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Corona: Höchste Zeit für klare Worte

Kommentar Von Nicole Prestle
25.10.2020

Für Schulen hat die Stadt nun klare Regelungen getroffen. Auch in anderen Bereichen könnte dies sinnvoll sein, um einen kompletten Lockdown zu vermeiden.

Oberbürgermeisterin Eva Weber hat am Wochenende Tacheles gesprochen. Nach Tagen ausweichender Informationen zu weiteren Einschränkungen oder gar einem zweiten Lockdown hat sie endlich offen gelegt, wie die Stadt in Sachen Corona weiter verfahren will. Es war höchste Zeit, denn die Unsicherheit darüber, was kommen könnte, verärgert die Menschen am Ende mehr als die Maßnahmen selbst.

Natürlich werden die neuen Regeln, die ab Anfang November vor allem im Bereich der Schulen gelten sollen, auch nicht jedem gefallen. Auf Schüler, Eltern und Lehrer kommen wieder schwierige Zeiten zu, denn viele Bildungseinrichtungen werden nach den Herbstferien zwangsläufig in den Distanzunterricht übergehen müssen, weil die Raumkapazitäten an den Schulen nicht ausreichen, um Klassen mit bis zu 30 Schülern und mehr auf Abstand zu halten. Man muss der Stadtregierung aber zugute halten, dass sie nicht alle Schularten gleich bewertet und den Einrichtungen in der Gestaltung des Distanzunterrichts den größtmöglichen Freiraum gibt.

Kann man auch in der Gastronomie nachjustieren?

Von Schulen und Kitas gehen nach Auswertung der Fakten derzeit keine großen Infektionsgefahren aus. Eine ähnliche Einschätzung sollte es baldmöglichst auch für andere Bereiche geben. Wie oft zum Beispiel ließen sich bislang in Augsburg Corona-Neuinfektionen auf Restaurantbesuche zurückführen? Hielten sich auch hier die Hinweise auf eine Gefährdung von Gästen in Grenzen, könnte man die vom Freistaat auferlegte Sperrstunde ab 21 Uhr gegebenenfalls wieder nach hinten verschieben. Den Lokalen wäre dadurch geholfen.

Die Stadt will einen zweiten Lockdown verhindern. Gut so, denn ein Teil der Bevölkerung - und ziemlich sicher auch ein größerer als im Frühjahr - würde ihn so wohl nicht mehr mitgehen. Jeder sollte sich aber vor Augen führen: Je mehr man sich die Regeln so zurechtbiegt, dass sie einem noch ausreichend Freiraum geben, desto mehr riskiert man, dass der Vorhang am Ende doch wieder ganz fällt.

Lesen Sie dazu den Artikel:

OB Eva Weber: "Ein zweiter Lockdown müsste anders aussehen"

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