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Augsburg

05.12.2019

Coworking in Augsburg: Wer braucht noch sein eigenes Büro?

Kein eigenes Büro mehr: Blick in den „Coworking Space“ in der Salomon-Idler-Straße 30, ein Projekt der Industrie- und Handelskammer.
Bild: Bernd Hohlen

Immer mehr Firmen teilen sich Arbeitsplätze. Sie erhoffen sich Austausch. Ein Projekt der IHK soll auch Jobs von München nach Augsburg holen.

Braucht jeder noch sein eigenes Büro? Mit einem großen Chefsessel als Statussymbol. Gerade bei jüngeren Firmen legt man darauf keinen so großen Wert mehr. Sogenannte „Coworking-Spaces“ werden auch in Augsburg immer beliebter. Dabei handelt es sich um offene Großraumbüros, in denen man sich auf Zeit einmieten und auch Gemeinschaftseinrichtungen wie Konferenzräume nutzen kann. Vor allem Freiberufler und Start-ups nutzen solche Einrichtungen, von denen es in Augsburg mittlerweile mindestens acht gibt.

IHK Schwaben eröffnet Schwabens größtes Coworking-Angebot

Die Mieter schätzen die Flexibilät der Mietbedingungen und die meist günstigeren Preise, vor allem aber den Austausch mit anderen, die sich am Schreibtisch oder dem Büro nebenan eingemietet haben. Oft entstünde in den „Spaces“ eine Art Ideenpool zu bestimmten Fragen und Herangehensweisen, die einen selbst in der eigenen Arbeit weiterhelfen können, erzählen erfahrene Coworker. Zu den bestehenden Coworking-Angeboten in Augsburg gesellt sich seit kurzem ein weiteres hinzu. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) hat in der Salomon-Idler Straße 30, direkt an der Universität Augsburg, ihren „Coworking-Campus“ eröffnet. Auf 800 Quadratmetern ist hier ein Arbeitsraum entstanden, der bis zu 100 jungen Unternehmern, Start-ups und Mittelständlern die Möglichkeit bietet, vernetzt, unbürokratisch und in sozialen Strukturen zu arbeiten.

Gemietet werden können einzelne Arbeitsplätze aber auch Büroeinheiten. Es ist schwabenweit das größte Angebot seiner Art. Die IHK gründete dafür die Betriebsgesellschaft „Coworking-Campus GmbH“, deren Geschäftsführer Matthias Köppel und Tobias Kollewe sind. Um das Projekt umzusetzen, ist das Gebäude an der Universität, das seit 30 Jahren der Kammer gehört und auch die IHK-Akademie beherbergt, saniert worden.

IHK Schwaben eröffnet ersten Coworking-Campus an der Universität Augsburg

Heute eröffnete die IHK Schwaben ihren Coworking-Campus direkt an der Uni Augsburg. Auf 800 Qudratmetern Fläche können bis zu 100 flexible Arbeitsplätze, Projektbüros für Start-Ups, Firmengründer und Freelancer einen Arbeitsbereich mieten. Ein ausführlicher Bericht dazu folgt. Hier aber schon mal ein erster Eindruck:

Gepostet von Alles aus Augsburg am Freitag, 8. November 2019

Pendler sollen Arbeitsplatz in Augsburg bekommen

Die Kammer verspricht sich einiges von ihrer Einrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Augsburger Uni. Unter anderem, dass sich Unternehmen von außerhalb mit kleineren Einheiten in Augsburg ansiedeln, weil sie die Anbindung zur Uni nutzen oder Mitarbeiter aus Augsburg sich so das tägliche Pendeln an den Arbeitsplatz sparen können. „Allein nach München pendeln täglich 9300 Menschen. Wir wollen, dass Firmen ihre Leute aber auch nach Augsburg bringen“, sagt IHK-Präsident Andreas Kopton.

Dass diese Strategie aufgehen kann, zeigen bereits die Firmen Techem aus Hessen und ESE GmbH aus Oberbayern. Beide haben jeweils Teambüros im „Coworking-Campus“ gemietet. Auch andere Unternehmer schätzen das Angebot der IHK. Einer von ihnen ist Dominic Jefferson von Jefferson & NetzWerk. Er hat sich für einen „Fix-Desk“ für 333 Euro im Monat entschieden, also einen festen Schreibtisch, den nur er nutzt – im Gegensatz zu einem Flex-Desk für 200 Euro im Monat, den auch andere Coworker nutzen können.

"Coworking weitet den unternehmerischen Blick"

Jefferson ist in der Personalentwicklung tätig und lobt das arbeiten und Zusammensein mit anderen: „Ich muss keinen Mietvertrag unterschreiben und auch keine Kaution zahlen. Zudem finde ich hier unterschiedliche Branchen und Charaktere. Das ist wichtig für meine spezielle Arbeit. Der soziale Aspekt und die Motivation in einer Gruppe zu arbeiten, aber gleichzeitig beruflich ungebunden sein, ist ideal“, sagt er. Auch Bettina Plangger, Niederlassungsleiterin von Mercedes-Benz in Augsburg, schätzt das Konzept: „Coworking schafft die Möglichkeit, auch auf andere Branchen zu schauen und nicht nur auf die eigene. Dadurch weitet sich der unternehmerische Blick.“

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