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Jahresrückblick

27.12.2019

Das hat die Menschen in Augsburg 2019 bewegt

2019 war wieder ein bewegtes Jahr in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Ein unerwarteter Rückzug, ein schlimmes Verbrechen, eine überraschende Ernennung: Über diese Nachrichten aus dem Jahr 2019 sprechen die Augsburger bis heute.

Wirtschaft: Für den Wirtschaftsstandort ist es kein rosiges Jahr. Mehrere Unternehmen müssen Stellen abbauen oder Standorte schließen. Im April wird bekannt, dass der Flugzeugbauer Premium Aerotec bis 2023 rund 500 Stellen abbauen will. Weitere 600 seien gefährdet, wenn es nicht gelingt, weitere Aufträge an Land zu ziehen. Ursache ist ein Auslastungsrückgang, unter anderem wegen der auslaufenden Herstellung des großen Airbus A380. Mit großen Demonstrationen ziehen die Beschäftigten ums Werk an der Haunstetter Straße und appellieren auch an die Mutter Airbus, Aufträge nach Augsburg zu vergeben. Im September folgt ein erstes Aufatmen: Für die neue Langstreckenversion der Airbus-A320-Familie – den A321 XLR – wird Premium Aerotec künftig den hinteren Mitteltank bauen. Die Einzelteilfertigung soll im Frühjahr starten. Damit ist das Worst-Case-Szenario, ein Abbau von bis zu 1100 Stellen, zunächst abgefedert. Auch MT Aierospace wird um einen Personalabbau nicht herumkommen.

Der Augsburger Standort von Fujitsu wird geschlossen

Der Standort von Fujitsu wird bis Ende 2020 geschlossen. Das wurde schon Ende 2018 bekannt, 2019 startet der wellenartige Abbau von Personal. Im September verlassen die ersten Mitarbeiter das Unternehmen. Zuvor hatte es im Juli auf dem Werksgelände eine große Jobbörse gegeben, um Mitarbeitern neue Chancen zu eröffnen. Dazu übernimmt das Augsburger Unternehmen Kontron Mitte des Jahres die Mainboard-Sparte des Augsburger Fujitsu-Werks und bietet Beschäftigten an, sich zu bewerben. Im November schließlich wird bekannt, dass das 2018 gegründete Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) aus Fujitsu und Lenovo, die Fujitsu Client Computing Limited (FCCL), einen neuen Entwicklungsstandort im Raum Augsburg plant. Für 120 Beschäftigte, so glauben Insider, ergeben sich damit neue Arbeitsplätze. Dank dieser Entwicklungen und der Tatsache, dass 350 Beschäftigte direkt bei Fujitsu bleiben können – sie ziehen Ende 2020 in den Toni-Park am Alten Postweg um – sind von den ursprünglich 1500 Beschäftigten "nur" noch rund 600 ohne eine berufliche Perspektive. Für sie wird es im Februar eine Jobbörse geben. Auch der Wechsel in eine Transfergesellschaft ist möglich.

Der Augsburger Roboterbauer kommt 2019 nicht zur Ruhe. 350 Arbeitsplätze werden wegfallen. Ein Großteil davon ist bis Ende des Jahres abgebaut. Im Dezember wird bekannt gegeben, dass in Augsburg weitere 90 Arbeitsplätze wegfallen. Noch arbeiten am Unternehmenssitz rund 3500 Frauen und Männer. Einst waren es zu Spitzenzeiten einschließlich Leiharbeitern etwa 4000. Trotz der Unruhe im Unternehmen gibt es auch positive Signale: Kuka hält an den rund 100 Millionen Euro schweren Bauvorhaben am Standort Augsburg weiter fest. Im Juli war Richtfest fürs Bildungszentrum an der Zugspitzstraße.

Das hat die Menschen in Augsburg 2019 bewegt

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl tritt nicht mehr an

Kommunalpolitik: Es war der 13. März in diesem Jahr. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sorgte an diesem Tag für einen Paukenschlag in der Kommunalpolitik. Der CSU-Mann, der seit Frühjahr 2008 im Rathaus regiert, kündigte an, dass er für eine dritte Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehe. Er werde bei der Wahl im März 2020 nicht antreten.

Auch viele Parteifreunde wurden von dieser Aussage vollkommen überrascht. Eine Frau, die seit einigen Jahren politisch an der Seite des Oberbürgermeisters stand, war dagegen frühzeitig in die Entscheidung eingebunden gewesen. Eva Weber, Wirtschaftsreferentin und Finanzreferentin der Stadt Augsburg, soll aus Sicht der CSU die Nachfolge antreten. Sie ist OB-Kandidatin ihrer Partei.

