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Augsburg-Stadt

08.04.2015

Das „neue“ Josefinum wächst

Seit vier Jahren wird am Josefinum gebaut. Das Hauptgebäude ist derzeit eingerüstet, es wurde komplett entkernt, die oberen Stockwerke wurden abgerissen und neu aufgebaut. Künftig hat das Haus sogar eine Etage mehr.
Bild: Ruth Plössel

Seit vier Jahren wird an dem Krankenhaus gebaut. Weil der Patientenandrang zuletzt zugenommen hat, wird jetzt sogar mehr investiert als geplant

Es ist das größte Bau-Projekt in der fast 100-jährigen Geschichte des Josefinums. 140 bis 150 Millionen werden in die Rundum-Erneuerung des Krankenhauskomplexes an der Kapellenstraße gesteckt. Danach wird vom alten Josefinum praktisch nichts mehr übrig sein. Jetzt ist Halbzeit auf der Großbaustelle. Die ersten Gebäude sind fertig, bis 2020 wird noch weiter gewerkelt.

Bereits jetzt hat sich gezeigt: Die ursprünglichen Planungen waren zu knapp bemessen. „Die Entwicklung hat uns eingeholt“, sagt Verwaltungsdirektor Bernd Lechner. Das Josefinum ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Deswegen wird nun mehr investiert als anfangs gedacht – zum Beispiel in weitere Ambulanzen oder in zusätzliche Betten für die Frauenklinik. Ursprünglich war man von einer Investitionssumme von rund 90 Millionen Euro ausgegangen, jetzt könnten es bis zu 60 Millionen Euro mehr werden.

Derzeit sind die Bauarbeiter am Hauptgebäude im Einsatz. Der Komplex, in dem sich der Eingang und die Anmeldung befinden, ist eingerüstet. Im Inneren ist kaum noch ein Stein auf dem anderen. Das gesamte Gebäude wurde entkernt. Die obersten Stockwerke wurden abgerissen, neu aufgebaut und noch eine weitere Etage daraufgesetzt. Hier werden einmal die Operationssäle samt Technik untergebracht sein. Das ehemalige Schwesternwohnheim im Anschluss daran wurde abgerissen und ein Neubau hochgezogen. In etwa einem Jahr soll alles fertig sein. Dann startet eine neue Umzugsrunde.

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Die Frauenklinik samt Geburtsabteilung, die 2012 übergangsweise in einen eigens errichteten Modulbau gezogen war, wird wieder in das sanierte Hauptgebäude verlagert. Ebenso wie drei Stationen der Kinder- und Jugendklinik. Mehr Platz wird den Einrichtungen dort aber nicht zur Verfügung stehen.

Für die Frauenklinik waren entsprechend der Berechnungen des Ministeriums, das einen Großteil der Kosten für den Umbau trägt, ursprünglich sogar fünf Betten weniger vorgesehen. Das Josefinum wird auf eigene Kosten das Defizit ausgleichen und langfristig sogar weitere Betten zur Verfügung stellen, kündigt Lechner an. Auch die Zahl der Kreißsäle steigt von vier auf fünf. Denn insbesondere auf der Geburtenstation war das Krankenhaus im vergangenen Jahr an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Statt der sonst üblichen 2400 Geburten kamen 2014 mehr als 3000 Babys im Josefinum zur Welt. Eine generelle Ausweitung sei aber nicht geplant, betont der Verwaltungschef. „Ich glaube nicht, dass wir dauerhaft so viele Geburten haben werden.“

In den frei werdenden Modulbau ziehen anschließend Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Neonatologie, die Abteilung für Neugeborene. Im letzten Schritt werden die Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie saniert. Bereits fertig ist ein Neubau für das Röntgen sowie die Berufsfachschule für Pflegeberufe. Auf dem früheren Gelände eines Autohauses in Nähe zur Klinik wurde im vergangen Jahr ein sieben Millionen Euro teurer Neubau eröffnet, in dem Bereiche der kindlichen Frühförderung zusammengefasst wurden.

Ist alles fertig, wird der neue Haupteingang des Krankenhauses in einem Innenhof Richtung Zollernstraße liegen. Davor soll es eine kleine Parkanlage geben. Auf dem bisherigen Mitarbeiterparkplatz in der Zollernstraße wird ein Parkdeck mit rund 120 Stellplätzen gebaut.

Auch die Notaufnahme wird neu geordnet. Das Josefinum ist Anlaufstelle für jährlich rund 22000 akut erkrankte Frauen sowie Kinder und Jugendliche, wobei die jüngsten Patienten mit 16000 Behandlungen den größten Teil ausmachen. Bisher sind die Einrichtungen an verschiedenen Stellen im Krankehaus untergebracht. Das soll sich ändern.

Wie bisher werden die Patienten auch nach dem Umbau über eine eigenständige Küche am Josefinum versorgt. Staatlich gefördert werden solche Einrichtungen nicht mehr. Der Träger, die Katholische Jugendfürsorge, greift in die eigene Tasche. 

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