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13.06.2009

Das Uraltthema in brandaktueller Frische

"Herzrast" steht im Hintergrund, in Blockschrift gesetzt mit Neonröhren. Sonst ist die Bühne der Komödie leer - und damit offen für alles. In diese Offenheit stellt das Junge Team Theater (JTT) junge Liebende und Jugendlieben auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. In "Liebesspielzeug", einer verdient umjubelten Premiere, geht es schon richtig zur Sache. Am Ende aber, wenn der Trennungsschmerz Einzug hält, spielt man wieder Flipper, wird das Liebesspielzeug in das Lieblingsspielzeug eingetauscht.

Nicht mehr Frühlingserwachen ist es, was die Figuren auf der Bühne umtreibt. Man hat Erfahrung, Sehnsucht, Narben - und eine Menge Angst vor neuen Wunden, die verschiedene Kompensations-Blüten treibt. Als Ort für das Innerste gibt es die blaue Ecke, in der die eine oder der andere aus der Clique Intimes und die eigene Liebes-Philosophie preisgibt. So kommen verschiedene Episoden, Pärchen und Beziehungsphasen gleichzeitig und nacheinander auf die Bühne.

In zehn Monaten Probenzeit entwickelten das JTT, Susanne Inkiow (Inszenierung), Maria Schneider (Dramaturgie) und Susanne Hiller (Bühne, Kostüme) ein Kaleidoskop frühsommerlichen Herzrasens, das trotz vieler Facetten die Einheit wahrt. Der Spagat gelingt durch ausgeprägte, überzeugend gespielte Charaktere, durch logische Ent- oder Verwicklungen von der Verliebtheit bis zur Sprachlosigkeit, von der brüsken Zurückweisung bis zum Mut der Entscheidung füreinander. Und die Rampe dient als Spot für einzelne Momentaufnahmen, wenn etwa die Wünsche und Nöte gleichgeschlechtlicher Liebender inszeniert werden.

Ein Schlussstrich unter die Irrungen und Wirrungen aus gestandener "Angst vor dem Ende" kann selbst am Ende nicht gezogen werden: Sämtliche Möglichkeiten bleiben offen - wiewohl so mancher buchstäblich einen Teil von "Herzrast" davon trägt. Mit dem "Liebesspielzeug" schaffte JTT wirklich Schweres bravourös: Nämlich das Uraltthema Liebe mit brandaktueller Frische darzustellen. Und zwar für alle Altersstufen.

Weitere Aufführungen am 16., 18., 21., 22. Juni und 4. Juli in der Komödie

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