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Augsburg

10.10.2019

CSU und SPD geraten auch beim Thema Bäder aneinander

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Augsburg soll ein 50-Meter-Becken erhalten. Aber wo?

Die SPD greift die CSU wegen des Agierens ihres Stadtratskandidaten Zitzelsberger an. Eine Entscheidung über die Zukunft der Hallenbäder soll bald fallen

Die Frage, wie die Augsburger Bäderlandschaft in Zukunft aussehen soll, wird nach den Schulsanierungen jetzt möglicherweise zum weiteren Streitthema innerhalb des Regierungsbündnisses: Im Sportausschuss des Stadtrates gab es nun erstmals eine politische Diskussion zur Frage, wo und wie ein 50-Meter-Becken entstehen könnte. Dass es ein 50-Meter-Becken für Sportwettkämpfe geben soll und damit verbunden auch deutlich mehr Wasserfläche für Schulsport und öffentlichen Betrieb, ist relativ unstrittig. Doch zwischen CSU und SPD ist ein Streit ums Wie entbrannt, auch wenn es am Montag nicht in die Tiefe der Materie ging.

Stadt will Lösung ohne zusätzlichen Standort

Wie berichtet hat die Verwaltung von Sportreferent Dirk Wurm (SPD) mehrere Varianten ausgearbeitet, wie die Sanierung der bestehenden Hallenbäder und die Erweiterung der Kapazitäten hinzukriegen sind. Wurm favorisiert die Variante, nach der das Spickelbad zum 50-Meter-Becken erweitert werden soll und an einem anderen bestehenden Hallenbadstandort ein Familien- und Freizeitbad entstehen soll.

Sportvereine fürchten Einschränkungen bei Umbau eines Bestandsbades

Ein regionales Bündnis von Sportvereinen lehnt die Idee ab. Es fordert einen weiteren Bäderstandort fürs 50-Meter-Becken. Denn bei der Sanierung oder Erweiterung eines Bestandsbades seien jahrelange Engpässe für alle Nutzer absehbar. Das ohnehin schon zu schmale Angebot an Wasserflächen werde vorübergehend noch weiter eingeschränkt. Sprecher des Bündnisses, das seine Überparteilichkeit betont, ist Bernd Zitzelsberger vom Post SV, der für die CSU in den Stadtrat will.

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Heinrich: Von auswärtigen Vereinen lassen wir uns nichts vorschreiben

Im Sportausschuss hielt SPD-Stadträtin Margarete Heinrich, freilich ohne Zitzelsbergers Namen zu nennen, der CSU vor, das Thema in den Wahlkampf zu ziehen. Ein zusätzlicher Bäderstandort für ein 50-Meter-Becken werde sich dauerhaft bei den Betriebskosten der städtischen Bäder bemerkbar machen. Es sei erstaunlich, dass die CSU ihrer eigenen Finanzreferentin eine derartige Bürde aufladen wolle.

Mit einem Freizeitbad, wie es den Bedürfnissen der breiten Bevölkerung auch entspreche, ließe sich zudem der Betrieb des 50-Meter-Bades mitfinanzieren, ist Heinrich überzeugt. Und von auswärtigen Vereinen, die auch in der Arbeitsgemeinschaft vertreten sind, wolle sie sich ohnehin nicht vorschreiben lassen, was die Stadt Augsburg zu bauen habe.

"Bestellte Wahlkampfrede"

Peter Schwab (CSU) konterte. Heinrich, die ihren Fraktionskollegen Willi Leichtle kurzfristig im Sportausschuss vertrat, habe eine „bestellte Wahlkampfrede“ gehalten. „Und die Diskussion darüber, dass die Stadt Augsburg auch Funktionen fürs Umland erfüllt, etwa auch beim Theater, brauchen wir nicht zu führen“, so Schwab. Man könne das gut finden oder nicht, aber nichts daran ändern.

Schwab regte bei Wurm auch an, das Bärenkeller-Freibad als Standort für ein Hallenbad zu prüfen. Auch hier stünden Erneuerungsarbeiten an, sodass sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen ließen. Wurm will den Vorschlag mit prüfen. Gleiches gilt für den Vorschlag der Vereins-Arbeitsgemeinschaft, das 50-Meter-Becken etwa an der Schwimmschulstraße im Bereich des ehemaligen Sportbades zu bauen.

Im November will Wurm die bisher erarbeiteten Vorschläge öffentlich der Bürgerschaft in drei Veranstaltungen vorstellen. Ein Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen soll Ende 2019 oder Anfang 2020 fallen.

Lesen Sie auch: Bekommt Augsburg ein sechstes Hallenbad?

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