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05.06.2009

Damit Familien wieder auf die Füße kommen

Bärenkeller Es ist nicht leicht zu finden - denn wer vermutet schon ein Büro mitten in einer Wohnblockzeile? Vergangene Woche gab es eine Premiere: In einer umgebauten Wohnung im Drosselweg 7 b, dort wo die Stadt Augsburg mehrere Wohnungen für obdachlose Familien unterhält, wurde ein Außenbüro eingeweiht, das das Amt für Soziale Leistungen gemeinsam mit dem Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrum Augsburg betreibt.

Das Projekt funktioniert so: Das Hilfezentrum unterhält neben seiner Zentrale in Hochzoll ein weiteres Büro für Mitarbeiter, die für die ambulante Jugendhilfe zuständig sind. "Unser erklärtes Ziel ist es", so Sigrun Maxzin-Weigel, Leiterin des Zentrums, "die Hilfen zu bündeln, um Familien wieder auf die Füße zu stellen."

Verschuldung, problematische Wohnverhältnisse, die schulische Ausbildung der Kinder oder die beruflichen Perspektiven seien die häufigsten Themen bei der ambulanten Hilfe. Schon in den vergangenen Jahren hatte der Weg der Pädagogen immer wieder in den Bärenkeller geführt. Oft sind diese Familien auch Klienten des Amts für Soziale Leistungen. "Es gibt hier relativ hohe Schnittmengen", sagt Robert Kern, Sachgebietsleiter für die Obdachlosenhilfe und auch verantwortlich für das Projekt "Kinderchancen".

Deshalb wolle jetzt die Stadt mit diesem Stützpunkt im Bärenkeller "Ansprechpartner vor Ort sein" - mit festen Sprechstunden, zu denen es keinen Termin braucht. Kern weiß, dass viele der betroffenen Menschen "nur ungern zu uns in die Stadtmetzg kommen".

Damit Familien wieder auf die Füße kommen

Dank mittelalterlicher Musik, gespielt von Annette Graach und Harald Häusl, bekam das Einweihungsfest eine fröhlich beschwingte Note. Auch in den Grußworten schien diese Zuversicht auf, dass das Geschaffene sinnvoll ist und Bestand haben würde.

Nähe zu den Menschen

So lobte Pfarrer Johannes Repky, Stiftungsvorsitzender des Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrums, "die unmittelbare Nähe des Büros zu den Menschen". Gleichzeitig fragte er angesichts der immer mehr sichtbar werdenden Hilfsbedürftigkeit von Menschen an, "nach welchen Werten wir unser politisches Handeln ausrichten". Stadtrat Erwin Gerblinger lobte die "Vernetzung" von aufsuchender Sozialarbeit und Wohnhilfeprojekt.

Die im Bärenkeller wirkenden Pfarrer Karl Mair, Katholisch St. Konrad, und sein evangelischer Kollege Bernd Fischer von der Erlöserkirche, erinnerten in einer kleinen Segenshandlung an das biblische Bild vom "Haus, das auf einen Felsen und nicht auf Sand gebaut" werden solle. "Wir alle sind vor Lebenskrisen nicht bewahrt", so Fischer. Und Pfarrer Mair versprach: "An meiner Person wirds nicht fehlen."

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