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02.07.2010

Clever und kreativ gegen die Zigarette

Die Schüler der 4b von der Simpertschule waren die jüngsten der 200 Kinder und Jugendlichen in der Turnhalle der Mädchenrealschule St. Ursula. Doch sie waren nicht zu jung um an einer Nichtraucherkampagne teilzunehmen: Am 16. November letzten Jahres haben sie, als erste vierte Klasse in Augsburg, im Rahmen des europaweiten Wettbewerbs "be smart - don't start" beschlossen, für ein halbes Jahr nicht mit dem Rauchen anzufangen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg belohnte sie und 23 andere teilnehmende Klassen der fünften bis achten Jahrgangsstufe nun mit dem Augsburger Preis. Jede Klasse erhielt für ihr Durchhaltevermögen einen Sachpreis. 2006 nahmen an dem Wettbewerb noch 50 Klassen teil. Dieser Rückgang stehe in Zusammenhang mit einer Fokusverschiebung, meint Hanna Jungnickel von der Koordinierungsstelle Prävention des Gesundheitsamtes. Sie spricht damit die weiter abnehmende Zahl von rauchenden Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren an, die 2008 mit 15,4 Prozent deutschlandweit den niedrigsten Stand seit 1979 erreicht hat.

Auch in Bayern gestalten sich die Zahlen ähnlich. "Rauchen ist mittlerweile weniger wichtig, vielleicht machen wir in den nächsten Jahren auch eine Aktion zum Thema Rauschtrinken", sagt Jungnickel.

Projektaufgabe im Unterricht

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Trotzdem freut sie sich vor allem über den Ideenreichtum der Schüler. Bei dem gesondert vergebenen Kreativpreis prämierte das Gesundheitsamt die drei originellsten Einreichungen zum Thema Nichtrauchen. Den ersten Preis, 150 Euro in bar, gewann die Klasse 8 a von der Heinrich-von-Buz-Realschule. Ihr Deutschlehrer Marian Tögel hatte die Idee, das Thema im Rahmen einer Projektaufgabe für ungefähr einen Monat in den Unterricht einzubauen. Er verband den Lehrplan mit dem künstlerischen Können seiner Schüler und ließ sie Argumentationen und Streitgespräche nicht in einer Schulaufgabe üben, sondern in kleinen Reportagen, Hörspielen und Videofilmen zum Thema Nichtrauchen.

Keine leichte Aufgaben, wenn ein Drittel der 25 Schüler Migrationshintergrund hat und teilweise schlecht deutsch spricht. "Ich bin deshalb verdammt stolz auf meine Multi-Kulti-Truppe", sagte Tögel.(srei)

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