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06.07.2010

Das Karussell der Vizepräsidenten

An der Hochschule Augsburg dreht sich das Personalkarussell. Gesucht wird ein neuer Vizepräsident - schon wieder, könnte man sagen. Denn der scheidende Vizepräsident Klaus Kellner steht nach nur vier Jahren Amtszeit nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung, obwohl er sechs Jahre amtieren könnte. Er sei zwar "nicht amtsmüde", sagt der Marketingprofessor. "Aber als Vizepräsident kommt man von der Lehre immer weiter weg, und eigentlich will man sein Fach leben." In der Hochschulleitung tut man sich unterdessen schwer, einen Nachfolger zu finden. Auf ein Rundmail mit Bitte um Vorschläge kam nur eine einzige Antwort.

Ein stressiger Job

Insgesamt hat Hochschulpräsident Hans-Eberhard Schurk zwei Stellvertreter. Doch auch wenn es zwei Vize sind, gilt der Posten als stressiger Job, den offenbar niemand allzu lange machen möchte. Der frühere Vizepräsident und Professor für Bauingenieurwesen, Manfred Schnell, blieb nur vier Jahre im Amt, Ex-Vize Stefan Bufler sogar nur zwei Jahre.

Es sei eine schöne, erfolgreiche Tätigkeit gewesen, sagt Bufler heute. "Das Amt war aber kein Zuckerschlecken", so der Professor für Kommunikationsdesign. Seine Motivation Professor zu werden, sei auch nicht primär die Verwaltungsarbeit in einer Hochschule gewesen.

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Vizepräsident ist offenbar kein Posten, um den man sich reißt. Auch diesmal war es für Präsident Schurk nicht einfach, einen Nachfolger für Kellner zu finden. Als Schurk ein Rundmail mit der Bitten um Vorschläge an die sieben Fakultäten verschickte, bekam er nur eine Antwort. Sie kam aus dem Fachbereich Informatik. Schurk machte sich noch selbst auf die Suche. Zum Schluss habe es mehrere Bewerber gegeben, betont er. Heute will Schurk dem Hochschulrat seinen neuen Kandidaten schriftlich vorschlagen. Nach Informationen unserer Zeitung wird es der Wirtschaftsinformatiker Gordon Rohrmair sein. Der 33-Jährige, der an der Oxford University seinen Doktor machte, ist seit rund einem Jahr Professor an der Hochschule Augsburg.

Neben Rohrmair wird sich Manfred Bayer zur Wiederwahl als Vizepräsident bewerben. Für den Elektrotechnik-Professor ist es die zweite Amtsperiode.

Die Wahl der beiden Vize gilt bei Beobachtern schon jetzt als so gut wie sicher. Danach wartet auf sie jede Menge Arbeit - bei wenig zusätzlichem Geld. Bis zu 500 Euro Funktionszulage pro Monat erhält der Stellvertreter des Präsidenten. Gleichzeitig muss er viel Zeit für Gremiensitzungen in der Hochschule aufwenden, außerdem für Abstimmungstreffen im Wissenschaftsministerium und öffentliche Repräsentationstermine. Zudem hat jeder Vizepräsident noch einen eigenen Verantwortungsbereich. Der Neue soll sich zum Beispiel darum kümmern, die angewandte Forschung an der Hochschule voranzubringen.

Schurk hofft, dass bei der Wahl im Hochschulrat alles glatt geht. Das Problem sei, dass die Vizepräsidenten sehr viel mit Hochschulmanagment zu tun hätten. "Viele unserer Professoren lehren aber gerne."

Der "Kellner'sche Trichter"

Trotz Stress - ihren Job erledigen die Vize meist sehr erfolgreich. Kellner entwickelte den Marketingspruch der "gefragten Persönlichkeiten", auch um Absolventen als Arbeitskräfte in der Wirtschaft anzupreisen. Das Konzept der "gefragten Persönlichkeiten" sei extern sehr gut angekommen, sagt Christian Märtin, Vize im Hochschulrat. Der Slogan wurde so oft wiederholt, dass er Gesprächspartnern regelrecht eingetrichtert wurde. "Man spricht bei uns inzwischen vom Kellner'schen Trichter", sagt Märtin. "Meinung

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