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Augsburg

05.09.2019

Damit Schüler richtig Lust aufs Lernen bekommen

Die Schülerinnen Zoe (links) und Reka unterbrachen ihre Sommerferien, um es den künftigen Schülern an der Schule im Spickel schön zu machen. Klassenlehrerin Ingrid Zacher und Hausmeister Christian Härtl helfen, wo sie können.
Bild: Hochgemuth

Außenstelle der Herrenbach-Grundschule im Spickel bereitet Erstklässlern wieder einen herzlichen Empfang.

Der Pausenhof in der Grundschulfiliale Spickel ist voll von Zeugnissen eines „außergewöhnlichen Zusammenhalts“. Er zeichnet sich laut Klassenlehrerin Ingrid Zacher durch ein Miteinander von Eltern, Lehrkräften und Hausmeister, Schülern und Sponsoren aus. Die kleine Außenstelle am Ablassweg Ecke Hornungsstraße wird jedes Jahr aufs Neue vor und in den großen Sommerferien ein Stück weiter aufgehübscht.

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Zoe O’Reilly und Reka Höß kommen an einem ihrer letzten Ferientage in die Schule, um angeleitet von Hausmeister Christian Härtl und der Pädagogin noch einmal Hand anzulegen. Entstanden ist ein von einem Schülervater geschreinerter Bücherschrank, dessen Inhalt von Amazon gesponsert wird. Er soll als Herzstück einen Gesamtkunstwerks die Lieblingsbücher der Schüler beinhalten und von einem Fassaden-Mosaik umrahmt werden. Entsprechende Anleitung für die Motive gab Katharina Steppe-Roth von der Kunstschule Palette. Auch deren Ehemann wirkte mit, behandelte die Wand entsprechend vor und lieferte als Betreiber einer Steinmetz-Firma die Fliesenscherben, die von den Kindern zusammengefügt wurden.

Die Kinder sind "extrem stolz" auf ihre Werke

Die Idee zur jüngsten Gemeinschaftsaktion hatte Klassenelternsprecherin Eva Spatz. Nachdem Rektorin Ingrid Gärtner grünes Licht gegeben hatte, konnte der Entwurf in viel ehrenamtlicher Arbeit ausgeführt beziehungsweise umgesetzt werden. Erfahrungsgemäß gehen die Kinder sehr sorgsam mit ihrer eigenen Kunst um, weil sie dazu einen Bezug haben. „Die Kinder sind extrem stolz auf das, was sie selbst geschaffen haben“, stellt Ingrid Zacher fest.

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Die beiden Mädchen, die an diesem Freitagvormittag noch einmal im Schulhof zu Malerarbeiten antreten, denken vor allem an den nahenden Schulanfang. Ihr Ziel ist es, den Neulingen einen schönen Empfang zu bereiten, so „dass man richtig Lust hat, in die Schule zu gehen“ Reka, die schon während der Pfingstferien verreist war, würde bei so einem Sondereinsatz „auf jeden Fall wieder“ mitwirken. Zoe hingegen, die mit drei weiteren Mitschülern den Baumstamm gestaltete, reiste während der Ferien zu den Wurzeln ihrer Familie – nach Irland. Sie zeigt den von ihr mitgestalteten Bereich unterhalb der Baumkrone, merkt aber an: „Leider war ich nicht dabei, als die Fugenmasse eingesetzt wurde.“

Christian Härtl ist der Mann für alle Fälle in der Herrenbach-Grundschule, für die er seit 2004 tätig ist. Für die Zweigstelle im Spickel sei er immer am Dienstag, Mittwoch und Donnerstagnachmittag da, weil er ansonsten „drüben im Herrenbach“ eingespannt sei. Dort müsse er im Herbst das Laub machen, die Dachrinnen säubern, im Winter Schnee räumen, sich um den Müll kümmern und „was eben sonst so anfällt“.

Im Herrenbach hat der Hausmeister mehr zu tun

Verglichen mit der kleinen Außenstelle im Spickel sei im Schulhaus an der Herrenbachstraße wesentlich mehr los. Dort wohnt er auch in einer Werkswohnung direkt an der Schule. Die Residenzpflicht von früher gebe es zwar nicht mehr, doch die verbliebenen sieben Jahre seiner Berufstätigkeit will Härtl noch an der Schule bleiben. Und das, obwohl es laut sei. Denn das Schulgelände werde nicht nur während der Unterrichtszeit, sondern am Nachmittag auch vom Stadtjugendring mitder b-box genutzt.

Der bunte Gartenzaun, die Sitzraupe neben dem Hartplatz, das Tic-Tac-Toe-Spiel aus Holz oder auch der Pavillon des Fördervereins vor dem Eingang gehören zu den Bemühungen der Spickel-Zweigstelle, den Lernerfolg zu sichern. Auch das „Grüne Klassenzimmer“ ist gerade in heißen Sommern ein Ort, an dem Kinder lieber unterrichtet werden als in geschlossenen, aufgeheizten Räumen. Das jüngste Projekt unterstützte laut Ingrid Zacher „SchulePlus“ als städtischer Hauptgeldgeber. Aber auch die Elterninitiative Aktion Pausenhof wirkt regelmäßig an den Projekten zur Verschönerung mit.

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