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Demografie-Serie (19)

14.12.2012

Das Hochfeld wächst und wächst

Das Prinz-Karl-Palais ist nicht nur schön anzusehen. Die Bewohner im Hochfeld nutzen auch die dortigen Einkaufsmöglichkeiten.
Bild: Ruth Plössel

In den vergangenen fünf Jahren stieg in dem Stadtteil zwischen Prinz-Karl-Kaserne und Uni die Zahl der Einwohner um 14 Prozent

Hochfeld Das Hochfeld ist ein weniger prominenter Stadtteil. Das Areal zwischen der ehemaligen Prinz-Karl-Kaserne und der Uni kommt den meisten nicht gleich in den Sinn, wenn sie an Augsburg denken. Dabei ist es ein boomendes Viertel: Die neuesten Zahlen des Statistikamts zeigen, dass hier die Bevölkerung wächst und hier auch besonders viele jüngere Menschen leben.

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Generell wird die Einwohnerzahl Augsburgs bis 2030 zunehmen, aber unter den einzelnen Stadtteilen wird es Gewinner und Verlierer geben. Das Hochfeld, das keine weit zurückreichende Geschichte hat und erst vor etwa 100 Jahren besiedelt wurde, ist eine begehrte Wohngegend und wird das voraussichtlich auch bleiben. Nach Aussage des städtischen Integrationsbeauftragten Matthias Garte soll es in dem Stadtteil einen Einwohnerzuwachs um drei Prozent geben.

Allein von 2006 bis 2011 stieg hier die Zahl der Einwohner um 1091 oder 14 Prozent auf 8886. Der Zuwachs ist der höchste im gesamten Stadtgebiet. Die Gesamtstadt muss sich, da es auch Stadtteile mit Bevölkerungsrückgang gibt, mit einem Anstieg um 0,7 Prozent begnügen.

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Das Hochfeld wurde nach der Eröffnung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, der heutigen Bahnstrecke Augsburg-Lindau, zwischen 1911 und 1923 zum Wohnviertel. Viele Bahnarbeiter zogen hierher, auch Beamte. Vorher war das Hochfeld tatsächlich ein freies Feld zwischen Augsburg und Haunstetten.

Garte charakterisiert den Stadtteil als „altes Arbeiterviertel“. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es schon einmal einen Boom, allerdings einen eher unfreiwilligen: Viele Flüchtlinge wurden hier angesiedelt. Seit etwa 20 Jahren ändert das Hochfeld sein Gesicht noch einmal nachhaltig. Wegen der nahen Universität ziehen gern Studenten hierher, die allerdings in der Regel nur zeitweise Hochfeld-Bewohner sind. Das neu entstandene Prinz-Karl-Viertel übt ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Stadtteil aus. Junge Menschen wohnen gern in Innenstadtnähe und schätzen die gute Verkehrsanbindung. Das Hochfeld ist unter anderem durch zwei Straßenbahnlinien (von Göggingen und von Haunstetten her) erschlossen.

20- bis 40-Jährige sind überdurchschnittlich vertreten

Die Folge: 20- bis 40-Jährige sind im Hochfeld im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich vertreten (38,7 gegenüber 29,4 Prozent). Auch Single-Haushalte herrschen hier stark vor (56,2 im Vergleich zu 49,9 Prozent). Wenig verwunderlich ist daher, dass es auch mehr Ledige (41,5 Prozent) als in Augsburg insgesamt (33,5 Prozent) gibt. Im Hochfeld leben auch etwas mehr Menschen mit Migrationshintergrund als in der Gesamtstadt. Auffällig sind vor allem Bürger aus der ehemaligen Sowjetunion (12,4 im Vergleich zu 8,6 Prozent). Allerdings ist ihr Anteil im Univiertel noch deutlich höher.

In den vergangenen Jahren hat das Hochfeld nicht nur durch Zuzüge gewonnen. Es ist auch einer der wenigen Augsburger Stadtteile, in dem die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen positiv ist. Betrachtet man die Jahre 2006 bis 2011, gab es jedes Jahr einen Geburtenüberschuss, insgesamt plus 109. Aber auch die Wanderungsbilanz ist positiv: 123 mehr Menschen zogen ins Hochfeld, als von dort weg. Erweitert man die Betrachtung auf die vergangenen zwölf Jahre, so ergibt sich, dass seit dem Jahr 2000 nur einmal, nämlich 2008, die Einwohnerzahl geringfügig um 0,7 Prozent zurückging.

Vorschau Nächste Woche blicken wir in die Firnhaberau.

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