Newsticker
RKI-Chef Lothar Wieler: "Wir müssen jetzt handeln"
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. CSU will stärkste Kraft im Augsburger Rathaus werden

Kommunalwahl

10.01.2020

CSU will stärkste Kraft im Augsburger Rathaus werden

Die CSU will die Karolinenstraße verkehrsberuhigen.
2 Bilder
Die CSU will die Karolinenstraße verkehrsberuhigen.
Foto: Silvio Wyszengrad

OB-Kandidatin Eva Weber stellt ihr Programm vor. Umweltschutz sei wichtig, müsse aber „ideologiefrei“ laufen.

Die CSU und OB-Kandidatin Eva Weber haben am Freitag ihr Wahlprogramm vorgestellt. Es beinhaltet Ideen wie eine teilweise Streichung von Parkplätzen in der Maximilianstraße, um mehr Platz für Passanten zu schaffen, die Einrichtung von neuen Buslinien, ein Konzept gegen Flächenverbrauch und mehr Stadtgrün. „Es geht nicht darum, die Stadt einseitig ideologisch, sondern gleichmäßig zu entwickeln und mit der Lebenswirklichkeit der Menschen Schritt zu halten“, so Weber im Hinblick darauf, dass die Grünen am Vortag für sich reklamiert hatten, das „Original“ beim Thema Umweltschutz zu sein. Den Vorstoß der Grünen, mit höheren Parkgebühren ein 365-Euro-Ticket zu finanzieren, hält Weber für Augenwischerei. „Dafür müssten die Parkgebühren verzehnfacht werden.“ Eine moderatere Erhöhung schließt Weber im Rahmen eines Gesamtkonzepts zur Mobilität gleichwohl nicht aus.

"Eingefleischte CSUler befürworten Idee einer ,autofreien Maxstraße'"

Im Vergleich zu vor sechs Jahren hat die CSU ihr Wahlprogramm deutlich verändert. Dass man die Wähler mit zu viel Umwelt überfordern könnte, glaubt Weber nicht. Das Wahlprogramm sei mit breiter Beteiligung erarbeitet worden. „Da befürworteten auch eingefleischte CSUler die Idee einer autofreien Maxstraße“, so Weber. Gleichwohl sei es zentral, alle Aspekte im Blick zu haben. „Ökologie und Ökonomie müssen Hand in Hand gehen.“

Digitalisierung wird eine große Herausforderung

Augsburg, so Weber, stehe angesichts der Digitalisierung vor einem großen Wandel. Den Strukturwandel mit dem Niedergang der Textilindustrie in den 1990er Jahren habe man trotz des massenhaften Verlusts von Arbeitsplätzen aufgefangen. Nun stünden erneut Änderungen an. „Augsburg soll diesmal Gewinner des Wandels sein“, so Weber. Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt müssten auf die Digitalisierung vorbereitet werden.

Beim Thema Wohnen verweist Weber darauf, dass neue Wohnformen gefördert werden sollen, höher gebaut werden solle und ein Konzept der „sozialgerechten Bodennutzung“ kommen soll, das der Stadt mehr Mitsprache gegenüber Investoren einräumt. Zudem sei eine Anlaufstelle für Vermieter geplant, um ihnen etwa Hilfestellung bei der Vermietung an Sozialhilfeempfänger zu geben.

Verkehrsberuhigung der Karolinenstraße

In Sachen Mobilität setzt Weber unter anderem auf den Ausbau des Radwegenetzes (der in der auslaufenden Periode hinter den Erwartungen zurückblieb) und mehr Platz für Fußgänger. Auch eine Beruhigung der Karolinenstraße steht auf dem Programm, ebenso eine Umplanung der Karlstraße, solange dadurch nicht andere Viertel stärker belastet werden. Den Ausbau der Osttangente befürwortet die CSU. Nahverkehr, so Weber, sei in Deutschland aus Kundensicht „zu teuer“, allerdings werde in Augsburg schon jetzt jede Fahrkarte zur Hälfte aus dem Querverbund der Stadtwerke mit ihrer Energiesparte bezahlt. Dies müsse man im Hinterkopf haben, wenn man die Tarifreform evaluiere, bei der Weber aber Nachbesserungsbedarf sieht.

Die Landes-CSU schaut auf Augsburg

CSU-Parteichef Volker Ullrich sagte, dass es Ziel sei, stärkste Kraft im Rathaus zu werden. Gerade in Großstädten sei es für die CSU schwieriger geworden, allerdings habe die CSU in Augsburg bei der Europawahl ein im Vergleich gutes Großstadtergebnis eingefahren. Auch auf Landesebene werde aufmerksam verfolgt, wie die CSU in Augsburg abschneidet.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

11.01.2020

Eine im Ursprung solide Partei, in der ein anständiger, hier in Bayern geborener, aufgewachsener und weitestehend voll integrierter Herr wegen seines Glaubens regelrecht abgesetzt wird, macht sich - zumindest für mich - unwählbar. Damit stellt sie sich auf eine Stufe von weiten der Teilen der so genannten blauen Partei, aber auch auf die Stufe religiöser Fanatiker, die Angehörige anderer Religionsgemeinschaften als Ungläubige titulieren.

Permalink
11.01.2020

Pardon - da war ein "der" zu viel:

Eine im Ursprung solide Partei, in der ein anständiger, hier in Bayern geborener, aufgewachsener und weitestehend voll integrierter Herr wegen seines Glaubens regelrecht abgesetzt wird, macht sich - zumindest für mich - unwählbar. Damit stellt sie sich auf eine Stufe von weiten Teilen der so genannten blauen Partei, aber auch auf die Stufe religiöser Fanatiker, die Angehörige anderer Religionsgemeinschaften als Ungläubige titulieren.

Permalink
11.01.2020

Das Augsburg "Gewinner des [Struktur-] Wandels" werden soll, ist eine wichtige Feststellung. In unserer Region gibt es viel zu wenige hochwertige Arbeitsplätze, daher die vielen München-Pendler. In den letzten Jahren sind viele Jobs in der Industrie weggefallen. Das Steueraufkommen und das verfügbare Einkommen der Menschen bei uns liegen weit unter dem Landesdurchschnitt.

Aber wie will man dieses Ziel erreichen? Gibt es eine Strategie, und wie sieht sie aus?

Qualifizierte Arbeitsplätze fallen nicht vom Himmel.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren