Newsticker

Urlauber aufgepasst: Auf Mallorca und Co. gilt ab Montag eine strenge Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Das „Wirtshaus am Dom“ in Augsburg öffnet wieder - mit neuem Betreiber

Augsburg

11.06.2020

Das „Wirtshaus am Dom“ in Augsburg öffnet wieder - mit neuem Betreiber

Gerhard Walser führt das „Wirtshaus am Dom“, zusammen mit seiner Ehefrau Ettie. Die beiden Kinder, links Laura und rechts Michael, schauen manchmal vorbei, wenn die Eltern wieder lange im Lokal stehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Das "Bayerische Haus am Dom" war einige Monate geschlossen, ein neuer Pächter will das Restaurant nun fortführen. Er ist in der Branche kein Unbekannter.

In diesen Wochen ein Restaurant zu eröffnen braucht vielleicht noch mehr Mut, als ihn ein Gastronom in Deutschland sonst haben muss. Denn die Corona-Krise trifft die Branche mit am härtesten. Mut habe er, sagt Gerhard Walser. Noch mehr aber Leidenschaft: „Hiermit habe ich mir einen Traum erfüllt.“ Der Traum ist das neue „Wirtshaus am Dom“, das früher als „Bayerisches Haus am Dom“ firmierte. Es stand einige Monate leer. Der frühere Pächter Jörg Zobel machte Ende 2019 Schluss. Seit 18. Mai betreibt nun Walser das Lokal, zusammen mit seiner Ehefrau. Für den 51-Jährigen kein Sprung ins kalte Wasser.

Was Gäste künftig im "Wirtshaus am Dom" in Augsburg erwartet

Als Betriebsleiter des „Brauhaus 1516“ am Hauptbahnhof kennt der gebürtige Augsburger die Gastro-Situation seiner Heimatstadt. „Wie alle hat Corona uns kalt erwischt. Ursprünglich wollten wir Mitte März zur Starkbier-Saison öffnen“, erzählt er. Ändern könne man die Situation nun nicht, man müsse einfach das Beste daraus machen. So konnten Walser und seine Frau Ettie länger an Inneneinrichtung und Speisekarte feilen – obwohl sich bei letzterer nicht viel geändert hat: Schwerpunkt sind Klassiker der schwäbischen und bayerischen Küche wie Schweinshaxe, Kässpatzn oder Zwiebelrostbraten. Alles frisch, möglichst regional.

Dazu gibt es Bier von der Klosterbrauerei Andechs und Weißbiere von der Brauerei Gutmann. Walser sagt, „beim Bier wollte ich keine Kompromisse eingehen. Der Gast soll hier trinken können, was ich selbst gern mag“. Einflüsse aus der Heimat von Ettie Walser, die aus Indonesien stammt, wird man hier nicht finden. „Viel zu scharf für viele Deutsche“, erklären beide und lachen.

Das „Wirtshaus am Dom“ in Augsburg öffnet wieder - mit neuem Betreiber

Kennengelernt hat sich das Ehepaar während einer dreimonatigen Auszeit Gerhard Walsers. Auf Bali suchte er beim Wellenreiten und in der Hängematte Erholung von seiner anstrengenden Tätigkeit in der Gastronomie. Heute leben die beiden mit ihren Kindern in Haunstetten. Walsers Tag beginnt meist um acht Uhr im „Brauhaus 1516“, ehe er ab etwa zehn Uhr im „Wirtshaus am Dom“ hinter der Theke und im Service arbeitet.

Wieder geöffnet: Das "Wirtshaus am Dom" hat eine lange Geschichte

Hier ist auch Ettie Walser den ganzen Tag zu finden, um 22.30 Uhr geht es erst nach Hause. Unterstützt werden Walsers von einer festangestellten Servicekraft und einer Köchin. Walser erzählt: „In die Küche haben wir richtig investiert. Und wir sind froh, eine so gute Köchin gefunden zu haben.“ Würde sie einmal länger ausfallen, wüsste er nicht was er tun würde. Während das Wirtshaus in normalen Zeiten Platz für rund 170 Gäste bietet – davon etwa 70 im Außenbereich – ist es derzeit nur knapp die Hälfte.

Und Walser hatte geplant, das Wirtshaus jeden Tag offen zu haben – nun ist der Montag ein Ruhetag. Anders lässt es sich mit der Personaldecke auch nicht stemmen. „Wir hatten bereits Gäste aus umliegenden Hotels, die hier drei Tage hintereinander gegessen haben. Das freut uns sehr. Aber wie allen Gastronomen in Augsburg fehlt uns natürlich jede Menge Umsatz.“

Alten Zeiten wolle er aber nicht hinterhertrauern, immerhin könne er derzeit mit wenig Personal arbeiten. Längere Öffnungszeiten am Abend seien nicht angedacht, man wolle schließlich ein klassisches Wirtshaus bleiben.

Das erkennt der Gast auch im Innenraum: Wände, die zum Teil mit dunklem Holz vertäfelt sind, lange Sitzbänke mit dicker Polsterung, aus Holz gefertigte Stühle. An den Wänden hängen Lithografien. Die Zeichnungen haben stets einen Ausschnitt der Stadt als Motiv. So drückt Walser seine Liebe zu seiner Heimat aus. „Ich bin Augsburger durch und durch.“ Mit ein Grund, warum es ihn besonders freut, gerade hier seinen Traum einer eigenen Wirtschaft leben zu können: Über dem Eingang prangt noch der Schriftzug Schönefelder Hof. An der Seite des Gebäudes ist eine Steintafel angebracht, Walser freut sich sichtlich darüber. Seit 1822 ist es eine Weingaststätte, aber bereits 1270 diente es als Gästehaus. Diese Tradition will Walser weiterleben.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren