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Augsburg

21.02.2021

Corona: So geht es heute an den Augsburger Schulen weiter

Simone Eberl, Schulleiterin der Lechhauser Luitpold-Grundschule, freut sich auf die Rückkehr der Schüler. Die 340 Schüler werden in zwei Gruppen geteilt. Präsenzunterricht findet im täglichen Wechsel statt.
Bild: Peter Fastl

Plus Am Montag geht an den Augsburger Grund-, Mittel- und Realschulen der Unterricht wieder los – zumindest für einen Teil der Schüler. Wie der Schulstart aussieht.

Am Montag kehren in Augsburg weitere Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. Für die Abschlussjahrgänge von Gymnasien und FOS/BOS findet bereits Präsenzunterricht statt: Nun folgen Abschlussklassen an Real- und Mittelschulen im Präsenzunterricht sowie die Grundschulen. Dort könne, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, Wechselunterricht stattfinden, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Was heißt die neue Entwicklung für die Schulen konkret? Ein Blick zur Luitpold-Grundschule in Lechhausen, an der schon alle Vorkehrungen getroffen wurden: Per Schnelltest wurden die Lehrer dort beispielsweise schon auf das Coronavirus getestet.

Schulamtsleiter Markus Wörle sieht Grund- und Mittelschulen generell gut gerüstet. Sie hätten sich intensiv mit dem Präsenzbeginn, den notwendigen Planungen und pädagogischen Herausforderungen auseinandergesetzt, sagt er. Die Mitglieder der Schulleitungen hätten sich in Videokonferenzen darüber ausgetauscht, ob Präsenz- oder Wechselunterricht gewählt werde, wie die Notbetreuung sinnhaft mit anderen Unterrichtsarten an der Schule verknüpft werden und wie das Ganztagesangebot umgesetzt werden könne.

Es sei ein "sensibler Abwägungsvorgang zwischen Gesundheitsschutz und Präsenzunterricht und gemeinsamem Lernen", sagt Wörle. Die Reihentestungen an Schulen würden in enger Kooperation mit dem Bildungsreferat der Stadt Augsburg umgesetzt. Ebenso hätten alle Schulen ausreichend OP-Masken zur Verfügung gestellt bekommen.

Grundschule in Augsburg: Präsenzunterricht im täglichen Wechsel

Auch den Augsburger Lehrern wurden gemäß den Beschlüssen des Bundes medizinische Masken zur Verfügung gestellt. Der Hausmeister der Luitpold-Grundschule habe die Masken bereits beim Schulamt abgeholt, berichtet Schulleiterin Simone Eberl. Sie sehnt die Rückkehr der Schüler herbei. Ab Montag kommen die 340 Schüler der Lechhauser Grundschule im Wechsel. "Aus pädagogischen Gründen haben wir uns für einen täglichen Wechsel entschieden - während des ersten Lockdowns hatten wir noch einen wöchentlichen Wechsel."

Die Erfahrungen hätten aber gezeigt, dass bei einem täglichen Wechsel mehr Kontinuität und Stabilität geschaffen werde könne. "So haben die Schüler eine strukturiertere Woche, und wir sind näher am einzelnen Kind", sagt Eberl. Nach Rücksprachen mit Gesundheitsamt und Bildungsreferat haben sich die Lehrer der Schule bereits der ersten Reihentestung unterzogen.

Lehrer, Schüler und Erzieher können sich in Augsburg auf Corona testen lassen

Nach der neuen Teststrategie sollen Schüler ab 15 Jahren einen freiwilligen Selbsttest pro Woche bekommen. Lehrkräfte und Kita-Personal können sich zweimal die Woche auf Kosten des Freistaats auf das Virus testen lassen. "Wir haben eine Liste von Ärzten erhalten, wo wir uns testen lassen können, und haben freiwillig in der Praxis einen Schnelltest vorgenommen. Die Resonanz bei den Lehrern war groß", sagt die Schulleiterin. Wenn Einrichtungen kein Vertragsarzt zur Verfügung steht, können sich Schüler, Lehrer und Kitapersonal auch an der Messe testen lassen.

