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08.11.2017

Da zitterte die Luft in der Kiste

The Mojo Six mit Blues und Boogie Woogie

Sie gehören zu „Live in der Kiste“ – die Augsburger Stars „The Mojo Six“. Zum 7. Mal ließen Stephan Holstein, Sepp Holzhauser, Adi Weidenbacher, Martin Schmid, Daniel Mark Eberhard und Walter Bittner die Luft zwischen den Säulen im Foyer zittern. Natürlich wollte am Ende im vollen Saal fast keiner gehen, nachdem die Sechs die nicht totzukriegende Vergangenheit aus der heißen Küche von Boogie Woogie, Blues und Rock ’n’ Roll aufkochten – nicht aufwärmten. Sie würzten die Standards mit Improvisationen, provozierten manchmal mit tollen Lesarten und kehrten doch immer zum pulsierenden Grundnerv zurück.

Eberhards Hammond-Spiralen zogen in T-Bone Walkers schwer brandende „Stormy Monday Blues“-Wogen hinein, man ließ Elmore James’ rabiat ausgeschleuderten Boogie „Shake Your Money Maker“ folgen und steckte so die Kontraste ab: Erdige, sogar elegant sich verlierende Blues-Melancholie von T-Bone Walker, Richard M. Jones („Trouble In Mind“) bis Eric Clapton („I Can’t Hold Out“), Rock ’n’ Roll-Power von Muddy Waters („Rolling And Tumbling“) bis Bill Haleys „Shake Rattle And Roll“ am siegreichen Ende. Lustiges wie Sheridans „Skinny Minnie“ und die durch alle Instrumente und Vocals gehende Endlosschleife „Jambalaya“ wurden mit Spielfreude neu veredelt. Elvis fehlte nicht („Baby What You Want Me To Do“).

Stephan Holsteins Sax- und Klarinetten-Momente reichten von zart-filigran bis zur glühend schnaubenden Präzision. Was die Mundharmonika von Adi Weidenbacher neben charismatischem Drive an magisch zersplitternden Kristall-Tönen hervorbrachte, war verblüffend. Er zauberte als Sänger in „I’m Telling You Now“, begleitet von Sepp Holzhausers geschmeidiger Gitarre. Zuverlässiger Impulsgeber und Sänger ist Martin Schmid (E-Bass, Kontrabass). Auch Walter Bittners Percussion-Palette begeisterte durch Variabilität von filigran bis zum präzisen Aufbrausen, ebenso Daniel Mark Eberhards souverän ausgebreitetes Wirken zwischen Hammond und Piano. „Hoochie Coochie Man“ beschloss die Zugaben-Euphorie. Manfred Engelhardt

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