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Auszeichnung

27.04.2015

Christian Ude trägt jetzt die Bierkette

Christian Ude bekommt von Sebastian Priller (rechts) und Wolfgang Stempfl, dem letztjährigen Preisträger, die Bierkette umgelegt.
Bild: Mateusz Roik

Warum die Brauerei Riegele den früheren Münchner Oberbürgermeister ehrt

Das war wirklich Künstlerpech: Ausgerechnet beim Finale schwächelte Christian Ude. Immerhin 22 Mal hatte der ehemalige Münchner Oberbürgermeister beim Oktoberfest-Anstich seine besondere Begabung demonstriert. Mit nur zwei wuchtigen Schlägen trieb er den Wechsel in den 100 Liter fassenden Hirschen und verkündete dann das berühmte „Ozapft is“. Doch ausgerechnet wenige Minuten, nachdem ihm die Riegele-Bierkette für große Verdienste um den Gerstensaft und die bayerische Lebensart verliehen worden war, patzte er am späten Samstagnachmittag. Nicht weniger als vier Mal musste er im Hause Riegele den Holzschlegel schwingen.

Königstreue aus ganz Bayern und prominente Zaungästen hatten ihren Spaß. Das Bier schmeckte danach auch nicht schlechter und Ude nahm es gewohnt souverän. Immerhin hatten ihn zuvor Wolfgang Stempfl, Leiter der Münchner Bierakademie und letztjähriger Bierkettenträger, und Hausherr Sebastian Priller über den grünen Klee gelobt. Das widerfährt einem „Roten“ in Bayern nun wirklich nicht oft und schon gar nicht im Kreis gestandener Königstreuer.

Stempfl hatte ihn als „königlich bayerischen Bürgermeister“ gelobt, der die Politik nicht immer bierernst genommen habe. Riegele-Chef Priller hatte nachgeforscht und herausgefunden, dass es zu Christian Ude nicht weniger als 480000 Treffer im Internet gibt.

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Außerdem sei der Ex-OB eine Institution, die sich um die Bierwissenschaft verdient gemacht habe, indem er neben der Berufsschule für Brauer auch die Bierakademie nach München geholt habe. „Und Sie haben öffentlich verkündet, dass es außerhalb Münchens Brauereien gibt, die besseres Bier brauen als die Münchner Sudhäuser, was wir als Familienbrauerei in Augsburg natürlich gern hören.“

Ude selbst erwähnte, dass er sogar, wenn auch mit mäßigem Erfolg, ein Seminar als Brauer absolviert habe. Mit großem augenzwinkendem Selbstbewusstsein parierte er die Hinweise Prillers, dass München einst von Augsburg aus gegründet wurde und Augsburg bereits 200 Jahre vor Bayern ein eigenes Reinheitsgebot hatte: „Das habe ich jedes Mal gehört, wenn ich mit den OB-Kollegen Wengert oder Gribl zusammentraf. Doch da darf ich schon mal fragen: Wenn Augsburg so viel älter ist, was hat Augsburg seitdem erreicht und wie viel wir?“

Seine erste Begegnung mit Bier hatte Ude mit acht Jahren, als ihm sein Opa am Ende einer langen Wanderung eine Viertelmaß Bier bestellt hatte. „Erst wurde mir komisch und dann bin ich eingeschlafen. Lange Zeit habe ich danach geglaubt, Bier sei ein hinterfotziges Mittel der Erwachsenen, um quengelnde Kinder ruhigzustellen.“

Doch mit seiner Wahl zum OB (und Oktoberfest-Anzapfer) sei seine Liebe zum Bier entstanden. Sogar seine Partei habe im Übrigen durchaus eine Beziehung zur bayerischen Tradition. „Schließlich hat es einst die ,Königlich bayerische Sozialdemokratie‘ gegeben – und das ist einmalig in Deutschland.“

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