"Im städtischen Testzentrum an der Messe Augsburg wurden zusätzlich Kapazitäten geschaffen", sagt Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne). Ab dem 22. Februar werde dort für diese Zielgruppe montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr ein eigener Test-Zeitraum zur Durchführung von Corona-Schnelltests reserviert. Die Terminvereinbarung müsse im Vorfeld zentral für alle zu testenden Personen durch die jeweilige Einrichtung erfolgen. Ab 1. März können dann zusätzlich zum Testzentrum an der Messe die beiden Schnelltestzentren an der Plärrerwache und in der Maximilianstraße 59 genutzt werden.

Corona-Krise in Augsburg: Ein Lehrer schlägt Alarm

Schulleiterin Simone Eberl fürchtet nicht, dass bei den Grundschülern in den vergangenen Woche große Lücken entstanden sind. "Wir haben uns digital auf den Weg gemacht und haben über MS Teams unterrichtet. Die Kinder konnten so intensiv betreut werden. Sogar die 40 Kinder, die in der Notbetreuung in der Schule waren, konnten digital am Distanzunterricht teilnehmen."

Schulamtsleiter Markus Wörle sagt zum Wiedereinstieg, es müsse "an die Lernerfahrungen und an das Lernen des Distanzunterrichts angeknüpft werden". Zudem sei es unerlässlich, den Schülern wieder Struktur für gemeinsames Lernen im sozialen Miteinander zu geben und dem einzelnen Schüler schnellstmöglich eine Standortbestimmung zu geben, wo er jetzt stehe.

Lehrkräfte hätten den wichtigen Auftrag, Lerndefizite auszugleichen und Lernstände anzugleichen, obwohl dies nur kontinuierlich und mit viel Engagement und mit viel Geduld und Zeit auf allen Seiten gelingen könne. Wiederholen und Üben werde neben der Vermittlung von neuem Lernstoff einen großen Platz einnehmen. Es sei darauf zu achten, dass er nach einer Phase des Ankommens, die der Schulamtsleiter mit mindestens einer Woche umschreibt, wieder mit Leistungserhebungen begonnen wird.

Wann weitere Jahrgänge an die Schulen zurückkehren können, ist bisher noch nicht absehbar. Ein Augsburger Mittelschullehrer, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, drängt darauf, dass es dazu lieber früh als spät kommt. "Es hätte schon viel eher passieren müssen. Schüler von mir gehen im Distanzunterricht verloren und sind nicht erreichbar", sagt er.

Es gebe Schüler, die mit zahlreichen Geschwistern zusammenlebten, die nicht alle ein Endgerät zur Verfügung hätten. Er stelle fest, dass sich seine Schüler veränderten, teils traurig, teils aggressiv zu Hause sitzen würden. "Sie dürfen ja nicht einmal Fußball spielen. Ihnen fehlt die Bewegung, die persönliche Zuwendung." Es gebe Schüler, da müsse man im Klassenzimmer sein und beim Erklären danebenstehen. "Normalerweise lasse ich mir einmal wöchentlich die Hefte zeigen. Online klappt das doch gar nicht."

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22.02.2021

Ich persönlich halte es für Wahnsinn die Schulen jetzt wieder aufzumachen. Wenn die Kinder dann in der Schule stundenlang aufeinanderhocken, sich gegenseitig anstecken (das Virus soll ja jetzt angeblich doch auch Kinder befallen) dann kann man die Geschäfte und Restaurants auch wieder aufsperren. Die Ansteckung findet ja dann schon zu Hause statt.
Entweder es gibt eine gefährliche Pandemie dann müssen alle sich an Einschränkungen halten oder eben nicht wenn das ganze doch nicht sooooo gefährlich ist das man Schulen wieder öffnen kann.
Wir haben 2 Schulpflichtige Kinder, wir haben uns mit Homeschooling eingerichtet und könnten das locker noch bis Ende des Schuljahres durchziehen. Und danach fahren wir erst mal in den Urlaub ;-)

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22.02.2021

Ich auch (das mit dem Wahnsinn). Fahrschule, Friseur ... ebenfalls Wahnsinn. Sie sprechen auch die Einschränkungen an: mir gibt es viel zu viele unsinnige Einschränkungen. Tausche unsinnige gegen sinnvolle Einschränkungen. Das ist aber nicht in Sicht. Deswegen wirds mit Ihrem Urlaub erst 2022 was. :-)

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