Mit Bekanntgabe des anstehenden Abschieds von Gribl gewinnt die Kommunalwahl am 15. März 2020 an Dynamik. Dies zeigt sich auch daran, dass bis Jahresende insgesamt 15 Gruppierungen und Parteien ankündigen, dass sie bei der Wahl antreten wollten.

Kultur: Die Unesco ernennt Augsburg im Sommer zur Welterbestätte. Ausgezeichnet wird die historische Wasserversorgung der Stadt. Über Jahrhunderte hinweg gelang es in Augsburg, die Menschen in der Stadt mit sauberem Trinkwasser und mit ausreichend Wasser zum Antrieb der Wasserräder zu versorgen. Der kluge Umgang mit der Ressource, die technischen Finessen, die zur Hebung und Weiterleitung des Wassers erdacht wurden, und das Können der Augsburger Brunnenmeister beeinflussten die Entwicklung der Stadt positiv und machten sie reich. Für die Stadt ist der Welterbe-Titel nun Verpflichtung, einerseits alle Wasserdenkmäler zu erhalten und andererseits Besucher aus aller Welt zu informieren. Auch der Bildungsgedanke spielt eine Rolle. So sind künftig auch Fachtagungen zum Thema Wasser in Augsburg denkbar. Noch ist die Stadt aber am Anfang mit ihren Bemühungen.

Grund zur Freude: Die Vertreter der deutschen Delegation kurz nach der Annahme Augsburgs als Welterbestätte. Mit im Bild Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel (4. von links), Welterbe-Koordinator Ulrich Müllegger (2. von rechts) und seine Stellvertreterin Antonia Hager (4. von rechts).
Bild: Thomas Weitzel


Angehörige prangern erfolgreich Pflege-Missstände an

Pflege: Es war nicht schön, was Angehörige von Bewohnern des Pflegeheims "Haus am Schäfflerbach" im Juli berichteten: Verdreckte Toiletten, Einsparungen am Essen, verkotete Bettwäsche, überlastete Pflegekräfte, die sich um die rund 150 Senioren nicht ausreichend kümmern – als diese Missstände öffentlich wurden, schlug das hohe Wellen. Auch in der Politik.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) ordnete an, dass ihr Ministerium sich von dem Fortgang im Augsburger Heim unterrichten lassen solle. Auf dem privaten Träger Korian, eine europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Paris und mit 234 Pflegeheimen allein in Deutschland, lastete plötzlich ein enormer öffentlicher Druck. Dieser Druck war letztendlich zwei Frauen zu verdanken, deren Mütter zu dem Zeitpunkt in dem Augsburger Heim lebten. Sie hatten die Nase voll von den Zuständen und wandten sich couragiert an die Medien. Bemerkenswert war aber auch, wie rasch von Seiten des Konzerns Fehler eingeräumt wurden. Man entschuldigte sich bei den Betroffenen.

Dabei blieb es aber nicht. Korian schickte Mitarbeiter des Qualitätsmanagements nach Augsburg. Sie überprüften über Wochen den Heimbetrieb und veranlassten Verbesserungen. Bewohner und Angehörige wurden mit einbezogen. Rasch wechselte die Heimleitung. Korian unternahm vieles für einen neuen Anfang im "Haus am Schäfflerbach". Das Engagement überraschte sogar sonst so kritische Pflegeexperten. Nur weil die beiden Frauen den Pflegemissstand öffentlich machten, durften die Senioren einen Neustart erleben.

Mimi und Josy gewinnen bei "The Voice Kids". Seitdem sind die beiden Augsburger Schwestern sehr gefragt.
Bild: Stefan Puchner (Archiv)

Unterhaltung: Weniger Stress, mehr Schlaf – das steht auf dem Weihnachtswunschzettel von Mimi (16) und Josy (14). Die Schwestern sind seit ihrem Sieg bei "The Voice Kids" in diesem Frühling nämlich sehr gefragt. Mit ihren überzeugenden Auftritten in der Show haben die Augsburgerinnen einen bemerkenswerten Karrierestart hingelegt. Allein ihre Version des Radiohead-Songs "Creep" wurde auf Youtube über 37 Millionen Mal gesehen. Bei ihrem Dankeskonzert auf dem Augsburger Rathausplatz begeisterten sie 2000 Menschen. Mit dem gemeinsamen Hit "Little Help" mit The BossHoss waren Mimi und Josy einige Wochen in den deutschen Charts. Sie veröffentlichten bereits ihren ersten eigenen Song: "The best me". Als Vorband von Michael Patrick Kelly traten die talentierten Mädchen im September auf dem Münchner Königsplatz auf. Und beim diesjährigen Augsburger Presseball begeisterten Mimi und Josy als Überraschungs-Act. Das Beste dabei: Die Schwestern, die mit Eltern und Hund Minu in der Augsburger Innenstadt leben, sind trotz des Erfolges herrlich normal geblieben.

