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Augsburg

09.04.2020

Corona: 5700 Betriebe in der Region Augsburg zeigen Kurzarbeit an

Bei der Agentur für Arbeit laufen die Anmeldungen der Betriebe zur Kurzarbeit ein.
Bild: dpa

Plus Immer mehr Unternehmen in der Region Augsburg geraten in Schwierigkeiten. Nun schlägt auch die Handwerkskammer für ihre Mitgliedsfirmen Alarm. Wo es derzeit hakt.

Die wirtschaftliche Talfahrt, die an der Corona-Krise festzumachen ist, setzt sich im Wirtschaftsraum Augsburg weiter fort: Stand Dienstag (7. April) haben 5700 Betriebe eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Diese Zahl hat die Agentur für Arbeit in Augsburg am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion genannt. Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind, lasse sich gegenwärtig nicht sagen, hieß es weiter.

Elsa Koller-Knedlik, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Augsburg, erläutert auch, warum Zahlen keinen Aufschluss bis ins letzte Detail geben: „Im April sollte die derzeit große Welle an Anzeigen statistisch erfasst vorliegen. Die Statistik zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit, einschließlich der Arbeitsausfälle, Branchen und allen betroffenen Beschäftigten, wird noch einige Monate brauchen.“ Das habe laut Koller-Knedlik einen einfachen Grund: „Kurzarbeit wird immer im Nachhinein abgerechnet. Die Unternehmen haben dafür drei Monate Zeit.“

Gegenwärtig müsse man damit rechnen, dass die Zahlen weiter ansteigen. Die Firmen hätten vor Eintritt in die Kurzarbeit die Arbeitszeitkonten und den alten Urlaub der Beschäftigten abgebaut.

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Kurzarbeit in der Region Augsburg: Großer Zuwachs

Die Dimension, die die Kurzarbeit zwischenzeitlich erreicht hat, zeigt sich in einem Vergleich: 5700 Betriebe wollen in Kurzarbeit (Stand 7. April), Ende März waren es laut Statistik 3500 Unternehmen. Elsa Koller-Knedlik hatte dazu erwähnt, dass kleine Firmen und große Unternehmen betroffen seien. Von Kurzarbeit seien im Wirtschaftsraum nahezu alle Branchen betroffen. 3500 Betriebe wollen wegen Corona in Kurzarbeit, hieß es.

Auch die schwäbische Handwerkskammer schlägt längst Alarm für ihre Mitgliedsbetriebe in der Region. Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner sagt: „Das Handwerk darf in weiten Teilen noch arbeiten, doch die Probleme in den Betrieben werden von Tag zu Tag größer.“ Alarmierend sei, dass über 80 Prozent der Handwerksunternehmen massive Umsatzeinbrüche von 50 Prozent und mehr melden. Bis Mitte April könnten wohl viele Firmen durchhalten, sagt Wagner: „Dann drohen Liquiditätsengpässe, Insolvenzen und Kündigungen.“

Corona-Krise: Das sind die Probleme im Handwerk

Gerade Betriebe mit einer dünnen Kapitaldecke gerieten schnell in Not. Da würde Kredite nur mittelbar helfen. Wagner führt aus: „Für viele Firmen stellt sich die Frage, wie sie dieses Geld zurückzahlen sollen. Die staatlichen Programme sind zwar gut ausgestattet, reichen aber nur für kurze Zeit.“ Der Hauptgeschäftsführer der Kammer fordert, dass die finanziellen Hilfen erheblich schneller ankommen müssten. Das Handwerk sei jetzt dringend auf Aufträge angewiesen, um Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten zu können.

Wagner drängt die Politik, wichtige Entscheidungen vorzubereiten: „Spätestens nach den Osterferien braucht es eine Exitstrategie, da die Betriebe diese wirtschaftliche Vollbremsung nicht länger durchhalten können.“ Hilfen und Unterstützungsprogramme, die von staatlicher Seite kommen, seien sehr umfangreich, lobt Wagner. Haken: „Bei den Zuschüssen gibt es inzwischen viel Durcheinander, weil drei Förderprogramme mit unterschiedlichen Konditionen parallel unterwegs sind – ein bayerisches, inzwischen aufgestocktes Förderprogramm, und daneben ein Bundesprogramm – und alle Programme sind mit unterschiedlichen Fördersummen versehen.“ Unterstützung erfahren die Betriebe von der Handwerkskammer.

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09.04.2020

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