Jazzclub Augsburg

15.09.2014

Das Feuer Brasiliens

Das Brazilian Trio und Wolfgang Lackerschmid zeigen sich in Höchstform

Gleich zum Auftakt der aktuellen Saison von „Live at the Jazzclub“ zündeten die Veranstalter ein Feuerwerk an brasilianischen Rhythmen ab. Derzeit mit Augsburgs Jazz-Größe Wolfgang Lackerschmid gemeinsam im Studio, legte das Brazilian Trio eine Aufnahmepause ein, um im ausverkauften Augustanasaal ein Konzert zu geben, das das Publikum begeisterte.

In Kennerkreisen gehört das Brazilian Trio längst schon zum Besten seiner Art. Nicht umsonst wurde das erste und bisher einzige Album der Combo „Forests“ auf Anhieb in der Kategorie „Best Latin Jazz Album“ nominiert. Sie haben das Feuer Brasiliens im Blut, auch wenn die drei in Brasilien geborenen Musiker mittlerweile in den Vereinigten Staaten leben. Antonio Carlos Jobims Bossa Nova „Favela“ lieferte den eindrücklichen Beweis. In seinem Spiel brach lateinamerikanische Finesse durch. Die Performance war fein austariert und von dynamischem Raffinement durchzogen.

Dass Helio Alves (Piano), Nilson Matta (Bass), Duduka da Fonseca (Schlagzeug) und Wolfgang Lackerschmid (Vibrafon) auch anders können, zeigte der „Neverending Waltz“, eine Art Perpetuum mobile Jazz Waltz. Wo in der Begleitung vornehme Zurückhaltung herrschte, trat in den Soli geschmackvoll eingesetzte Virtuosität hervor. Da Fonseca beherrscht wie kaum ein anderer eine ureigene Art, die Samba in sein solistisches Spiel einfließen zu lassen, ohne ihr in Gänze zu verfallen, während Matta in gefühlvoller Anmutigkeit improvisiert. Alves und Lackerschmid indes spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Der Spaß, den das homogen agierende Quartett am Musizieren hatte, war den Protagonisten anzuhören und anzusehen. Kreative Intimität herrschte derweil in dem von Nilson Matta komponierten Song „Baden“, den das Brazilian Trio einmal ohne Lackerschmid präsentierte. Ein episches Werk, das Zitate aus der Klassik homogen in die Bossa Nova einfließen ließ.

Tosend war der Applaus zum Ende des Konzertes. Bedauerlich nur, dass die CD noch nicht erhältlich ist. Ein Veröffentlichungstermin steht, wie Lackerschmid informierte, auch noch nicht fest.

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