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15.10.2009

Das Sozialkaufhaus zieht um

Es wird bis kurz vor der Eröffnung geschraubt, geputzt und eingeräumt. In Haunstetten eröffnet am Samstag das Sozialkaufhaus des Vereins "Contact". Auf etwa 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird vom Pullover über das Buch und das Sofa bis zum Fernseher und Geschirr alles Erdenkliche an gebrauchten Waren angeboten.

"Ich habe in den vergangenen Nächten wenig geschlafen und mich gefragt, wie wir das alles schaffen sollen", sagt Vereinsvorsitzende Roswitha Kugelmann. Noch kann sich der Betrachter nicht so recht vorstellen, dass am Samstag alles an seinem Platz stehen wird. Doch die Mitarbeiter, darunter viele ehrenamtliche, geben sich alle Mühe, den Termin zu halten. Insgesamt hat "Contact" derzeit etwa 100 aktive Unterstützer.

Der Verein hat seine über die Stadt verteilten Niederlassungen zusammengelegt. Künftig finden Kunden das Sozialkaufhaus Im Tal 8, einer Querstraße der Kopernikusstraße. Die Straßenbahnlinie 3 hält in unmittelbarer Nähe.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen

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"Wir brauchten ein Gebäude, wo wir ausreichend Verkaufsfläche haben, Büroräume vorhanden sind, unsere Werkstatt den Platz hat, um Möbel zu lagern und zu erneuern, und wo wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind", so Kugelmann über die Gründe des Umzugs. Vormittags arbeitet sie als Insolvenzberaterin im Finanzamt, anschließend ist sie im Sozialkaufhaus vor Ort. "Ich fange derzeit 5.45 Uhr im Amt an, um die Arbeit zu schaffen", sagt sie. Zur Philosophie des Vereins gehört es, keine Gegenstände anzukaufen. Alles was Besucher dort erwerben können, wurde gespendet. Mit dieser Entscheidung will "Contact" die Preise so niedrig wie möglich halten, damit sich auch finanziell schlechter gestellte Menschen die Waren leisten können.

Die Palette der Kunden indes beschränkt sich nicht auf Hartz IV-Empfänger, so die Vorsitzende. "Es kommen polnische Leiharbeiter, die hier in leeren Wohnungen untergebracht werden, Studenten, die erstmals eigenes Mobiliar brauchen und auch Kunden, die sich bewusst für Secondhand-Ware entscheiden." Eine Studentin habe ihr berichtet, der Laden gelte unter Studierenden als "Geheimtipp".

Die Kleidung sortieren sie zunächst nach Sommer und Winter sowie nach Zustand. Bei guter Qualität kommt es direkt in den neuen Laden. Ist die Kleidung in einem akzeptablen Zustand geht sie in den Billigladen in der Hochstiftstraße und ist die Qualität so, dass es nicht mehr verkauft werden kann, geht sie als Spende nach Rumänien, so die Insolvenzberaterin.

Das neue Sozialkaufhaus hat aber noch mehr, als den Verkauf gebrauchter Waren zu bieten. Mit einem Flohmarkt, der immer samstags stattfindet, und dem Angebot, Sachen einlagern zu lassen, kommen zwei weitere Säulen hinzu. "In den Holz- beziehungsweise Gitterboxen können Kunden ihr Inventar einlagern, wenn sie beispielsweise einige Zeit ins Ausland gehen", erklärt Kugelmann.

Öffnungszeiten und Kontakt Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 8 bis 18 Uhr. Die Tore für den Flohmarkt in einer der Hallen öffnen am Samstag ab 7 Uhr. Telefonischer Kontakt über 08 21/815 66 15.

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