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Augsburg

16.06.2020

Corona-Krise: So ist die Lage am Augsburger Uniklinikum

Rund 3000 Beschäftigte der Augsburger Uniklinik könnten den Corona-Pflegebonus erhalten.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Plus Nach Problemen läuft es jetzt beim Pflegebonus für die Mitarbeiter des Augsburger Uniklinikums. Was sich das Haus für eine mögliche zweite Corona-Welle vorgenommen hat.

Rund 3000 Beschäftigte des Augsburger Universitätsklinikums könnten vom Corona-Pflegebonus profitieren. Diese Zahl hat die Klinik jetzt auf Anfrage unserer Redaktion genannt. Für rund 3000 Mitarbeiter sei inzwischen eine entsprechende Arbeitgeberbescheinigung ausgestellt worden, die für die Auszahlung des Bonus erforderlich ist. Anfangs hatte es Kritik von Beschäftigten gegeben, weil die Klinik zunächst zögerte, die Bescheinigungen auszustellen. Inzwischen ist die Situation aber eine andere. Am Klinikum gibt es auch Pläne für eine mögliche zweite Corona-Welle.

Erste Beschäftigte des Augsburger Uniklinikums haben Pflegebonus erhalten

Tim Graumann von der Gewerkschaft Verdi in Augsburg sagt, derzeit klappe die Beantragung des Bonus problemlos. „Wir wissen, dass die ersten Beschäftigten bereits ihren Pflegebonus erhalten haben.“ 1500 Euro zusätzlich sollen Pflegekräfte für ihren Einsatz in der Corona-Krise bekommen. Zwei Drittel finanziert der Bund, der Freistaat Bayern legt noch ein Drittel drauf. Geht es nach dem Klinikum, sollen nicht nur Pflegekräfte davon profitieren. Auch für das Personal in Bereichen wie der Notaufnahme oder im medizinisch-technischen Dienst wurden entsprechende Bescheinigungen ausgestellt, etwa auch für Physiotherapeuten oder Mitarbeiter im Bereich der Radiologie. Kliniksprecherin Ines Lehmann schränkt aber ein: „Ob diese Beschäftigten alle den Corona-Pflegebonus erhalten, wird allein durch das Landesamt für Pflege entschieden.“

Ende April hatte die Uniklinik sich noch teils dagegen gesperrt, Bescheinigungen zu erstellen. Die Klinik erklärte damals, anfangs sei nicht klar gewesen, welche Berufsgruppen für den Bonus in Betracht kommen. Auch mehrmaliges Nachhaken beim Landesamt für Pflege mit der Bitte um Aufklärung hätte zunächst nichts erbracht. Außerdem machte der Freistaat zunächst die jeweiligen Einrichtungen haftbar für falsche Bescheide. Dieser Passus wurde nach Kritik gestrichen. Der Bonus, verspricht die Uniklinik, werde auch keine negativen Auswirkungen auf das Gehalt oder etwaige Sonderzahlungen haben. Die Zahl der Mitarbeiter, die den Bonus bekommt, könnte auch noch steigen – bis 30. Juni kann die Zahlung beantragt werden. Die Frist wurde um einen Monat verlängert – ein Erfolg, den sich die Gewerkschaft Verdi auf die Fahnen schreibt.

Wie das Augsburger Klinikum zu Kritik aus der "heißen Phase" der Krise sagt

Kritik hatte es in der heißen Phase der Corona-Krise auch an Arbeitsbedingungen am Uniklinikum gegeben. Mitarbeiter hatten sich an unsere Redaktion gewandt und bemängelt, dass der Schutz vor einer Infektion teils nicht ausreichend sei. Pflegekräfte, die Kontakt zu Infizierten hatten, hätten zunächst weiterarbeiten müssen, berichteten sie unter anderem. Auch davon, dass Kritik nicht erwünscht sei, war die Rede. Das Klinikum hatte die Vorwürfe damals bestritten, gleichzeitig aber das Gespräch mit Beschäftigten und der Gewerkschaft gesucht.

 

Verdi-Sekretär Tim Graumann sagt, diese Gespräche hätten keine Ergebnisse gebracht. Das Uniklinikum erklärt hingegen, die Sachverhalte hätten erörtert und geklärt werden können. Letztlich hätten sich die betroffenen Mitarbeiter selbst von den vorgebrachten Beschwerden „distanziert“. In der Corona-Krise habe es für alle Bereiche des Klinikums eine „Lernkurve“ gegeben, man habe Prozesse und Instrumente geschaffen, um Herausforderungen dieser Art begegnen zu können – etwa bei einer möglichen zweiten Welle der Corona-Pandemie. So werde nun bei größeren organisatorischen Veränderungen eine Arbeitsgruppe einberufen, die einen Konsens erarbeiten soll.

Wie die Sprecherin des Uniklinikums erklärt, liegt die Anzahl der Covid-19-Patienten, die aktuell im Haus behandelt werden müssen, im „niedrigen einstelligen Bereich“. Die Zeit bis zu einer möglichen zweiten Welle wolle man nun auch nutzen, um gemeinsam zu reflektieren, was in Zukunft noch besser laufen könne.

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