Die beiden Schwestern Mimi (15) und Josy (13) üben gerne im Musikzimmer unter dem Dach. Manchmal wird dabei auch über das Wie diskutiert.
Video: Ina Marks

Pflegeskandal: Der 23. Oktober 2019 dürfte für die Pflegebranche der Stadt Augsburg einen Wendepunkt markieren. Gut 60 ambulante Pflegedienste gibt es in der Stadt; Unternehmen also, deren Mitarbeiter Patienten zu Hause besuchen und ihnen dort helfen. Beim Anziehen und Duschen etwa. Bei acht dieser Pflegedienste steht an jenem Morgen ein Großaufgebot der Polizei vor der Tür, die Beamten durchsuchen auch Privaträume von Geschäftsführern, Mitarbeitern und Patienten.

Es ist eine der größten Razzien, die es in Augsburg je gegeben haben dürfte. Schwer vorstellbar, dass alle acht dieser Firmen langfristig weiterhin existieren.

Denn es geht bei der Razzia um den Verdacht, dass die betroffenen Pflegedienste in großem Stil Pflege- und Krankenkassen betrogen haben sollen, indem sie dort etwa Leistungen abgerechnet haben, die nie erbracht worden sind. Die Pflegedienste sollen aber auch bereits die Begutachtung der Patienten durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) manipuliert haben, in der es um die Einstufung in einen Pflegegrad geht. Hierbei gilt tendenziell: Je höher der Pflegegrad, desto mehr Geld gibt es. Teils waren Patienten nach Erkenntnissen der Ermittler Komplizen des mutmaßlich kriminellen Systems, teils allerdings auch nicht. In einem Fall soll beispielsweise einer über 90-jährigen Seniorin gegen ihren Willen ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht worden sein, als die Prüfer des Medizinischen Diensts der Krankenkasse die Pflegebedürftigkeit der Frau kontrollieren wollten. Das Medikament sorgte offenbar dafür, dass die Seniorin apathisch wirkte.

Alleine in Augsburg richten sich die Ermittlungen gegen 68 Beschuldigte – konkret gegen einen Arzt aus der Stadt, 40 Betreiber oder Mitarbeiter von Pflegediensten und 27 Patienten. Es ist vor allem ein spezielles Milieu betroffen: Pflegedienste, die sich an eine russischsprachige Klientel richten. Verantwortliche der Unternehmen sollen überwiegend einen Bezug zu Osteuropa haben, größtenteils stammen sie wohl aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Sie warben teils auch gezielt mit russischen Sprachkenntnissen um Kundschaft.

Hören Sie dazu auch unseren Podcast:

Kriminalität: Er war gerade verurteilt worden, zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft. Haidar A. hatte versucht, einen Mitbewohner einer Asylunterkunft in Hurlach (Kreis Landsberg) mit einem Messer zu enthaupten, deswegen verhängte das Schwurgericht in Augsburg gegen ihn eine Haftstrafe von zwölf Jahren und neun Monaten. Als er damals, im Sommer 2017, das Strafmaß hörte, rastete er aus. Und landete deswegen erneut vor Gericht. Der Palästinenser spuckte, warf einen Schuh in Richtung des Staatsanwalts – und griff im folgenden Gerangel mit Sicherheitskräften an das Pistolenholster des Polizisten. Er wollte die Kammer und den Staatsanwalt töten, was ihm nicht gelang. A.s damaliger Verteidiger hatte gesehen, dass der Angeklagte an die Waffe des Polizisten griff und den Beamten durch einen Zuruf gewarnt. So konnte der Polizist die Hand des Angeklagten schnell von der Pistole wegschieben. Wegen sechsfachen Mordversuchs wurde er im September erneut vor dem Augsburger Landgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das bedeutet: Mit der gegen ihn verhängten Strafe muss sich Haidar A. auf insgesamt mehr als 20 Jahre Haft einstellen.

