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Augsburg

13.03.2020

Coronavirus: Schließung trifft Schulen und Kitas in Augsburg "hammerhart"

Bis mindestens 19. April gibt es in den Augsburger Schulen und Kindertagesstätten nur eine Notbetreuung.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Für rund 40.000 Schüler und 14.500 Mädchen und Buben in Kitas bricht ab Montag in Augsburg die Betreuung weg. Betroffene berichten, was das für sie bedeutet.

Die Nachricht, dass ab Montag bayernweit alle Schulen und Kindertagesstätten wegen der Corona-Krise geschlossen werden, schlägt in Augsburg hohe Wellen. In der 300.000-Einwohner-Stadt gibt es 40.000 Schüler und fast 14.500 Mädchen und Buben, die in Kitas betreut werden.

Mit 260 Kindern in elf Gruppen ist die katholische Kindertagesstätte St. Elisabeth im Stadtteil Lechhausen Augsburgs größte Kita. „Die Schließung trifft uns hammerhart“, sagt Leiterin Maria Marberger. „Glück im Unglück“ ist für sie und ihr rund 50-köpfiges Team, dass an diesem Freitag ausnahmsweise keine Kinder im Haus anwesend sind. „Wir hatten einen Teamtag angesetzt und nutzen ihn jetzt natürlich dazu, die mindestens fünfwöchige ungeplante Schließung zu organisieren.“ Denn anders als die Schulen wäre die Kita St. Elisabeth – wie viele andere Betreuungsstätten auch – in den Osterferien geöffnet geblieben.“

Coronavirus: Augsburger Kita-Leiterin rechnete mit einer Schließung

Statt pädagogischer Fragen standen am Freitag also in Lechhausen organisatorische Dinge an. Alle Eltern sollen laut Marberger telefonisch über die Situation informiert werden. Notfalls werde auch noch am Wochenende versucht, die Familien zu erreichen. „Uns ist klar, was die fehlende Betreuung für unsere Eltern bedeutet“, sagt die Kita-Leiterin. Gleichwohl stehe sie hinter der Entscheidung der Staatsregierung. Sie habe auch schon in den letzten Tagen damit gerechnet, dass es so kommen wird, sagt Marberger.

Organisiert werden muss in ihrem Haus unter anderem die Notbetreuung. Denn Kinder von Eltern, die in Pflegeberufen oder etwa bei der Polizei arbeiten, haben ein Anrecht auf Betreuung. Marberger rechnet mit mindestens 50 Mädchen und Buben vom Krippen- bis zum Hortalter, die trotz der Schließung in den nächsten Wochen in die Kita St. Elisabeth kommen. An Familien, deren Kinder jetzt zuhause bleiben müssen, appelliert Marberger, sich zusammenzuschließen und sich im Notfall gegenseitig bei der Betreuung zuhause zu unterstützen.

Löweneck-Schule: Fast 500 Kinder sind von der Schließung betroffen

Auch die Löweneck-Schule in Oberhausen mit knapp 500 Schülern von der 1. bis zur 9. Klasse stand am Freitagvormittag ganz im Zeichen von Corona. Als Britta Siemer am Morgen von der Schließung erfuhr, formulierte sie sofort einen Brief an alle Eltern und schickte ihn los. Er wurde auch auf der Homepage der Schule veröffentlicht. Der Wortlaut: „Leider ist der Coronavirus auch in Bayern angekommen. Wir haben jedoch keinen bestätigten Fall an unserer Schule“, heißt es in dem Schreiben.

Dieses Schild informiert an der Eingangstür über die Schließung der Löweneck-Schule.
Bild: Silvio Wyszengrad

Und weiter: „Ihre Kinder haben von uns einen Wochenplan und Arbeitsmaterialien sowie alle Schulbücher mitbekommen. Jetzt liegt es in Ihrer Verantwortung, sich um Ihre Kinder zu kümmern und dafür zu sorgen, dass die Kinder täglich schulische Arbeiten erledigen, Vokabeln üben und die mitgegebenen Arbeitsaufgaben erledigt werden.“

In Oberhausen gibt es Notbetreuung bis zur 6. Klasse

Laut Siemer hat ihr Kollegium vorerst für zwei Wochen die Arbeitspläne ausgearbeitet. Unterricht auf digitalem Wege aufrechtzuerhalten, sei an der Löweneck-Schule nicht möglich: „Nicht alle Familien haben Internet beziehungsweise die nötige Ausstattung“, sagt die Rektorin. Auch an der Oberhauser Grund- und Mittelschule wird es eine Notbetreuung für Kinder geben, deren Eltern in Pflegeberufen etc. arbeiten – und zwar für Kinder bis zur 6. Klasse.

Wie Siemer sagt, gibt es für sie und ihr Kollegium – ein Teil arbeitet im Home-Office – in den nächsten Tagen viel zu regeln. „Unter anderem müssen wir schauen, wie wir unsere neunten Klassen durch die Abschlussprüfungen bekommen.“ Eigentlich sollen diese im Mai beginnen – wenn Corona nicht auch diesen Zeitplan durcheinanderwirbelt.

Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier bei uns im Live-Blog: Coronavirus in Augsburg: Zahl der Infizierten steigt auf zehn

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13.03.2020

Kann mir sehr gut vorstellen, dass jetzt sehr, sehr viele Schüler extrem traurig sind, weil die Schulen schließen und die Osterferien auf 5 Wochen verlängert werden.......

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