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Augsburg

10.02.2015

Das Problem mit den Prinzen an Fasching

Die Wertinger Sonja I. und David I. regieren bei der Faschingsgesellschaft Lechana in Gersthofen. Sonja I. hat gut lachen. Sie hat einen Prinzen.
Bild: Marcus Merk

Nicht alle Augsburger Faschingsgesellschaften haben ein Regentenpaar. Die Männer sind das Problem. Doch Not macht erfinderisch.

Im Fasching ist es nicht anders als im wahren Leben: Die Prinzessin ist da, vom Prinzen aber fehlt jede Spur. Das spüren auch die Faschingsgesellschaften – sie finden keine Regenten. Aber warum ist es so schwer, aus Männern Prinzen zu machen?

Eine Erklärung hat Eugen Müller, Präsident der Bayerisch-Schwäbischen Fastnachtsvereine: „Männer tanzen nicht so gerne wie Frauen.“ Ihnen mache es keinen Spaß, viele würden auch die Bühne scheuen, weiß Müller. Und es gehöre viel Zeit dazu, die nicht jeder aufbringen kann. „Mit dem Adelstitel sind viele Proben und jede Menge Auftritte verbunden. Das lässt sich mit dem Beruf oft nicht vereinbaren.“

Suche nach Prinzen: Hollaria macht aus Not eine Tugend

Dass die Prinzensuche schwer ist, das mussten dieses Jahr auch die Augsburger Faschingsgesellschaften feststellen. Die Hollaria machte aber aus der Not eine Tugend, sagt Präsident Georg Rehm: Zunächst war das Traumpaar für diese Saison schnell gefunden. Alles fing bestens an, dann musste der Freund von Prinzessin Julia I. Judex absagen. Aus beruflichen Gründen hätte er nicht alle 85 Termine der Faschingsgesellschaft wahrnehmen können. Die Hollaria stand damit vor einem Problem und hatte zwei Möglichkeiten: Entweder einen der verbleibenden Tänzer zum Prinzen ernennen oder etwas ganz Neues ausprobieren. Sie entschied sich für Letzteres und nahm sich die Frauenquote in Führungspositionen zum Vorbild. „Darum herrscht dieses Jahr anstatt eines Prinzenpaares eine Eiskönigin, ganz ohne männlichen Regenten.“

Auch wenn diese Königin von neun Tänzern begleitet wird, kennt Präsident Rehm das Problem der Tanzmuffel. „Auch wir bekommen unsere Männer nur schwer auf die Bühne, sie wollen nicht tanzen. Deshalb gibt es bei uns auch doppelt so viele Tänzerinnen wie Tänzer.“

Ähnliche Schwierigkeiten hatte der Augsburger Carnevals Verein. Vom Vorsitzenden Josef Schreiegg sind deshalb zwei Regenten benannt worden. Diese waren jedoch krankheitsbedingt und beruflich so eingeschränkt, dass Prinzessin Berrin Esnemez Auftritte wie die Ernennung ihres Hofstaats ohne einen Prinzen an ihrer Seite absolvieren musste.

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