Kanusport: Die Augsburger Kanuten erlebten in diesem Jahr Ungewohntes. Beim wichtigsten Rennen fuhren die Erfolgsgaranten der deutschen Mannschaft plötzlich hinter der Konkurrenz und den eigenen Erwartungen her. Die Weltmeisterschaft Ende September in Spanien dürfte daher in eher unangenehmer Erinnerung geblieben sein. Im Kajak-Einer verpasste Titelverteidiger Hannes Aig-ner vom Augsburger Kajak-Verein eine Medaille deutlich. Aber immerhin qualifizierte er sich als Zwölfter für die Olympischen Spiele, die kommendes Jahr in Tokio stattfinden. Gleiches gelang der in Augsburg lebenden und trainierenden Ricarda Funk auf Platz fünf. Für Aigner werden es die dritten Sommerspiele seiner Karriere sein. Bitter verliefen die Rennen für Sideris Tasiadis. Im Canadier-Einer verpasste der Schwaben-Kanute, als Weltranglistenerster angereist, das Finale und war zum Zuschauen verdammt, als die Konkurrenten die WM-Medaillen und Olympia-Tickets unter sich verteilten.

Hannes Aigner
Bild: Fred Schöllhorn

Ein kleiner Trost bleibt für den Kanuten

Dem Augsburger bleibt aber ein kleiner Trost und vor allem die Hoffnung, nächstes Jahr doch noch nach Japan reisen zu dürfen. Dafür muss Tasiadis aber im Mai bei der Europameisterschaft in London in Topform sein. Denn dort fahren die bisher nicht qualifizierten Nationen wie Deutschland, Italien oder Russland noch einen einzigen Olympiaplatz aus. Das beste Boot qualifiziert sich.

Fußball: Einmal mehr hat der FC Augsburg im Sommer die Klasse gehalten. Einmal mehr hat er Kritiker überrascht, ist dringeblieben, während finanzstarke Klubs wie der VfB Stuttgart den bitteren Gang ins Unterhaus antreten mussten. Seit neun Jahren geht das so. Wobei das vergangene Jahr des Fußball-Bundesligisten dann doch nicht ganz so gewöhnlich verlief wie die vorausgegangenen.

Dass der FCA sich etwa genötigt sieht, einen Trainer zu entlassen, kommt eher selten vor. Nach Niederlagen gegen Nürnberg und Hoffenheim zogen die Verantwortlichen jedoch die Reißleine. Sie sahen das Saisonziel gefährdet, und der ehemalige Nachwuchschef Manuel Baum musste gehen. Ihn ersetzte der Schweizer Martin Schmidt. Der 52-Jährige motivierte die Spieler zu damals erstaunlichen Siegen gegen Eintracht Frankfurt und Stuttgart, nach einem torlosen Unentschieden auf Schalke war der Ligaverbleib endgültig gesichert, das Minimalziel somit erreicht. Grenzenlose Freude herrschte dennoch nicht, den negativen Höhepunkt leistete sich die Mannschaft am letzten Spieltag: Das 1:8 in Wolfsburg bedeutete die höchste Niederlage in der Bundesligahistorie.

In Erinnerung bleiben werden neben Klassenerhalt und geschichtsträchtiger Pleite Fehltritte abseits des Rasens. Auf dem Weg zu einem normalen Bundesligisten produzierten Kicker Skandal-Schlagzeilen. Im Fokus: ein Brasilianer und ein Österreicher. Caiuby und Martin Hinteregger galten zuvor als Stammkraft, nach Eskapaden beziehungsweise Trainerkritik legte der FCA keinen Wert mehr auf eine Zusammenarbeit. Anfang des Jahres fehlte Caiuby zum wiederholten Mal beim Trainingsauftakt des FCA, weil er seinen Heimataufenthalt eigenwillig verlängerte. Später wurde er nach Zürich ausgeliehen, dort lief es aber weder sportlich noch privat. Nach seiner Rückkehr im Sommer wurde er wegen Schwarzfahrens und Körperverletzung verurteilt. Ende Oktober schloss der FCA die Akte Caiuby endgültig und löste den Vertrag mit dem Brasilianer auf.

