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13.01.2019

Das Schlachthof-Quartier erfindet sich neu

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So sollen die „Bürolofts am Proviantbach“ aussehen. Baubeginn wird im Frühjahr sein, erste Mieter können Anfang 2020 einziehen.
Bild: Dierig Holding AG (Grafik)

Seit zwölf Jahren entwickelt die Dierig Holding AG die Fläche am östlichen Rand der Innenstadt. Jetzt entsteht der erste Neubau auf dem Gelände. Was geplant ist.

Der Augsburger Schlacht- und Viehof war einst das zweitgrößte Schlachtzentrum Bayerns und belegte die Fläche zwischen Amagasaki-Allee und Johannes-Haag-Straße sowie Berliner Allee und Proviantbachstraße. Heute wird das Gelände anders genutzt: Während es zur Amagasaki-Alle hin weiter einen Kompaktschlachthof gibt, findet sich jenseits davon das neugestaltete Schlachthof-Quartier, das vorwiegend gastronomisch besetzt ist.

Dafür wurden die Gebäude in den vergangenen zwölf Jahren saniert und neu vermietet. Der Neubau eines Bürogebäudes entlang der Proviantbachstraße soll die Neustrukturierung des Areals bis Anfang 2020 nun nahezu abschließen. Er ist abgesehen von einer im Bau befindlichen Lagerhalle für die Hasenbräu-Mutter Tucher der erste Neubau auf dem Gelände.

Dass sich jener Teil des ehemaligen Schlachthofs so entwickelt hat, dafür sorgte die Dierig Holding AG. Zwei Jahre, nachdem der Schlachthof 2004 geschlossen wurde, kaufte der Konzern 2006 einen ersten und 2012 einen weiterenTeil des Areals; seither wird das Gelände neu entwickelt. Die zahlreichen denkmalgeschützten Gebäude wurden saniert – immer bedacht darauf, den Industrie-Charme und Reminiszenzen an die 1898 entstandenen Bauwerke zu erhalten. Dafür gab es den Denkmalpreis des Bezirks Schwaben.

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Dierig hat gut zwölf Millionen Euro investiert

Gut zwölf Millionen Euro hat Dierig investiert und für 25 Mieter auf dem rund 52000 Quadratmeter großen Areal ein neues Zuhause geschaffen. Erster Kunde war 2007 die Infau-Gesellschaft, die Beschäftigungsprojekte für Jugendliche umsetzt. Die Hasen-Brauerei beschloss 2010 den Umzug ihrer Produktionsstätte von der Innenstadt auf das Schlachthofareal und hat in der ehemaligen Großviehmarkthalle mit dem Restaurant Kälberhalle eine Art Bräustüberl mit gutbürgerlicher Küche eingerichtet. Dazu gesellen sich weitere gastronomische Angebote. So werden auch in der ehemaligen Schlachthofgaststätte wieder Speisen serviert (Schlachthof Restaurant), das Spezialitätengeschäft Via del Gusto sowie das Restaurant N8-Stallungen bedienen Liebhaber der italienischen Küche. Fans von Bio-Backwaren gehen ins Café Himmelgrün, das die Bio-Bäckerei Schubert betreibt, die 2014 mit der gesamten Produktion auf das Schlachthofgelände zog. Der Schwerpunkt des Quartiers liegt damit auf einer gastronomisch-lebensmittelorientierten Nutzung.

Aber auch Firmen und Betriebe, die damit nichts zu tun haben, sind Mieter der historischen Gebäude. Ins ehemalige Kühlhaus ist ein Fitnessstudio eingezogen, Büroflächen wurden geschaffen. Für keinen Mieter wurde neu gebaut, sie zogen alle in Bestandsgebäude.

Neue Büros und eine neue Lagerhalle

Das wird sich in diesem Jahr ändern: Dierig errichtet neben einer Lagerhalle für Tucher für rund vier Millionen Euro auch ein neues Bürogebäude mit 1500 Quadratmetern, das Anfang 2020 bezugsfertig sein soll. Es wird entlang der Proviantbachstraße entstehen. So soll der bisher leer stehende Raum zwischen dem historischen Direktionsgebäude (Veterinäramt der Stadt Augsburg) und der Walter Wiedemann GmbH auf „passende Weise“ geschlossen werden, wie Prokurist Benjamin Dierig sagt.

Die „Bürolofts am Proviantbach“ werden über der bestehenden Außenwand um das Schlachthofgelände „schweben“ und bekommen eine Klinkerfassade. Von den acht Büroeinheiten sind sieben bereits vermietet, für die achte steht ein Abschluss des Mietvertrags kurz bevor. Die fünf Bäume, die für den Bau gefällt werden müssen, will Dierig nachpflanzen. „In der ersten Pflanzperiode nach Fertigstellung werden wir fast das Dreifache an neuem Grün wieder einsetzen.“

Mit dem Bau der Bürolofts ist das Schlachthof-Gelände nun so gut wie komplett saniert und umgenutzt. Nur noch ein historisches Gebäude, die Pferdestallung, wartet auf ihre Bestimmung. „Dafür haben wir schon eine Idee – oder besse, einen Plan. Aber der wird noch nicht verraten“, so Dierig. Er verweist auf die anderen Projekte, die sich rund um das Schlachthof-Quartier im Textilviertel ergeben haben. Eines davon ist das „Kult-Quartier“ von Klaus-Bau. Hier sollen in unmittelbarer Nähe zum Schlachthof am Proviantbach 112 Wohnungen entstehen. Baubeginn ist im Frühjahr 2019. Bezugsfertig sollen die Wohneinheiten 2020 sein.

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