einen Bericht zum Thema abgeben. In den vergangenen Monaten sind die Vorbereitungen für einen Abriss der Gebäude weiter vorangeschritten, nachdem der Stadtrat im vergangenen Jahr einen Wettbewerb für das Areal (ohne Erhalt der Gebäude) beschlossen hatte.

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Experten: Reese-Areal erhalten

Wie berichtet, macht die Initiative „Augsburgs Erbe bewahren“ seit mehreren Monaten gegen einen Abriss der Gebäude mobil. Zuletzt unterfütterte die Bürgerinitiative ihren Standpunkt auch mit zwei Expertenmeinungen. Dr. Stefan Lindl vom Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte der Uni Augsburg schreibt in einem Kurzgutachten, dass der Erhalt der Bestandsgebäude dem Viertel eine historische Komponente geben könne, die für dessen Identitätsbildung wichtig sei. „Die baulichen Bestandsreste des Reese-Kasernen-Areals ließen sich im Sinne einer Kultur der Nachhaltigkeit nutzen, um ein authentisches Stadtviertel zu schaffen, das völlig einzigartige Züge trägt“, so Lindl. Auch unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes sei die Weiternutzung von Bestandsgebäuden besser als der Neubau. Auch der Autor Daniel Fuhrhop („Verbietet das Bauen“) von der Uni Oldenburg weist auf diesen Aspekt hin. Eine konkrete Prüfung der Ökobilanz von Erhalt und Neubau sei nicht vorgenommen worden.

 

Stadt plant neue Wohnungen für Augsburg

Die Stadt Augsburg geht derzeit davon aus, dass ab 2025 eine Neubebauung des Areals beginnen könnte. Um mehr Wohnungen bauen zu können, stimmte der Stadtrat im Sommer einer verdichteten Bebauung (400 statt 240 Wohnungen) zu. Neben dem Platzbedarf begründet die Stadt den Abriss mit der Schadstoffbelastung, die in den vergangenen Jahren nur eine befristete Nutzung unter Auflagen möglich machte.

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.05.2020

>> Auch der Autor Daniel Fuhrhop („Verbietet das Bauen“) von der Uni Oldenburg weist auf diesen Aspekt hin. <<

Dann ist ja klar, was für eine "Denkrichtung" hier am Werk ist; arg bürgerlich klingt das nicht.

Etwas schade ist es tatsächlich um die sog. Kradhalle; die gefällt mir immer wieder wenn ich da (dank fehlender Radwege im Park) vorbeiradle; aber es darf gerade in diesen Zeiten kein verspieltes Wunschkonzert zu Lasten der Steuerzahler geben.

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27.05.2020

Was genau haben Sie denn gegen optimierte Wohnflächennutzung und gegen Beseitigung von Leerständen?

Sie müssten mal davon wegkommen alles in Frage zu stellen und zu kritisieren, was Ihnen 'nicht bürgerlich' erscheint, schon deshalb weil es relativ viel ist, was Sie zum hyperventilieren bringt. Stellen Sie sich vor: Auch 'links-grün' kann vernünftige Ideen haben, dafür bauenen Ihnen ganz bürgerliche Institutionen zu kleine AB-Tanks in Ihr Sternauto.

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27.05.2020

>> Was genau haben Sie denn gegen optimierte Wohnflächennutzung ... <<

Was bedeutet "optimiert"? Irgendwer sagt da doch nicht was er wirklich will.

Soll es weniger oder mehr Wohnfläche als nach dem Beschluss des Stadtrates geben?

>> Um mehr Wohnungen bauen zu können, stimmte der Stadtrat im Sommer einer verdichteten Bebauung (400 statt 240 Wohnungen) zu. <<

Das klingt jetzt mal nicht so schrecklich, dass man sich gleich den Erhalt des Kasernenschrotts wünscht.

>> Eine konkrete Prüfung der Ökobilanz von Erhalt und Neubau sei nicht vorgenommen worden. <<

Das muss man nicht machen, nur weil es sich ein Grüner aus Oldenburg so vorstellt.

>> dass der Erhalt der Bestandsgebäude dem Viertel eine historische Komponente geben könne, die für dessen Identitätsbildung wichtig sei. <<

Welche identitätsstiftende Wirkung hat den bitte eine aufgelöste US Kaserne auf deutschem Boden? Das ist doch komplett abwegig!

Am Ende wird halt irgendein Immobilien Monopoly nicht so laufen wie es jemand will "Badstraße mit günstigen Räumen für die eigene Klientel" und jetzt wird halt allerlei blabla gegen die "Münchner Straße aka by Wohnbaugruppe" aufgefahren.

P.S. ich würde das Auto wieder so kaufen ;-)

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26.05.2020

Sollte definitiv erhalten werden!

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