Caiuby musste sich vor Gericht verantworten.
Bild: Ulrich Wagner

Zu einer unendlichen Geschichte entwickelte sich die Causa Hinteregger. Nach Kritik an Trainer Baum wurde der Abwehrspieler im Januar erst suspendiert, dann nach Frankfurt verliehen. Nach seiner Rückkehr provozierte der 27-Jährige seinen endgültigen Wechsel zur Eintracht, unter anderem tauchte vom Mannschaftsabend im Trainingslager ein Video auf, auf dem Hinteregger sichtlich angetrunken war. Am nächsten Tag war er nicht zum Abschlusstraining in Österreich erschienen.

Nicht optimal verlief ebenso der Start in die laufende Runde. Erst kurz vor Ende der Wechselfrist komplettierte der FCA seinen Kader und holte – wie sich später zeigen sollte – entscheidende Verstärkungen. Nach mäßigen Ergebnissen in der Findungsphase stabilisierte sich der FCA und legte einen beeindruckenden Zwischenspurt hin. Die Basis für ein weiteres Jahr Bundesliga ist somit gelegt.

Eishockey: Das Lob kommt aus berufenem Munde. Als DEL-Ligenleiter Gernot Tripcke Mitte Dezember ein AEV-Spiel besuchte, fand der Rechtsanwalt anerkennende Worte für die einst graue Maus der Deutschen Eishockey-Liga. "Die Panther haben sich und die DEL in Europa großartig präsentiert. Die Auftritte in der Champions Hockey League haben nicht nur hierzulande Eindruck hinterlassen."

Lust auf noch mehr Fußball? Dann hören Sie sich hier unseren Podcast mit FCA-Kapitän Daniel Baier aus dem Sommer an:

Die sportliche Bilanz der Panther ist überragend

Die sportliche Bilanz ist überragend. Über 60 Minuten ist die Mannschaft von Trainer Tray Tuomie in der CHL bislang unbesiegt. Die Gruppenphase gegen Lulea aus Schweden, die Nordiren aus Belfast und den tschechischen Klub Liberec beendete der AEV auf dem zweiten Platz und bekam im Achtelfinale den Schweizer Spitzenklub EHC Biel/Bienne zugelost. Erst in der Verlängerung des Rückspiels in der Schweizer Uhrenstadt war Endstation. Die gesamte Reise genossen neben den Spielern vor allem die Fans. Zum Auswärts-Doppel in Lulea und Belfast startete ein gecharterter Fan-Flieger. Es gab sogar einige Eishockey-Verrückte, die beide Spiele mit Linienmaschinen besuchten und auf insgesamt sieben Flüge kamen.

Letztendlich war die CHL-Teilnahme die Folge einer überragenden DEL-Saison. Mit dem dritten Rang nach den Punktspielen, der besten Vorrunden-Platzierung in der 141-jährigen Geschichte des ältesten Eislauf-Vereins Deutschlands, hatten sich der AEV das CHL-Startrecht gesichert. Die anschließenden DEL-Playoffs elektrisierten die Fans in der Stadt. Nach sieben Spielen setzten sich die Panther gegen die Düsseldorfer EG durch. Es folgte das Duell gegen die ungeliebten Münchner. Eishockey-Anhänger aus ganz Deutschland drückten dem Außenseiter gegen den Red-Bull-Klub die Daumen. Trainer und Team waren ein verschworener Haufen. Beobachter sagen: Wenn der damalige Cheftrainer Mike Stewart gesagt hätte, sie sollten vom Dach springen, dann wären die AEV-Spieler gesprungen.

Die finanziell deutlich besser ausgestatteten München verzweifelten schier an der Kampfkraft der Panther und den Fangkünsten von Olivier Roy. Das erste Spiel dauerte viereinhalb Stunden oder genau 102 Spielminuten und zählt damit zu den längsten Play-off-Partien der DEL-Historie. Wer bei den Spielen in München sein Auto in der nahen BMW-Welt geparkt hatte musste sich sputen, da das Parkhaus um Mitternacht schloss. Augsburger und Münchner beharkten sich so unerbittlich auf dem Eis, dass am Ende mit einer Gesamtspielzeit von 504 Minuten und 46 Sekunden die längste aller bisherigen Play-off-Serien gespielt wurde – wieder ein Rekord. Ebenso wie ein 17 Mal in der Saison ausverkauftes Curt-Frenzel-Stadion. Der EHC setzte sich mit 4:3 durch, doch die Sympathien im Land hatten sich die tapferen Augsburger erkämpft. Durch die Doppelbelastung in zwei Wettbewerben hinken die Panther in der DEL zwar hinterher, aber die Saison ist noch lang.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast "Augsburg, meine Stadt" mit AEV-Kapitän Steffen Tölzer aus dem Herbst an:

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