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Religion

02.01.2018

Christen-Konferenz erwartet 10000 Besucher

Die „Mehr“-Konferenz lockt Jahr für Jahr tausende Gläubige nach Augsburg. Rechts auf der Leinwand ist der Gründer des „Gebetshauses“, Johannes Hartl, zu sehen.

In Augsburg findet ab 4. Januar die Veranstaltung „Mehr“ statt. Was Kritiker daran stört

Das muss man erst mal schaffen: Über 10000 Teilnehmer erwarten die Veranstalter der ökumenischen Glaubenskonferenz „Mehr“ in der Augsburger Messe. Vom 4. bis 7. Januar gibt es dort christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Für Religion so viele Leute zu begeistern – zumal junge; im Schnitt sind die Besucher 37 –, das erstaunt. Was steckt dahinter?

Die „Mehr“: Das sind kurz gesagt Massen, die zu Gebet und Gesang ihre Arme in der Luft schwenken – inmitten einer Ton- und Lichtershow, die professionell wirkt wie bei einer Fernsehgala. Begonnen hat die Konferenz 2008 mit gut 100 Besuchern. Diese Zahl hat sich verhundertfacht. Stefan Dobner erklärt das mit einer „positiven Mundpropaganda“ und der steigenden Bekanntheit durch Medien und soziale Netzwerke. Er ist Sprecher des Gebetshauses, eines Vereins, der die „Mehr“ organisiert.

Das Gebetshaus ist zudem ein Gebäude, das im Augsburger Stadtteil Göggingen steht – und für Ausdauer: Seit dem 19. September 2011 beten dort charismatisch orientierte Christen ununterbrochen. Leiter ist der promovierte katholische Theologe Johannes Hartl, einer der Hauptredner der „Mehr“. Die gut 40 hauptamtlichen Gebetshaus-Mitarbeiter erhalten ihre Gehälter laut Dobner aus Spenden.

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Diese orientierten sich nach unten gedeckelt am gesetzlichen Mindestlohn und nach oben am Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst für pastorale Mitarbeiter in der Kirche. Wie genau das System funktioniert, ob es bei Bedarf etwa Umverteilungen gibt, konnte Dobner nicht sagen. Er ergänzte aber, dass das Gebetshaus Medien über eine ausgelagerte GmbH verkaufe – „um kostenlose Angebote zu finanzieren“.

Spenden waren zuletzt auch bei der „Mehr“ ein Thema: Kritiker fanden die Werbung dafür arg offensiv – und zudem den Eintritt zu hoch. Bis zu 169 Euro beträgt er diesmal, mehr als zuletzt. Grund sind laut Dobner die Kosten für eine zusätzliche Halle. Die Preise sehe man „mit einem gewissen Schmerz“, sie seien aber bloß kostendeckend. Für Kinder etwa koste es weniger, auch gebe es einen Gratis-Livestream. Die Konferenz mache einen niedrigen siebenstelligen Umsatz und damit tendenziell ein geringes Minus.

Konkretere Zahlen nennt Dobner zu den Konfessionen der Teilnehmer: Gut 60 Prozent seien katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger von evangelischer Landeskirche und Freikirchen, drei Prozent orthodox. Diese ökumenische Ausrichtung findet kritischen Widerhall: Im Internet warnen Evangelikale wie traditionelle Katholiken vor Hartls Wirken, das ihnen mal zu papsttreu ist und mal zu viel Freistil hat. „Die Kritik bildet die Unterschiede der Konfessionen ab“, meint Dobner. Bei vielen Besuchern wirke die „Mehr“ jedenfalls: „Dies beginnt bei einer stärkeren Besinnung auf den Glauben und reicht bis zu vollständiger Bekehrung und Umkehr.“

Bei Armin Nassehi ruft die „Mehr“ derweil Skepsis hervor. Der Münchner Religionssoziologe findet: „Die Veranstaltung lebt von einer Reduktion auf Ästhetik und Emotionalität. Sie ist stark an individuellen Erfahrungen und am Erlebnis orientiert, aber ohne theologisches Back-up und Reflexion und dadurch niedrigschwellig.“ Dahinter stehe eine „nichtkonforme Form von Kirchlichkeit, eigentlich eine dissidente Form“.

Die Diözese Augsburg gibt sich da entspannt. Vor einem Jahr setzte sie mit Alessandro Perego einen Beauftragten für das Gebetshaus ein. Dieser sagt, man begegne sich „in gegenseitiger Wertschätzung“. Im vergangenen Jahr hatte Weihbischof Florian Wörner den Abschlussgottesdienst zelebriert.

Wie es nun weitergeht? Dobner erklärt, man wolle neben dem Gebetshaus wegen des Besucherandrangs eine Versammlungshalle bauen. Bei der „Mehr“ stoße das Wachstum indes an Grenzen: Die Kapazität der Messe Augsburg sei fast erschöpft. Mehr „Mehr“ geht bald also nicht mehr.

Christoph Beschnitt, kna

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05.01.2018

Ich wurde leider vom Gebetshaus sehr enttäuscht. Als ich 2016 über BibelTV auf die Initiative aufmerksam wurde, gab es zunächst viele gute Impulse. Ich bin auch gern auf die Mehr 2017 gegangen. Durch mein Bibelstudium ist mir dann allerdings immer mehr aufgefallen, dass Lehre und Praxis dort nicht bibeltreu sind.

Geld für Predigten und Jüngerschaftsschule zu verlangen, ist für mich nicht die Lehre Jesu. Was hätte dieses Haus für eine Power - auch bei der jetzigen Reichweite - wenn man sich wirklich rein zum Wort Gottes bekennen würde! Da meine Kommentare (sowie auch diese Facebook-Bewertung) hierzu an anderer Stelle vom Gebetshaus gelöscht wurden (was mich wirklich, aus rein brüderlichen Sicht, bestürzt hat, dass eine Diskussion nicht angenommen und verhindert wird) gibt es nun eine Website. Dies ist nicht als Angriff zu verstehen. Nur sollte sich derjenige, der sich informieren und ein ganzes Bild machen will, auch kritische Stimmen lesen können. Diese Stimmen verhindert das Gebetshaus bewusst, so gut es geht.

Doch aus bibeltreuer Sicht darf es NIE unkommentiert gelassen werden, was dort gelehrt und praktiziert wird.

Weitere Infos hier: johannes-hartls-irrlehren.jimdo.com

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